Im Hirschhorner Langbein-Museum: Eintauchen in die faszinierende Welt der Schmetterlinge

Die „faszinierende Welt der Schmetterlinge“ lässt sich bis Ende Mai im Hirschhorner Langbein-Museum erleben. Dort stellt Gisela Mauve Fotografien von einheimischen Tieren aus dem eigenen Garten, aus Moosbrunn, Brombach, Tirol und Kärnten aus. Dazu kommt eine Übersicht über die Schmetterlingsfamilien, Poster, Gedichte und Wissenswertes über die „Falterfrau“ Maria Sibylla Merian. Eine erfreuliche große Anzahl von Interessierten war zur ersten diesjährigen Ausstellungseröffnung gekommen, der im Jubiläumsjahr 200 Jahre Carl Langbein noch einige folgen werden.

Ulrich Spiegelberg, Vorsitzender der Langbein-Freunde, erkannte im Ausstellungsthema einen starken Bezug zu Carl Langbein als „Naturalist“, der bekanntermaßen eine große Sammlung an präparierten Tieren sein Eigen nannte. Im Gedächtnis ist die weiße ausgestopfte Eule, die Mark Twain bei seinem Aufenthalt im Gasthof vom Schlafen abhielt und die dieser in seinem „Bummel durch Europa“ literarisch festhielt.

Bei der Sichtung der Langbein-Sammlung vor 30 Jahren „haben wir nur noch die Nadeln gefunden“, so Spiegelberg. Die Schmetterlinge waren vernichtet. Allerdings „wollen wir sowieso keine toten Tiere zeigen“, sondern sie durch Fotografien lebendig halten, betonte er. Man erkenne, wie viel „Geduld und Mühe“ in Mauves Aufnahmen steckten. Voraussetzung dafür sei ein „äußerst geduldige Fotografin“. Und ein ebenso geduldiger Ehemann, fügte Spiegelberg schmunzelnd hinzu.

Entstanden seien so Bilder „der tollsten Vertreter“ der jeweiligen Arten. Es sei erstaunlich, so der Vereinsvorsitzende, „wie aus einer gefräßigen Raupe ein wunderschönes Tier wird“. Spiegelberg stellte im Anschluss die Fotografin kurz vor: Gisela Mauve sei durch ihre Arbeit im Frauentreff, ihre Keramikkurse und die Tätigkeit im Flüchtlings-Helferkreis bekannt. Bürgermeister Rainer Sens, der nicht anwesend konnte, ließ Grüße zur Eröffnung ausrichten.

„Den Stein ins Rollen“ brachte laut Mauve der „Pflaumenzipfelfalter“ in Moosbrunn. Irgendwann habe sie dann Hans Jürgen Waibel von den Langbein-Freunden erzählt, dass sie gerne eine Ausstellung machen wolle – „und er hat es zustande gebracht“, so Mauve. Ihr Dank ging auch an Uli Spiegelberg, die die Werke in Szene setzte. Die Fotografien seien „die Ergebnisse vieler Spaziergänge, Gartenbesuche, Ausflüge und Urlaube“.

Sie wusste von der langen Suche nach dem seltenen Apollofalter zu berichte, den sie in Tirol auf den letzten Drücker fand. „Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn ich einen Schmetterling finde, der mir noch fehlt“, so Mauve. Aber warum in die Ferne schweifen: Auch direkt vor der Haustür lassen sich besondere Entdeckungen machen. Etwa am Brombacher Wasser, wo der Wiesenknopf-Ameisenbläuling vorkommt. Die Art steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Die Raupen ernähren sich in frühen Entwicklungsstadien ausschließlich von den Blüten des Großen Wiesenknopfs. Im Herbst werden sie unter anderem von Roten Gartenameisen in deren Nester getragen, wo sie überwintern und räuberisch von Ameisenbrut leben. Denn die Raupen sind in der Lage, den Nestgeruch der Ameisen zu imitieren. Nach dem Schlüpfen muss der Schmetterling sofort das Nest verlassen „und die Flatter machen“, da jetzt die Tarnung nicht mehr funktioniert und der Schmetterling nun selbst als Beute betrachtet wird.

Mauve hat ihr Augenmerkt auf die Tagfalter gerichtet, deren verschiedene Familien sie nannte. Allerdings, merkte sie an, gebe es auch tagaktive Nachtfalter. Diese wie auch berühmte Künstler, die sich mit Schmetterlingen beschäftigten, werden ebenso gewürdigt. Die Vernissage umrahmten Lena Debo und Thanh Mai Trinh auf der Flöte.

Info: Vortrag „Eintauchen in die faszinierende Welt der Schmetterlinge“ von Gisela Mauve Mittwoch, 27. April, 19 Uhr, Langbein-Museum. Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen: Dienstag bis Freitag 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Sonntag 15 bis 17 Uhr.

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