Treppensanierung am Hirschhorner Bahnhof soll nicht erst im Spätjahr sein

„Äußerst unbefriedigend“ ist der Fahrplan für die Treppensanierung am Hirschhorner Bahnhof, wurde in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung deutlich. Denn die soll nach aktuellem Stand der Ingenieursplanung erst ab der 37. Kalenderwoche Mitte September in Angriff genommen werden. Fertigstellung wäre dann Ende Oktober. Die Verwaltung will sich damit aber nicht zufrieden geben und strebt zügigere Bauarbeiten an.

Die normale Treppe vom Bahnsteig 1 hoch auf die Michelberg-Brücke war im November vergangenen Jahres wegen ihres schlechten baulichen Zustands – zusammen mit abgeplatztem Beton und gerosteter Stahlarmierung – auf Gutachterrat von jetzt auf nachher gesperrt worden. Mitte Januar hatte eine Fachfirma innerhalb von eineinhalb Tagen eine sogenannte „Fluchttreppe aus Gerüstelementen“ installiert, die hinter dem Aufzug von der Gleisebene hinauf auf die Brücke führt. Denn der Aufzug hatte sich im Winter immer wieder als störanfällig erwiesen. Darüber hinaus hatten einige lebensmüde S-Bahn-Fahrer den Weg zum Zug über die Gleise genommen.

13.000 Euro sollte die Nottreppe die Stadt  bis April kosten. Weil sie nun ein halbes Jahr länger stehen bleiben muss, kommen noch einmal etwa 5000 Euro hinzu. Wenn man schon die eine Treppe von Gleis 1 hoch zur Brücke saniert, will man auch gleich die kleineren Schäden an der zweiten Treppe auf der Michelberg-Seite mit erledigen. Doch an deren Unterhaltskosten ist die Bahn – im Gegensatz zur Stadtseite – vertraglich mit 50 Prozent beteiligt, weswegen sie für die Beauftragung der Reparatur auch unterschreiben muss.

Eine Sperrung ist aktuell nicht zu befürchten, auch wenn es ein ähnliches Schadensbild gibt. Tenor im Stadtparlament war im Frühjahr, dass es keinen Sinn macht, in ein paar Jahren wieder neu (mit zusätzlichen Kosten) anzufangen, wenn man jetzt sowieso eine Spezialfirma vor Ort habe. Insgesamt beläuft sich die Kostenschätzung des Ingenieurbüros für die Reparatur beider Treppen auf etwa 120.000 Euro. Davon muss die Stadt zirka drei Viertel tragen.

In der Bürgerfragestunde hatte Georg Bannert wieder einen Zebrastreifen an der Sporthalle ins Gespräch gebracht. Der war bisher von den Behörden aufgrund der fehlenden Autozahlen immer abgelehnt worden. „Auch wenn die Verkehrszählung nicht reicht, fände ich es wichtig, wenn die Stadt ihn auf eigene Rechnung aufbringen würde“, so Bannert.

„Wir sind alle für den Zebrastreifen“, sagte der inzwischen aus dem Amt geschiedene Bürgermeister Rainer Sens. Die Kosten könne man etwa von der Herstellung in der Neckarsteinacher Straße abschätzen. Allerdings hänge eine Verwirklichung an den Finanzen und müsse in den Haushaltsberatungen besprochen werden.

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