Erasmus-Treffen an der Oberzent-Schule Beerfelden: Mit einer Fashion Show den Friedensgedanken transportieren

Das Thema „Frieden“ stand über allem: Eine Woche lang fand an der Oberzent-Schule in Beerfelden ein Erasmus-Treffen mit den beiden Partnerschulen in Elblag/Polen und Gemlik/Türkei statt. „Dress to impress: A fashion kiss for peace“ lautete das Motto, unter dem sich Schüler Gedanken gemacht hatten, wie sie mit dem Thema Kleidung/Klamotten/Fashion den Friedensgedanken aufbereiten können. Natürlich gab’s auch verschiedene Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung.

Das Projekt wurde für drei Jahre bei der EU beantragt und von dieser auch genehmigt, berichtete Conny Frank. Sie ist an der Oberzent-Schule federführend damit beschäftigt. Antragstellung, Konzepterarbeitung und Einreichung seien sehr viel Arbeit, so Frank. Aber erfolgreich: „Wir haben 92 von 100 Punkten erreicht“, zeigte sie sich stolz. Die Partnerschulen nehmen bei Bewilligung automatisch teil. Für die Schüler heißt das dann, dass sie für die Reise nichts bezahlen müssen. Untergebracht sind sie in Gastfamilien mit Jugendlichen auf der Oberzent-Schule.

Nach dem jetzigen Auftakttreffen in der Oberzent wird es Gegenbesuche in Polen und in der Türkei geben. Zehn bis 15 Schüler aus dem Erasmus-Team, einem festen Bestandteil des Schullebens, reisen dann in die beiden Partnerländer. Dort ist jeweils die ganze Schule an der Umsetzung beteiligt. „Wir wollen den Friedensgedanken weitertragen“, erläuterte Frank die Motivation. Aktuell waren zwölf und acht türkische Jugendliche in Beerfelden.

Das Projekt läuft seit Anfang dieses Schuljahres. Der Logowettbewerb fand im Rahmen des Kunstunterrichts statt. 17 Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 wirken in einer Art AG mit. „Wir haben mit den Jüngeren solcher begonnen, weil das Thema auf drei Jahre angelegt ist“, so Frank. Denn die Jugendlichen aus den anderen beiden Schulen sind zwischen 15 und 17 Jahren alt.

In jeder Schule wurde ein solcher Logowettbewerb zum Thema Frieden durchgeführt. Die drei Gewinner-Logos wurden beim jetzigen Treffen vorgestellt. „Aus drei mach eins“ hieß es dann beim Workshop Logo Design mit dem Michelstädter Designer Mark Strauß. Unter seiner Anleitung erarbeiteten die Schüler aus ihren Entwürfen ein gemeinsames Logo, das die kompletten drei Projektjahre Bestand haben soll. Es soll außerdem bei der „Fashion für peace“-Show am (heutigen) Freitag in Berlin gezeigt werden. Die findet vor dem Reichstag statt, im Anschluss sind Interviews mit einer Politiker-Delegation geplant.

In der Diskussion mit den grünen Außenpolitiker Jan Schierkolk interessierte die Schüler aus drei Nationen auch, wie man mit Mohammed-Karikaturen im internationalen Bereich umgeht. Dies vor dem Hintergrund der Terror-Angriffe auf das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo. „Je suis Charlie“ als demokratische Gegenreaktion darauf und ganz aktuell die Diskussion um das Böhmermann-Gedicht wurden thematisiert.

Schulleiterin Bernhild Hofherr sagte in ihrer Begrüßung, zwar sei das Wetter nicht warm, „aber unsere Herzen werden warm“. Das Erasmus-Programm „führt Schüler zusammen“, freute sie sich. Es beinhalte viele Möglichkeiten zum interkulturellen Austausch. Die Schüler sollten die Chance für ein gemeinsames Lernen nutzen, um eine Zukunft zu gestalten, „in der Menschen in Frieden leben können“. Alina Ampferl und Blanka Blab führten in der Aula durch den weiteren Vormittag.

Der beinhaltete die Fashion Shows der drei Schulen, in denen diese mittels Kleidung, Aufschriften und Logos das Thema Frieden behandelten. Die Gymnasiasten aus Elblag (vor 1945 Elbing/Ostpreußen) und Gemlik (am Marmarameer unterhalb von Istanbul) stellten im Anschluss Land, Region und Schule in Wort- und Videobeiträgen vor. Für sie gab es danach eine Führung durch die Oberzent-Schule.

Seit zehn Jahren sei sie inzwischen europäische Koordinatorin an der Oberzent-Schule, so Frank. Bei einem internationalen Treffen in Campobasso habe sie damals die Partnerschulen kennengelernt. „Das ist bereits unser fünftes gemeinsames Projekt“, erläuterte sie. Diesmal sei die Grundlegung im Oberzent-Erasmus-Team gewesen, dass sich die Schüler über die Mode gut identifizieren könnten. Dies habe man mit dem beherrschenden weltpolitischen Thema Frieden kombiniert. Dazu lasen die Schüler im Unterricht Friedensliteratur und setzten sich mit dem Begriff in Äußerungen von Politikern, Philosophen oder Musikern auseinander.

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