HCV-Fastnachter wollen das Hirschhorner Kleintierzüchterheim kaufen und als neue Vereinsräume nutzen

Die Lachsbachperlen haben Großes vor. Läuft alles wie geplant, werden die Fastnachter bis zum Jahresende Eigentümer des Kleintierzüchterheims am Ersheimer Radweg Richtung Eberbach sein. Die Mitgliederversammlung votierte einstimmig für den Vorschlag des Vorstands, das Gebäude zu kaufen. Nun will man mit den Züchtern in Kaufverhandlungen treten und die bisherigen, schon relativ konkreten Absprachen festzurren, sagte HCV-Vorsitzender Jürgen Abelshauser auf der Versammlung.

Die Entscheidung hat sich der Verein nicht leicht gemacht. Auch auf der Versammlung gab es noch einige Nachfragen vor allem zur Betreuung des neuen HCV-Heims in spe. Abelshauser sieht im Kauf aber „die einzige Chance auf einen sicheren Fortbestand“. Nur mit diesem Schritt sei es möglich, den HCV auch für die Zukunft gut aufzustellen. Denn den Vorstand treibt schon länger eine große Sorge um: Da der bisherige Vermieter Meto-Checkpoint an eine kanadische Firma verkauft wird, steht die weitere Anmietung der dortigen Vereinsräume unter Vorbehalt. Doch: „Ohne Vereinsheim würde es den HCV nicht mehr geben“, betonte der Vorsitzende.

Den Mietvertrag mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Quartalsende sieht Abelshauser als „Damoklesschwert“ über dem HCV schweben. In Verhandlungen mit der Firma seien als Angebot maximal sechs Monate zugestanden worden. „Das würde trotzdem noch bedeuten, dass wir zum Jahresende draußen wären“, wies er auf die Unsicherheiten hin. Wenn der neue Eigentümer an den Produktionsstätten nicht mehr interessiert sein sollte und diese verkaufe, könnte der befürchtete Fall schnell eintreten.

Da kam dem HCV das Angebot der Kleintierzüchter wie gerufen. Diese wollen ihr Vereinsheim verkaufen, „weil wir den Wirtschaftsbetrieb nicht mehr aufrechterhalten können“, so deren Vorsitzender Max Weber. Auch sei es immer schwerer, die Unterhaltungskosten zu schultern. Dazu habe man immer weniger Mitglieder – und diese würden immer älter. „Noch fünf Jahre“ hätte man so weitermachen können, sagte Weber. Mit dem HCV habe sich jetzt aber eine kurzfristige Lösung ergeben, die dem Wunsch der Züchter entspricht: Ein Verein aus Hirschhorn soll das Gebäude übernehmen.

„Wir wären ein willkommener Käufer“, betonte deshalb Abelshauser auf der HCV-Versammlung. Eine Besichtigung habe bereits stattgefunden. Die Substanz sei in Ordnung, der Renovierungsbedarf wurde abgeklopft. Man habe seitens des Vorstands verschiedene Bedingungen formuliert, unter denen ein Kauf in Frage käme, sagte er. Diese könnten mit dem Plazet der Versammlung alle als erfüllt angesehen werden.

Der Vorsitzende nannte unter anderem die zukünftige Vereinsentwicklung. Die gestaltet sich finanziell und personell positiv. Die Mitgliederzahl nahm in den vergangenen sechs Jahren stetig auf jetzt 338 zu. Die Erlöse aus den Veranstaltungen entwickelten sich auch positiv, verdeutlichte Rechnerin Nadine Wilms. Dazu trugen zwei ausverkaufte Prunksitzungen und als feste Bank die HSD-Night bei.

Um aus letzterer die vollen Einnahmen und damit den Lohn der vielen ehrenamtlichen Arbeit ziehen zu können, plant der HCV unabhängig vom Hauskauf sowieso die Gründung eines Fördervereins, der diese in Zukunft ausrichten solle. Dann wäre der Gesamtverein nicht mehr steuerpflichtig, weil die Freigrenze eingehalten werde, „und das mit viel Einsatz verdiente Geld bleibt bei uns“.

Mit den Banken ist laut Abelshauser bereits die Finanzbarkeit des Projekts zu guten Konditionen abgeklärt. Zusätzlich zum Kaufpreis kämen verschiedene Sanierungskosten in etwa der gleichen Höhe auf den HCV zu – zu Beginn, um das Gebäude tauglich für Vereinszwecke zu machen, in ein paar Jahren zur Dacherneuerung. Allerdings hofft man hierbei und auch bei der Betreuung des Hauses auf viel ehrenamtliche Unterstützung aus Mitgliederkreisen und damit eine Reduzierung der veranschlagten Renovierungskosten.

Wie Abelshauser verdeutlichte, würde die monatliche Kredit-Belastung bei Kauf des Züchterheims nicht viel über der aktuellen für die Räume in der Brentanostraße liege. Mit Gründung des Fördervereins könnten die dann eingesparten Gelder für Steuerzahlungen diese Lücke allemal abdecken. „Unter aktuellen Vorzeichen lässt sich das alles stemmen“, hob er hervor er. Und man schließe das Risiko aus, „dass wir über kurz oder lang auf der Straße stehen“.

Abelshauser war in seinen einleitenden Worten auf die diversen Aktivitäten des Hirschhorner Carneval Vereins eingegangen. Er erwähnte unter anderem die HCV-kult-Kleinkunstveranstaltungen mit sehr viel Zuspruch, die Après-Ski-Party, Kampagneneröffnung, Umzug, Geldbeutelwäsche und Heringsessen. Auch die verschiedenen Gruppen und Solisten fanden Erwähnung. Nach dem Kassenbericht wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

 

Advertisements