Mit 14 begann er seine Verwaltungslehre: Rothenbergs Bürgermeister Hans Heinz Keursten ist 50 Jahre im öffentlichen Dienst tätig

50 Jahre im Arbeitsleben: Wer schafft das heute noch? Und deshalb ist es ein sehr seltenes Jubiläum, das gebührend gefeiert werden will. Wenn dann jemand wie Hans Heinz Keursten als Rothenberger Bürgermeister mitten im öffentlichen Leben steht, kommt er um eine solche Ehrung in größerem Rahmen nicht herum. Allerdings für ihn überraschend, denn er wurde für eine kurze Absprache in den Sitzungssaal des Rathauses gebeten, wo ihn dann alle Gemeindemitarbeiter zusammen mit den Beigeordneten zur Gratulationscour erwarteten.

Erster Beigeordneter Jürgen Sauer zeichnete den beruflichen Lebensweg des aus Wankum an der niederländischen Grenze stammenden Keursten nach. Seine Ausbildung begann dieser erst 14-Jährig 1966 bei der Heimatgemeinde. Nach zwölf Berufsjahren ab 1969 in Wachtendonk sollte ab 1981 die Stadtverwaltung von Neukirchen-Vluyn für zehn Jahre seine Heimat sein.

1991 zog es Hans Heinz Keursten dann in den Odenwald, „wegen seiner Leidenschaft für den Fußball und die Liebe zu seiner Frau Angelika“, wie Sauer schmunzelnd sagte. In Bad König verantwortete er bis Anfang 2000 die städtischen Finanzen. Im Spätjahr 1999 wurde der damals 47-Jährige gleich im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Rothenberg gewählt. Mit eindrucksvollen, hohen Mehrheiten von über 90 Prozent folgte bei zwei weiteren Urnengängen 2005 und 2011 die Bestätigung.

Damit sei Rothenberg „die längste berufliche Station“ von Keursten, hob Sauer hervor. „Und die letzte“, warf der jetzt 64-jährige Bürgermeister ein, denn im Februar 2018 geht er in Ruhestand –passend zum auf den 1.1.18 terminierten Vollzug der Oberzent-Fusion.

Wie der Erste Beigeordnete herausstellte, sei in den vergangenen 16 Jahren viel in die Infrastruktur der Gemeinde investiert worden. Sauer nannte beispielhaft Hoch- und Finkenbacher Straße, Durchfahrt Ober-Hainbrunn oder Baugebiet Feldstraße. Auch die Dorferneuerung Finkenbachs sei unter Keurstens Ägide durchgeführt worden. Alle Baumaßnahmen geschahen laut Sauer „in seiner Regie“, wo andere Gemeinden noch einen zusätzlichen Bauingenieur gebraucht hätten. Letztes großes Projekt sei der Umbau der Sporthalle. Auch hierfür müsse der Bürgermeister „viel selbst planen“.

Mit Blick auf die Oberzent-Fusion hob der Beigeordnete hervor, dass Keursten den Kommunalservice als Initialzündung der heutigen Bestrebungen mit ins Leben gerufen habe. Folgerichtig sei er auch federführend beim Gemeinde-Zusammenschluss tätig. „Das ist kein Acht-Stunden-Job in einer Verwaltung“, machte Sauer das hohe Arbeitspensum deutlich. Er wünschte alles Gute für die noch verbleibende Zeit als Bürgermeister.

In seinen Dankesworten erinnerte sich Hans Heinz Keursten an seine Anfangsjahre. „Das war damals ein ganz anderer Prozess“, wusste er. Denn der Arbeitsplatz „wurde einem zugeteilt“. In seinem Fall schwierig: „Es gab erstmal keinen“, sagte er. Heute laufe das ganz anders, es gebe viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten. „Alles war schön“, so Keursten lächelnd im Rückblick.

Kindergarten-Leiterin Andrea Koch übergab dem Bürgermeister im Anschluss eine selbst hergestellte Karte, auf der sein Lebensweg nachgezeichnet ist. Einen Ausspruch von Keursten („Wenn ich mal in Rente bin, kaufe ich mir eine Fritteuse“) hatten die Gemeindemitarbeiter als Aufforderung genommen und für dieses Geschenk zusammengelegt. Denn der Rathauschef hat dann vor, alle mit Pommes und Frikandeln, einer Spezialität aus seiner Heimat, zu beglücken.

Eine Feier in gemütlicher Runde schloss sich dem offiziellen Teil an. Keursten durfte dabei (nicht nur) ein Stück seiner heißgeliebten Schwarzwälder-Kirsch-Torte verputzen. Er freute sich sehr, dass alle 17 Angestellten zur Feier zusammengekommen waren. Dazu zählen neben den Mitarbeitern der Kernverwaltung, die ihn quasi schon seit Amtsantritt im Jahr 2000 begleiten, auch die des Kindergartens und des Bauhofs.

 

Zur Person: Hans Heinz Keursten

1952: geboren in Wankum/Nordrhein-Westfalen, an der niederländischen Grenze

1966-1969: Ausbildung Verwaltungslehre in Wankum

1969: Verwaltungsangestellter Wankum

1969-1981: Verwaltungsangestellter in Wachtendonk

1981-1991: Verwaltungsangestellter Neukirchen-Vluyn

1991-2000: Verwaltungsangestellter Bad König

2000-heute: Bürgermeister von Rothenberg mit Wiederwahl in 2005 und 2011

 

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