Dreimal ausverkauftes Haus für die Theaterspieler des SV Airlenbach mit der Komödie „Zugezogen“

Wenn die Theaterspieler des SV rufen, dann kommen sie alle. Seit 25 Jahren begeistern die Aktiven des Sportvereins alle zwei Jahre ihre Gäste mit einem Schwank. „Zugezogen“ hieß in diesem Jahr die Komödie aus der Feder von Jochen Bonnemann, die drei Mal vor ausverkauften Haus aufgeführt wurde. Nach eher geruhsamen Beginn steigert sich das Stück nach und nach zu einer turbulenten Komödie, bei der sich die Gäste bald vor Lachen krümmen.

Das ist sicher auch der Spielfreude der Akteure geschuldet. Zwischen zehn und zwölf Aktive sind es jedes Mal, die sich ab November zur Probe treffen, das Stück einüben und dabei in ihren Rollen aufgehen. Mit viel Herzblut, mal überkandidelt-exzentrisch, mal in sich gekehrt und zurückhaltend, mal grantelnd, geben sie ihren Figuren eine ganz eigene Note und lassen so die zweieinhalbstündige Aufführung zum Riesenerfolg werden.

Über 400 Gäste wollen sich an den drei Abenden auf diese Weise unterhalten lassen, ein paar Stunden abschalten. „Wir hatten ein super Publikum“, freut sich denn auch Anja Krautschneider. Das ging vor allem bei der letzten Aufführung am Sonntag so richtig mit. „Die Leute lachten Tränen“, es gab oft Zwischenapplaus und Beifallsrufe, weiß sie.

Zum Inhalt: Der pensionierte und verwitwete Finanzbeamte Hannes Rummels (Stephan Liebig) lebt seit einem Jahr mit seiner Familie im Ort. Jetzt bemühen sich die Sonnenberger Vereine um seine Dienste als Vereinsrechner. Denn im Nachbarort ging’s bereits hoch her, da will jeder auf der sicheren Seite sein. Da Hannes nicht Nein sagen kann und sich endlich in die Dorfgemeinschaft integrieren will, nimmt er einfach alles auf einmal an. Leider sind sich die Vereine untereinander nicht grün – und so versucht Hannes jeden im Glauben zu lassen, er helfe exklusiv nur ihm. Natürlich läuft alles irgendwann zur Freude der Gäste völlig aus dem Ruder.

Sonnenberg könnte dabei überall sein. Denn die Figuren aus dem Stück, natürlich überzeichnet, gibt’s fast in jedem Ort zu finden. Die Zugezogenen auch. Die sollen sich zwar einbringen, aber dann bitte doch nicht so sehr, dass sich die Einheimischen übergangenen und übervorteilt fühlen. Davon weiß auch die Bürgermeisterin Anja Jenders (Jasmin Schäfer) ein Lied zu singen, die Hannes ihr Leid klagt. Zu allem Überfluss macht der fitte Mittsechziger auch noch der Rathauschefin schöne Augen.

Mit dem Erscheinen der zerstrittenen Vereinsvertreter nimmt das Unheil seinen Lauf. Alle wollen ihn exklusiv als Mitglied gewinnen. Männermangel haben sie auch, wie die Singkreis- und die Kulturclub-Vorsitzende drastisch deutlich machen. Im Verein wie auch privat. Pia Schwarz (Katja Bundschuh), die verhinderte große Sängerin, für die nur sie sich hält, rauscht exzentrisch wie ein Wirbelwind über die Bühne und trifft zielsicher den falschen Ton. Nora Kreuz (Regina Sattler) ist ihr in jahrhundertealter Familienfehde verbunden und gibt die biedere Hausfrau, die es faustdick hinter den Ohren hat.

Die einzelnen Charaktere, die im weiteren Verlauf des turbulenten Stücks noch ausgeprägter ausgearbeitet werden, machen die Komödie zum großen Erlebnis. Die beiden tantrischen Schwestern Petra Hugo (Anja Krautschneider) und Sandra Bischoff (Marion Neff) sind es dann, die mit ihrem Auftritt ein nicht mehr enden wollendes Feuerwerk an Lachsalven einleiten.

Denn natürlich wächst Hannes sein guter Plan über den Kopf, ergeben sich Verwirrungen und Verwicklungen. Die sind aber nichts gegen die Bösewichte in den eigenen Reihen. Denn Pfarrer und Gymnastiklehrerin sind das Räuberpärchen, das schon den Nachbarort unsicher gemacht hat. Sie wollen Hannes zwingen, die ganzen Vereinsgelder auf die Cayman-Islands zu überweisen.

Doch beide haben damit nicht mit der plötzlich im Ernstfall doch verschworenen Dorfgemeinschaft gerechnet. Mit Hilfe des Gurus (André Fichtel) und Edgars Gewehr wird das Duo in einem überschäumenden Finale dingfest gemacht. Tosender Applaus war den SV-Akteuren für ihre Nabelschau eines skurrilen Ortslebens sicher. Fast schon erschöpft vom vielen Lachen ging’s für die Besucher in dem Wissen nach Hause, einen besonderen Theaterabend erlebt zu haben.

Darsteller/Akteure: Stephan Liebig (Hannes Rummels), Claudia Rausch (Silvia Engels), Peter Schäfer (Marcus Engels), Samantha Watkins (Jenny Engels), Kenny Bundschuh (Ottheinrich Staub), Jasmin Schäfer (Anja Jenders), Verena Vay (Lydia Hesse), Walter Siefert (Edgar Schall), Katja Bundschuh (Pia Schwarz), Regina Sattler (Nora Kreuz), Marion Neff (Sandra Bischoff), Anja Krautschneider (Petra Hugo), André Fichtel (Guru), Souffleusen: Katja Siefert und Sonja Eckert, Regisseurin Hedwig Sepp-Halm, Friseuse Bettina Benkert-Brill.

Ehrung: Für 25 Jahre Theaterspielen wurde Katja Bundschuh als Akteurin der ersten Stunde mit Urkunde und Vereinsehrennadel ausgezeichnet

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