Konstituierende Gemeindevertreter-Sitzung: Kontinuität an der Spitze der Rothenberger Gremien

Große Einigkeit herrschte bei der Besetzung von Gremien und Posten in der Rothenberger Gemeindevertretung: Einstimmig segneten die Mandatsträger die zuvor besprochenen Vorschläge ab, sodass im neuen Parlament hohe Kontinuität gewährleistet ist. Gemeindevertreter-Vorsitzender ist wieder Dr. Horst Schwinn, Erster Beigeordneter Jürgen Sauer (beide WGR). Im Mittelpunkt der konstituierenden Sitzung in der Ober-Hainbrunner Sporthalle stand denn auch eher die Gemeindefusion.

Gleichzeitig mit der Kommunalwahl hätten die Bürger den Gemeindevertretern den Auftrag erteilt, den Zusammenschluss mit Beerfelden, Hesseneck und Sensbachtal auf den Weg zu bringen, sagte Bürgermeister Hans Heinz Keursten in seinen einleitenden Worten. „Diesen Bürgerentscheid kann man als ein historisches Ereignis bezeichnen.“ Einen freiwilligen Zusammenschluss von vier Kommunen habe es in Hessen „nach meinem Kenntnisstand noch nicht gegeben“, so der Bürgermeister. Er habe hessenweit Beachtung gefunden. „Und wird noch mehr Beachtung finden, wenn die neue Stadt gebildet ist.“

Im Zuge dieses Prozesses, betonte der Rathauschef, „werden zukunftsweisende und mutige Entscheidungen von Ihnen abverlangt“. Da es aber bis zur Fusion keinen Stillstand geben dürfe, seien auch in Rothenberg noch jede Menge ortsbezogene Beschlüsse zu fassen. Keursten nannte hier etwa den Haushalt dieses und des kommenden Jahres, das Neubaugebiet Schulzenfeld, Straßenbau und die Kindertagesstätte.

Andererseits gebe es aber schon jetzt Entscheidungen, die „in enger Abstimmung mit Beerfelden, Hesseneck und Sensbachtal zu treffen sind“. Er sprach in diesem Zusammenhang ein ganzheitliches Konzept für die Wasserversorgung an. Durch „Gemeinsamkeit, Sachlichkeit, Fairness“ und vor allen Dingen die Orientierung am Gemeinwohl gelte es hier, ein optimales Ergebnis zu erzielen.

„Die Kommune ist und bleibt für mich die Keimzelle der Demokratie“, betonte der Bürgermeister. Es gebe keine politische Ebene, „die näher am Bürger ist und wo Entscheidungen stärkeren Einfluss auf das tägliche Leben haben“. Auf Gemeindeebene könne der Bürger noch seinen unmittelbar gewählten Vertreter ansprechen und mit ihm in Dialog treten.

Keurstens Dank an alle, ein öffentliches Ehrenamt zu übernehmen, verbunden mit Dankesworten an die ausgeschiedenen Gemeindevertreter und -vorstandsmitglieder, schloss sich auch Brigitte Heckmann (SPD) an. Sie leitete als ältestes Mitglied der Gemeindevertretung die Wahl des Vorstehers. Eine ehrenamtliche Mitarbeit zum Wohl der Kommune sei „in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich“, hob sie hervor.

Heckmann ließ die Zeitläufte auf der Welt in den vergangenen 35 Jahren Revue passieren. Denn seit Ende der 70er Jahre engagiert sie sich in Rothenberg als Gemeindevertreterin. Wettrüsten und Umweltzerstörung in den 80ern, Ende des Ost-West-Konflikts in den 90ern, ein deutscher Papst und ein farbiger US-Präsident in den 2000er Jahren waren für sie prägnante Stationen. Sie wünsche sich, so Heckmann mit Blick auf die regionale Entwicklung, „für die Aufgabe Fusion den nötigen Weitblick“.

Dr. Horst Schwinn wurde mit 14 Ja-Stimmen bei seiner eigenen Enthaltung als Vorsitzender der Gemeindevertretung wiedergewählt. Er werde auch weiterhin versuchen, „die Sitzungen sachlich, objektiv und fair zu leiten“, sagte dieser. Er wünsche sich in der kommenden Zeit einen „offenen Austausch“ der Meinungen, einen Wettstreit „ohne parteipolitische Scheuklappen“.

Wie Schwinn sagte, habe es keine Einsprüche gegen die Ergebnisse der Kommunalwahl gegeben, weswegen die Gemeindevertretung ihre Gültigkeit feststellte. Jürgen Sauer, Rainer Flick, Karlheinz Braun und Helmut Sturm wurden anschließend als ehrenamtliche Beamte auf Zeit. Beim fehlenden Walter Braner wird dies nachgeholt.

 

 

Zusammensetzung Gemeindevertretung (15 Personen, davon zwei Frauen): Dr. Horst Schwinn (Vorsitzender der Gemeindevertretung), Wilfried Friedrich, Claus Weyrauch, Mathias Heiß, Christa Helm, Alexander Ihrig, Werner Beisel, Dr. André Assmann und Klaus Bulling (alle WGR); Brigitte Heckmann, Alexander Link, Thomas Wilcke und Volker Schindler (SPD); Frank Knecht und Martin Menges (CDU/BuLiRo)

Gemeindevorstand: Erster Beigeordneter Jürgen Sauer, Rainer Flick, Karlheinz Braun (alle WGR), Helmut Sturm (SPD), Walter Braner (CDU/BuLiRo)

Stellvertreter Gemeindevertreter-Vorsitzender: Brigitte Heckmann (SPD), Frank Knecht (CDU/BuLiRo)

Haupt- und Finanzausschuss: Brigitte Heckmann, Alexander Link (SPD); Claus Weyrauch, Mathias Heiß, Christa Helm, Alexander Ihrig (WGR); Frank Knecht (CDU/BuLiRo)

Ausschuss für Bau, Landwirtschaft, Umwelt und Fremdenverkehr: Thomas Wilcke, Volker Schindler (SPD); Wilfried Friedrich, Werner Beisel, Dr. André Assmann, Klaus Bulling (WGR); Martin Menges (CDU/BuLiRo)

Verbandsversammlung Müllabfuhr-Zweckverband Odenwald: Christa Helm (WGR), Stellvertreter Thomas Wilcke (SPD), Martin Menges (CDU/BuLiRo)

Verbandsversammlung Zweckverband Zentrum Gemeinschaftshilfe Odenwaldkreis: Klaus Bulling, Stellv. Dr. Horst Schwinn (WGR); Brigitte Heckmann, Stellv. Alexander Link (SPD); Martin Menges, Stellv. Frank Knecht (CDU/BuLiRo)

Verbandsversammlung Abwasserverband Laxbach: Werner Beisel, Stellv. Dr. André Assmann (WGR); Thomas Wilcke, Stellv. Volker Schindler (SPD); Frank Knecht, Stellv. Martin Menges (CDU/BuLiRo)

Vorschlag an Laxbachverband für die Mitglieder des Klärbeirates: Bürgermeister Hans Heinz Keursten, Werner Beisel (WGR)

Verbandsversammlung ekom 21-KGRZ Hessen: Bürgermeister Hans Heinz Keursten, Stellv. Jürgen Sauer (WGR)

Verbandsversammlung Zweckverband „KommunalService Oberzent“ (KSO): Mathias Heiß (WGR), Stellv. Brigitte Heckmann (SPD)

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