„Mantrailer“ sind der besondere Stolz der Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwaldkreis

„Besonders stolz“ ist die Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwaldkreis nach den Worten ihres zweiten Vorsitzenden Ronny Haker auf ihre vier polizeilich geprüften „Mantrailer“ (Personensuchhunde). Im vergangenen Jahr habe man dazu beigetragen, dass „mehrere vermisste Personen lebend wieder aufgefunden wurden“, betont Haker. Die Rettungshundeteams konnten immer wieder entscheidende Hinweise geben.

„Rettungshundearbeit ist Teamarbeit“, erläutert Haker. So arbeite die Staffel eng mit anderen Hilfsorganisationen und der Polizei zusammen. Es gelte die Devise: „Gemeinsam sind wir stark“. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über ganz Südhessen: Ende Januar war das Team in Michelstadt aktiv, darüber hinaus auch in Mühltal, Mörlenbach, Grasellenbach oder Alsbach. Die Mitglieder stammen sowohl aus den Ried-, Bergstraßen- als auch Odenwaldgemeinden der beiden Landkreise.

Im Frühjahr 2013 von acht Hundeführern und sechs Helfern gegründet, besteht die Staffel mittlerweile aus 25 Mitgliedern mit 22 Hunden. Zu den Mantrailern kommen fünf Flächensuchhunde hinzu. Ausgebildet werden derzeit weitere fünf Flächenteams sowie acht Personensuchhunde. Die Staffel rückt im Durchschnitt zu vier bis fünf Einsätzen pro Monat aus.

Nach ihrer Gründung begann sich die Staffel schnell positiv zu entwickeln, berichtet Ronny Haker. Erste Trainingsgebiete am Melibokus, bei der ZAKB, im Panzerwald oder im Steinbruch Weinheim waren das nächste Glied in der Kette. Mit dem Land Hessen wurde in der Folgezeit laut Haker ein Kooperationsvertrag zur Personensuche unterzeichnet. Seit dieser Zeit sei man auch über die Leitstelle in Heppenheim (112) oder direkt über die Polizei (110) alarmierbar. Hierbei stelle die Rettungshundestaffel – auch überregional – der Polizei kostenlos Suchteams zur Verfügung.

In der Sparte Mantrailing „haben wir bald erste Erfolge erzielt“, ist Haker stolz auf zielgerichtete Arbeit. So wurde im Oktober 2013 der erste Hund bei der Polizei vorgestellt. 2014 wurde das Einsatzfahrzeug „Fridolin“ angeschafft. In 2000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden bauten es die Vereinsmitglieder funktionsfähig um, so Haker. 16 Hundeboxen finden sich nun darin, außerdem eine Treppe und eine Lichtanlage.

Im vergangenen Jahr gab es laut Haker intern einige Veränderungen. „Einige Mitglieder verließen die Staffel und neue kamen hinzu.“ Die interne Struktur sei etwas verändert worden. „Der Teamgeist ist ungeschlagen“ betont er, das „Wir-Gefühl“ sei spürbar und die Qualität des Trainings und der Einsätze sehr gut.

Besonders zu erwähnen sind seinen Worten zufolge der überregionale Kontakt und die sehr gute Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen wie DRK, ASB, THW, Feuerwehren und Polizei. Dazu gebe es auch regelmäßige Einsatzübungen mit diesen anderen Hilfsorganisationen wie etwa die große Übung vom 2. April im Panzerwald, bei der der Ernstfall geübt wurde. Eine weitere Einsatzübung ist in der zweiten Jahreshälfte mit dem DRK Hammelbach geplant.

In den vergangenen zwölf Monaten „wurde die Staffel auf knapp 52 Einsätze alarmiert“, erläutert Haker. In dieser Zeit seien auch 15.000 ehrenamtliche Stunden (Training, Vorführungen, Einsatz, Vorstandsarbeit) geleistet worden. Alle Mitglieder zusammen hätten dabei eine Fahrtstrecke von etwa 75.000 Kilometern zurückgelegt.

„Dies geschieht natürlich alles ehrenamtlich und somit auf eigene Kosten“, betont Haker – weswegen man als gemeinnütziger Verein immer auf Spenden angewiesen sei. Derzeit brächten die Vereinsmitglieder die notwendigen Gelder zu 95 Prozent selbst auf, sagt er. Demnächst stehe etwa die Anschaffung weiterer Schutzkleidung an, um damit neue Mitglieder ausstatten zu können.

„Zusätzlich müssen wir auch die Hunde mit einer Kenndecke und Erkennungsleuchten ausrüsten“, so Haker. Dies sei wichtig für die Vermissten-Suche im Wald und im Stadtgebiet, besonders in der Dämmerung und bei Nacht. „Die Hunde können so als Rettungshunde frühzeitig erkannt werden.“ Das erfolgreiche April-Trainingslager im Hunsrück werde Anfang Oktober wiederholt, blickt Haker nach vorn. Gerne sei man auch in Kindergärten und Schulen zu Gast, „um gerade den jungen Menschen unsere Arbeit mit den Hunden näher zu bringen“.

 

Info: Kontakt Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwaldkreis postalisch: Vorsitzender Harald Fertig, Auf der Au 10, 64625 Bensheim-Gronau; telefonisch: zweiter Vorsitzender Ronny Haker, Mobil 01523-4107980, E-Mail: rhs.ronnyhaker@gmx.de, http://www.rettungshunde-bergstrasse.de

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