Trinkwasserschutz beim Bau der Windräder auf dem „Greiner Eck“: Beteiligte einigen sich auf bessere Filteranlagen

Zum Schutz der Wasserversorgung im Zuge der Bauarbeiten für die Windenergieanlage (WEA) Greiner Eck sollen Filteranlagen in den Wasserwerken Hirschhorn, Neckarsteinach, Langenthal und Schönau für Sicherheit sorgen. Doch die ursprünglich dafür vorgesehenen Einrichtungen waren laut einer Mitteilung der Bürgerinitiative (BI) Greiner Eck zu groß dimensioniert. In Hirschhorn erging deshalb durch Bürgermeister Rainer Sens zwecks „Gefahrenabwehr“ die Anordnung, die beanstandeten Filter nicht einzubauen.

Doch jetzt gab Sens auf Anfrage „Entwarnung“: Mittlerweile habe man sich in Gesprächen zwischen den betroffenen Gemeinden, dem WEA-Betreiber und dem Gesundheitsamt des Kreises Bergstraße auf andere, bessere, kleinmaschigere Filter geeinigt. Wann genau diese allerdings an den jeweiligen Quellfassungen installiert werden, vermochte er noch nicht zu sagen. Solange geht jedenfalls auf der Baustelle noch nichts.

Die eigentlich vorgesehenen mechanischen Filtereinrichtungen mit einer Maschenweite von größer oder gleich 0,03 Millimeter hätten laut BI „keine ausreichende Barriere“ dargestellt, um Trübungen aus dem Wasser wirksam und sicher zu entfernen. Größere Partikel würden zwar zurückgehalten, kleinere und gelöste Stoffe aber nicht, hieß es. Diese Filter hätten ungefähr den Wirksamkeitsgrad eines Hausfilters beim Endabnehmer, erläuterte Sens. Technologisch seien jedoch bessere Systeme erhältlich.

Wie die BI weiter ausführt, können vor dem Einbau von adäquaten Filteranlagen die Arbeiten an der WEA nicht fortgeführt werden. Denn es sei eine Vorgabe des Regierungspräsidiums in den Nebenbestimmungen für die Genehmigung des „Greiner Ecks“, dass vor Beginn der größeren Erdarbeiten der Trinkwasserschutz gewährleistet werden müsse. Somit ist im Moment Stillstand.

Sens hatte nach Bekanntwerden in einem ersten Schritt angeordnet, dass die unzureichenden Filter nicht eingebaut werden durften. Denn: „Die einzubauenden Filter müssen dem vom Magistrat genehmigten Standard entsprechen oder mindestens gleichwertig sein.“ Nach kurzfristiger organisationsbedingter Absprache stehe nun nach Klärung den Fach-Dienstleistern der Betreiber die Tür für den Einbau offen.

„Wir wollen die beste Qualität für unser Wasser“, betonte auch Neckarsteinachs Bürgermeister Herold Pfeifer, dass die monierten Gerätschaften nicht zum Zuge kamen. Man werde sich in der Vierburgenstadt nach den Vorgaben des Kreis-Gesundheitsamts richten.

Diese Filter sind laut BI am Greiner Eck besonders wichtig, weil dort Buntsandstein mit Kluftenbildung vorherrsche. Der lasse Wasser besonders schnell in die Quellfassungen durch. Eigentlich solle es mindestens 50 Tage im Boden bleiben. Deshalb seien die Wasserwerke in den angrenzenden Gemeinden bereits mit UV-Filtern ausgerüstet, die aber bei Eintrübungen nicht mehr wirksam seien. Während Neckarsteinach schon vor längerer Zeit einen Vertrag über den zusätzlichen Filter-Einbau mit dem WEA-Betreiber abgeschlossen hatte, war dieser in Hirschhorn erst vor kurzem Thema.

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