Die „Schrubbers“ putzen beim Auftritt in Hirschhorn musikalisch die Gehörgänge durch

Wie der Frauen-Sechser dem Publikum musikalisch die Ohren ausputzt – oder besser noch sauberschrubbt – ist eine wahre Pracht. Es sind nicht nur die umgedichteten bekannten Popsongs und Schlager, die bestens bei den Gästen im restlos ausverkaufen HCV-Vereinsheim ankommen. Sondern auch die schnoddrige Moderation, bei der keiner sicher sein konnte, nicht zur Zielscheibe der spitzen Frauen-Zungen zu werden.

Die Mitglieder der 1. Kraichgauer Frauenband, bestehend aus Martina Sigmann (Schlagzeug), Jutta Brinkmann (Gesang/2. Stimme), Inge Schweickert (Rhythmusgitarre), Corinna Heiß (Leadsängerin), Susanne Kammerer (Keyboard/Gesang) und Beate Nuss (Bassgitarre), brachten im abendfüllenden Programm mit fast drei Stunden die Themen Alltag, Freunde, Problemzonen oder Ehe in humorvoller Art und Weise musikalisch rüber.

Was Abba mit Tupperware zu tun hat: Ganz einfach, die Schrubbers haben den Song „Super Trouper“ daraufhin umgedichtet und wussten unter dem Gelächter des Publikums so einige Anekdoten damit zu bestreiten. Oder wie das Gefühl, zu dick zu sein, zu einem Lied führte: „Tausendmal gewogen“ statt „Tausendmal belogen“ von Andrea Berg heißt es da. Inklusive Slim Fast, dem Scheitern jeder Diät und „Wind in meinen Därmen“.

Wenn Bob Dylan das wüsste: Aus „Knockin‘ in heavens door“ wurde ein „Nackisch“ der Frauenband. Inklusive Betrachtungen der Problemzonen beim Mann: „Zwischen Leber und Milz sieht man die vielen Pils.“ Was zur Empfehlung führt: „Zieh dir besser ebbes o.“ Mutmaßungen, warum sich Männer immer in den Schritt fassen, verbunden mit einer Hymne auf das Landleben, leiteten über zu den „Tagen wie diesen“ in den Wechseljahren, an denen viel zu viel Süßes gegessen und aufgeräumt wird.

So ganz den weiblichen Gästen sprachen die Schrubbers mit einer Verballhornung von Michael Holms „Tränen lügen nicht“ aus dem Herzen. Denn Thema war das besondere Frauen-Gen: „Schuhe kaufen geh’n“. Helmut in einer der vorderen Reihen wird dabei immer mal wieder als Running Gag mit einbezogen. Und als Harald (Heiss) schnell aus Saal eilte, war er vor Frotzeleien ebenfalls nicht sicher. „Der geht jetzt jemanden aufmischen“, schallt es ihm hinterher, gefolgt von einem lauten „Randaaale“ (Volare).

Zusammen mit einem guten Schuss Selbstironie und der Fähigkeit, lauthals über die eigenen Fehler zu lachen, boten die Schrubbers den über 100 Zuschauern im Rahmen der HCV-kult-Reihe beste Unterhaltung. Ein ums andere Mal kamen die aus dem Lachen kaum noch heraus und wollten das Sextett am Schluss eigentlich gar nicht gehen lassen. Für die Lachsbachperlen erneut ein schöner Erfolg ihrer Veranstaltungen, die immer wieder aufs Neue das kulturelle Leben in der Stadt bereichern.

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