„Tag der Religionsstifter“ in Hirschhorn: Es gilt die Schönheit aller Religionen zu entdecken

Zum „Tag der Religionsstifter“ hatte die Hirschhorner Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde eingeladen. Thema war im Rathaus der „Umgang mit der Schöpfung Gottes“. Dazu waren drei Geistliche der großen Weltreligionen zusammengekommen: Jörg Awischus, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, Pater Joshy George Pottackal, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde, und Imtiaz Ahmad Shaheen, Imam und Theologe der Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland.

Nach einer Rezitation aus dem Koran von Aleem Skeikh, die er auch in deutscher Übersetzung vortrug, begrüßte der Erste Stadtrat Karlheinz Happes die Gäste. Er dankte der Hirschhorner Ahmadiyya-Gemeinde für ihr Engagement im städtischen Leben wie etwa bei der Unterstützung der Aktion saubere Landschaft. Schon vor zwei Jahren habe ein „Fest der Religionen“ stattgefunden, so Happes. Ein Abend wie der jetzige „führt zum Kennenlernen, baut Vorurteile ab und Verständnis auf“, sagte der Erste Stadtrat. Er stellte den Besuchern im Anschluss Hirschhorn vor.

Pfarrer Awisches leitete seine Worte mit einer Sure aus dem Koran ein, in der zum Ausdruck komme, dass sich der Glaube sehr unterschiedlich ausdrücke. Wenn drei Religionen ins Gespräch kämen, müsse es gegenseitiges Verständnis geben, aber auch Respekt gegenüber den Unterschiedlichkeiten. Es gelte, so der Pfarrer, „die Schönheit aller Religionen zu entdecken“. Ähnlich äußerte sich auch Pater Joshy.

Imam Imtiaz Ahmad Shaheen machte zunächst deutlich, dass Gott im Koran nicht einen bestimmten Menschen bevorzuge, sondern es Gottesfurcht und Gerechtigkeit seien, die vor ihm am angesehensten sind. Der Imam ging auf unterschiedene Aspekte im Umgang mit der Schöpfung ein und führte dafür praktische Beispiele aus dem Leben des Propheten Muhammad an, der im Koran als Vorbild beschrieben werde. Der Prophet habe die Muslime immer wieder dazu ermahnt, einen sorgsamen Umgang mit der Schöpfung Gottes zu pflegen und habe dies auch selbst vorgelebt.

Sei es im Umgang mit den Einwohnern von Mekka, die den Propheten verfolgten, schlugen und aus der Heimat verjagten, denen er aber bei seiner Rückkehr nach Mekka verzieh. Oder seien es die Juden und Christen in Medina, denen Muhammed seinen Respekt entgegenbrachte und beispielsweise eine christliche Delegation in seiner Moschee ihren Gottesdienst verrichten ließ. Auch der fürsorgliche Umgang mit den Benachteiligten der Gesellschaft wie Armen, Waisen oder Behinderten werde den Muslimen nahegelegt.

Die Ahmadiyya-Gemeinde, die den Gründer Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad als den Verheißenen Messias und Mahdi anerkennt, versucht unter der spirituellen Leitung des Kalifen und Oberhauptes Hadhrat Mirza Masroor Ahmad mit dem Slogan „Liebe für alle, Hass für keinen“ weltweit dieses Vorbild des Propheten wiederzubeleben, zu leben und für Frieden in der Welt zu sorgen.

Advertisements