Bürgerbegehren soll in Hirschhorn einen „Bürgergarten“ möglich machen

„Einrichtung eines Bürgergartens in Hirschhorn“ nennt sich das Bürgerbegehren, das Klaus Gumnich und Enno Folkerts jetzt gestartet haben. Mit ihrem Infostand sind sie in der Stadt unterwegs und sammeln Unterschriften, um damit einen Bürgerentscheid in die Wege zu leiten. Dafür benötigen sie die Unterstützung von zehn Prozent der Wahlberechtigten – in der Neckarstadt somit über 270 Personen. Etwas mehr als ein Viertel davon, 79, ist innerhalb von zwei Tagen bereits zusammengekommen.

Das Ziel der Initiatoren ist es, dass im Familienpark am Wolfenacker/Neckaranlage ein solcher „essbarer Garten“ entstehen kann. Eigentlich, betonen Gumnich und Folkerts unisono, „wünschen wir uns, dass es gar keinen Bürgerentscheid geben muss“ und ihre Idee im Konsens mit dem neu bestimmten Magistrat ausgearbeitet sowie umgesetzt werden könne. „Wir setzen uns einfach zusammen und fangen neu an“, so Folkerts.

Denn das jetzt angestrengte Vorgehen koste – wie auch der Bürgerentscheid zur Abwahl von Bürgermeister Rainer Sens – Geld, „das die Stadt nicht hat“, betont Gumnich. Allerdings machen beide auch klar, dass sie weiterhin unverdrossen Unterschriften sammeln und die Bevölkerung mobilisieren werden, wenn sich nichts in ihrem Sinne tut.

Denn Kosten, das heben die Initiatoren und auch Klaus Weidner, der an diesem Tag bei Edeka zur Unterstützung anwesend ist, sollen eben genau keine entstehen. Der Sinn eines Bürgergartens sei es, dass er von Bürgern angelegt und gepflegt werde. Es müsse nur das Areal zur Verfügung gestellt werden. Sofern die Stadt unterstützend eingreifen wolle, könne dies mit vorhandenen Ressourcen geschehen „und belastet die Finanzen nicht“.

Für einen solchen Bürgergarten gibt es laut den Initiatoren bereits Beispielen in anderen deutschen Städten. Angefangen hat alles in Kassel, sehr bekannt wurde der in Andernach, ein Fokus legen Gumnich und Folkerts auf Waldkirch mit zwei Formen des „Urban Gardening“. Menschen, die Spaß am Gärtnern haben, pflanzen auf einem Grundstück Gemüse, Kräuter oder Blumen, „die dann jeder ernten darf“. Eine Idee, die ohne großen Aufwand die Lebensqualität der Stadt ein wenig verbessere.

Die Ideengeber versprechen sich darüber hinaus einen Lerneffekt bei Kindern, „die Gemüse bisher nur aus dem Supermarkt kennen“. Wer dort etwas anpflanze, freue sich bestimmt über Fragen und gebe Auskunft, was gerade wachse. In anderen Städten habe man gute Erfahrungen damit gemacht, „warum also nicht auch in Hirschhorn“, meinten Gumnich und Folkerts.

Zusammen mit Bürgermeister und Bauhof-Mitarbeiter hatte man ihren Angaben zufolge bereits schnell ein passendes Grundstück gefunden. Es sei am Wolfenacker zentral gelegen, gut erreichbar und eben. Gegebenheiten, die an anderer Stelle in Hirschhorn kaum zu finden seien. Leider habe der Magistrat den Vorschlag zur Einrichtung eines Bürgergartens an diesem Standort abgelehnt, ohne die Initiatoren abzuhören und die Ablehnung zu begründen, bedauern die beiden. Was zum Bürgerbegehren führte.

 

Advertisements