Investitionen von 439.000 Euro werden in Beerfelden von Bund und Land gefördert

Wenn eine Stadt aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP) gleich Fördermittel für Projekte von 439.000 Euro erhält, dann ist das zur Übergabe der Förderbescheide auch einen Besuch des Staatssekretärs wert. Thomas Metz aus dem hessischen Justizministerium war in die Stadt am Berge gekommen, um insgesamt neun Bescheide an Bürgermeister Gottfried Görig zu überreichen. Metz kennt als ehemaliger Beigeordneter im Kreis Bergstraße und Stadtverordneter von Lorsch die kommunale Materie aus eigener Anschauung.

Die städtische Kindertagesstätte „Abenteuerland“ in der Gammelsbacher Straße bekommt neue Akustikdecken einschließlich einer Wärmedämmung. Auch wird die vorhandene Beleuchtung in energiesparende ausgetauscht. Kita-Leiterin Jutta Grünberg freute sich über die geplante Investition in Höhe von 51.000 Euro, die noch in diesem Jahr verwirklicht werden soll.

Der Stadtteil Hetzbach kommt im Förderprogramm gut weg. Gleich drei Mal fließen Mittel in den Ort. Zum einen wird die Sanierung von Asphaltwegen auf dem Friedhof in der Brückenstraße gefördert (Kosten von 33.500 Euro). Zum anderen gibt es Gelder für die Renovierung des Sanitärgebäudes auf dem städtischen Campingplatz (neben dem Freibad). Diese Maßnahme soll 50.000 Euro kosten. Und zum dritten wird die energetische Sanierung des Feuerwehrhauses am Wolfsbuckel bezuschusst. Letztere schlägt mit 53.300 Euro zu Buche.

Hier werden die alten elektrischen Nachtspeicheröfen entfernt, wird eine Gastherme eingebaut, es gibt eine Wärmedämmung der Außenwände sowie einen Austausch der Fenster und Haustüre. Stadtbrandinspektor Bernd Ihrig und der Hetzbacher Wehrführer Jürgen Freudel freuten sich ebenso wie Walter Gerbig darüber, dass die lang ersehnten Arbeiten nun in Angriff genommen werden können. Sie sollen noch 2016 beginnen.

Dass nun Gelder von 20.000 Euro für die Instandhaltung von Wegen auf dem Friedhof Gammelsbach vorhanden sind, nahm Ortsvorsteher Gerhard Reinschild gerne zur Kenntnis. Um die Beantragung dieser und weiterer Maßnahmen kümmerten sich im Rathaus Sonja Eckert und Bauamtsleiter Peter Bauer. Dazu zählen außerdem: Austausch der Ölheizung im Dorfgemeinschaftshaus Olfen (17.500 Euro), Austausch der Rolltore im Bauhof (35.000 Euro), als größter Brocken die energetische Sanierung des städtischen Wohnhauses Friedhofsweg 19 (141.000 Euro) und die Oberflächenbehandlung Dieselstraße (38.000 Euro).

Weil’s so ein schöner Anlass war, dass mehrere hunderttausend Euro nach Beerfelden fließen, waren auch der Erste Stadtrat Horst Kowarsch, Stadtverordneten-Vorsteher Hans-Jürgen Löw und Landtagsabgeordneter Rüdiger Holschuh mit am Tisch. Die energetischen Sanierungen werden zu 90 Prozent über Bundesmittel abgedeckt, die das Land zu zehn Prozent kofinanziert. Hier bleibt also bei der Stadt praktisch nichts an Eigenmitteln hängen.

Anders ist es beim Landeszuschuss für vor allem bauliche Maßnahmen. Bei diesem Programm hat die Kommune 20 Prozent der Tilgung für das benötigte Darlehen über 30 Jahre zu zahlen. 80 Prozent übernimmt das Land. Dazu kommt nach den ersten zehn Jahren, in den das Land die Zinskosten ganz übernimmt, erst ein Jahrzehnt eine anteilige und nach weiteren zehn Jahren eine Komplettübernahme des Zinsdienstes durch die Gemeinde.

Metz freute sich über die „schöne Runde“, wenn Vertreter von den geförderten Projekten mit am Tisch säßen. Insgesamt würden in Hessen eine Milliarde Euro an KIP-Landes- und Bundesmitteln in die Kommunen fließen, erläuterte er. Während der Bund Gelder nur für einen begrenzten Maßnahmenkatalog lockermache, könnten alle 447 Kommunen Landesmittel etwa für Bildungs-, Mobilitäts- oder Bauprojekte beantragen. „Damit stärken Sie die Infrastruktur Ihrer Stadt ganz gezielt“, meinte Metz.

Das Maßnahmenpaket in Beerfelden wertete er als „ganz spannende Zusammenstellung“. Es könnten nun Dinge verwirklicht werden, „die man seit Jahren vor Augen hatte“. Gelder seien an diesen Stellen „sehr gut angelegt“, so der Staatssekretär. Er hob den Schwerpunkt bei der energetischen Sanierung heraus.

Staatssekretär Thomas Metz sprach auch den Bürgerentscheid über die Fusion an. Dass die Einwohner der Oberzent das Projekt in dieser Eindeutigkeit mitgetragen hätten, sei „etwas Außergewöhnliches“. Bürgermeister Gottfried Görig, der sich über die Förderbescheide freute, meinte, dass der Zusammenschluss sicher das eine oder andere erleichtere, aber man könne weiterhin „nicht aus dem Vollen schöpfen“. Die Fusion werde die Gemeinden nicht davon befreien, „sich immer nach der Decke zu strecken“. Man werde zwar finanziell besser gestellt, „aber wir müssen schauen, wie man die Gelder sinnvoll einsetzt“.

Zwischen Görig, Metz und Holschuh entwickelte sich im Anschluss noch ein angeregtes Gespräch über die kommunalen Aufgaben in den kommenden Jahren. Dabei ging es unter anderem um die demographische Entwicklung, aber auch die Ärztesituation auf dem Land. Görig machte hierbei deutlich, dass die Haus- und Facharztversorgung in der Stadt nach wie vor Kopfschmerzen bereite. Man wolle den Bürgern möglichst kurze Wege ermöglichen. Allerdings sei es nicht immer einfach, junge Ärzte „aufs Land“ zu locken, meinte der Bürgermeister.

beerfelden-friedhof-gammelsbach (1) - Kopie beerfelden-gebäude-friedhofsweg - Kopie

Advertisements