Eindrucksvolles Konzerterlebnis mit „Raritäten des Barock“ in der Ersheimer Kirche

„Raritäten des Barock“ hatte das Mannheimer Barockorchester „Concerto EQuadro“ sein Konzert in der Ersheimer Kirche überschrieben. Man hatte nicht zu viel versprochen – wie eine Perlenkette reihten sich die exquisiten Stücke aneinander und glänzten die einzelnen Sätze in der fast vollbesetzten Kapelle. Perfektes Zusammenspiel der beiden Violinsolisten Hiroaki Furukawa und Felicitas Laxa, gleichzeitig Leiterin des Orchesters, und ein homogener Klang, verbunden mit großer Spielfreude und Musikalität des Orchesters, ergaben ein eindrucksvolles Konzerterlebnis.

In der im Kirchensonatenstil komponierten Sinfonia g-moll des am Wiener Hof komponierenden Franz X. Richter (1709-1789) erklang nach dem von den Bässen getragenen einleitenden Adagio eine strenge Fuge mit absteigendem, teilweise chromatischem Thema, die zuletzt in einem breiten dramatischen Finale mündete. Das folgende träumerische Andante und das kurze, furiose fugierte Presto waren stilistisch abgesetzt, so dass das spielerische Rokoko über den strengen Barock das letzte Wort hatte.

Im Concerto für Violine G-Dur (TWV 51:G7) begann das Andante mit Telemann’scher Gemütlichkeit, in der der Vielschreiber eher seine kompositorische Routine spielen ließ. Doch dann zeigten die folgenden Sätze mit echoreichem Wechselspiel und virtuosen Passagen barocken Glanzes den Einfallsreichtum des Komponisten. Eine Steigerung erbrachte nochmals das Violin-Doppelkonzert G-Dur, das sogenannte Darmstädter Konzert, in dem er sein ganzes kompositorisches Können präsentierte.

Virtuose Solopassagen kontrastierten hier zum jeweils klanglich veränderten Wechselspiel des Orchesters. Nach einer Pause folgten mit vier Konzerten von Evaristo F. Dall’Abaco (1710-1742) die Vielfalt und Klangfarben des italienischen Barocks. Mit bravourösen Solopassagen, Seufzermotiven, Fugati und Echoeffekten zeigte das Orchester nochmals sein hervorragendes Können. Die raffiniert komponierten Ecksätze der dreisätzigen Concerti kontrastierten hier mit den getragenen, langsamen Mittelsätzen, in denen die melodiösen Soloviolinen den Pizzicati der Streicher oder den Bass-Continuo-Instrumenten gegenüberstanden.

Die große Spielfreude der Musiker fand ihren Widerhall im begeisterten Beifall des Publikums. Man hätte gerne noch weiter zugehört. Der Förderverein Klosterkirche Hirschhorn kann mit diesem besonderen Konzerterlebnis auf einen gelungenen Start der beginnenden Saison in den Hirschhorner Kirchen zurückblicken. Noch diesen Monat starten die Ausklangkonzerte, am Karmelfest findet das Wandelkonzert statt.

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