Aktionstag „Lebendiger Neckar“ ging in Hirschhorn in die Verlängerung

Am Schluss ist das Wetter dann so gut, dass die vielen Gäste gar nicht mehr gehen wollen. Flugs wird beim „Lebendigen Neckar“ an der Hirschhorner Slipanlage das Programm um eine Stunde auf 18 Uhr verlängert. Arnt Heilmann, Vorsitzender des veranstaltenden Gewerbevereins, geht an die Stände rund herum und teilt den Teilnehmern die frohe Botschaft mit. Denn die vielen Sitzgarnituren auf dem Platz sind zu dieser Zeit noch bis zum Anschlag besetzt, keiner möchte jetzt, wenn die Sonnenstrahlen wärmen, nach Hause gehen.

Nicht nur wegen des guten Sitzfleischs der Besucher zog Heilmann ein sehr positives Fazit des Aktionstags. „Das hätte nicht besser laufen können“, bilanzierte er. Und war mehr als froh darüber, dem angekündigten schlechten Wetter und möglichen Hochwasser die Stirn geboten zu haben. „Mitte der Woche haben wir beschlossen es durchzuziehen“, so Heilmann. Als einzige Aktion fiel lediglich das Schnupperpaddeln des Skiclubs dem etwas ungestümeren Fluss zum Opfer, der aber trotzdem brav in seinem Bett blieb.

Der Angelsportclub hatte durch zu wenige Fische zum Räuchern am Haken, weshalb der Verein nicht in bewährter Manier seine Ware anbieten konnte. FCH und Motorsportclub sprangen aber mit ihren kulinarischen Angeboten in die Bresche, die auf großen Zuspruch der Besucher stießen. Gewerbeverein und Tourist-Info versorgten die Nachmittagsgäste mit Kaffee und Kuchen, Eisperle Corinna Lauer hatte ein Teil ihres leckeren Angebots aus Langenthal an den Neckar gebracht.

Gewerbetreibende, Vereine und die Stadt Hirschhorn hatten aufs Neue zum beliebten Aktionstag eingeladen. Und profitierten beim guten Zuspruch auch von der Absage in Eberbach, weswegen man mehr Zuschauer aus der badischen Umgebung als sonst begrüßen konnte. „Wir haben auch ein wenig in Eberbach Werbung gemacht“, schmunzelte Heilmann, „da bei uns die Veranstaltungen unabhängig vom Wasserstand laufen können“.

Gerne angenommen wurde aufs Neue die Bimmelbahn, die zwischen der Slipanlage und der historischen Altstadt verkehrte und auf der Stadtführer den Mitfahrenden Wissenswertes über Hirschhorn vermittelten. In Zusammenarbeit mit den Gastronomiebetrieben war ihre Finanzierung möglich gewesen. Für viel Hallo sorgte die Mitfahrt der Allemühler Blasmusik, die nach ihrem Konzert auf der Bühne die Instrumente packte, sich in die Bahn schwang und fröhlich musizierend durch die Stadt fuhr.

Auf der Aktionsfläche selbst sorgten auch die King-Brothers mit bekannten Hits für Unterhaltung. Auch Interpreten der Musikschule Hirschhorn mischten mit. Die DLRG bot zur Freude nicht nur vieler Kinder ihre traditionellen Bootsfahrten an. Esther Zimmermann von „ARTistica“ zeigte Ballonmodellage und war von Kindern umlagert, das Casa Reha verkaufte von den Bewohner selbst hergestellte Sachen.

Dr. Ulrich Spiegelberg von den Langbeinfreunden präsentierte historische Fotos zur besonderen Bedeutung des Neckars für Hirschhorn. Nach Original-Vorlagen hatte Künstlerin Evelyn Christoffers zwei lebensgroße Figuren auf Holz gemalt. Das Gesichtsfeld der Figuren war offen und so konnten sich die Besucher mit seinem eigenen Konterfei als Adliger von Hirschhorn fotografieren lassen. „Das bereitete ganz viel Freude und wurde sehr gut angenommen“, berichtete Hans-Jürgen Waibel.

Monika Hofmann ergänzte einen historischen Gesellenbrief mit persönlichen Daten des jeweiligen Gastes in Sütterlin-Schrift. Das Dokument wurde noch mit einem Zunftsiegel auf Wachs versehen. Auch reizvolle alte Ansichten von Hirschhorn wurden als Post- oder Grußkarten angeboten. Als oberster Richter des Hirschhorner Hochgerichtes war „Ritter Friedrich“ allgegenwärtig.

Hans-Jürgen Waibel in seiner Paraderolle war gerne gesehener Ansprechpartner für Interessierte aus nah und gern und inspizierte mit Sorgfalt die historischen Waffen des Vereins „Kampfhus“, der sich erstmalig beim „Lebendigen Neckar“ vorstellte und mit seinen Kampf-Vorführungen auf viel Resonanz traf. Kampfkunst und Turnierfechten als Sport stehen bei den Vereinsaktivitäten im Mittelpunkt, so Trainer und Vorsitzender Heiko Schuster. Zusammen mit Michael Seifert erläuterte er den Interessierten die diversen Kleidungsstücke und Waffengattungen.

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