Viele kleine „Carusos“ in der Rothenberger Kindertagesstätte

Erst durfte sich die Kindertagesstätte mit dem „Felix“ schmücken, jetzt sind viele kleine glückliche „Carusos“ unterwegs: Die Kita „Himmelsauge“ erhielt die begehrte Auszeichnung des deutschen Sängerbundes für gesangliche Erziehungsleistung. Voraussetzung für den Erhalt, dass Lieder ganz selbstverständlich im Tagesablauf verankert sind und die Erzieherinnen eine Fortbildung absolviert haben. Beides war im Rothenberger Fall gegeben, weswegen die Kita jetzt den selten vergebenen Titel erhielt.

Wie Kita-Leiterin Andrea Koch erläuterte, sind die Anforderungen für die „Carusos“ um einiges umfangreiches als für die Vorgänger-Auszeichnung „Felix“, die von der hessischen Chorjugend vergeben wurde. „Wir singen gleich im Morgenkreis“, machte sie deutlich, dass die Musik eine große Rolle im Kindergartenalltag spielt. Zu den dort behandelten Themen versuchten die Erzieherinnen darüber hinaus immer die passenden Lieder zu finden.

Koch ist eine große Verfechterin des Singens in der Kindertagesstätte. „Die Lieder wecken das Gemeinschaftsgefühl“, erläuterte sie. Und seien darüber hinaus „die beste Sprachförderung“. Das „Himmelsauge“ habe sich um diese Auszeichnung beworben und bekam dann „einen Trainer zugeteilt“. Das war in diesem Fall Maria Löhlein-Mader, Präsidiumsmitglied des deutschen Chorverbands und Vizepräsidentin des badischen Chorverbands aus Mörlenbach.

Die Chor-Frau „machte die Überprüfung, ob wir Caruso-tauglich sind“, schmunzelte Koch. Dazu führte sie einen Nachmittag lang eine Fortbildung mit allen sieben Erzieherinnen durch. Wichtig hierbei: das Singen in kindgerechter Stimmlage, „weil die Erwachsenen zu tief singen“. Denn der richtige Ton ist laut Koch von Bedeutung, „wenn man die Stimmen von Kindern schulen will“.

Bei der Fortbildung ging es weiterhin um das Kennenlernen der kindlichen Singstimmen, die Auswahl der richtigen Lieder und das Finden der passenden Tonlage durch Klavier, Gitarre oder Klangstab. Mit der Auszeichnung „Die Carusos – jedem Kind seine Stimme“ könnten sich aktuell wenige Kindergärten im Kreis schmücken, meinte Koch. Deshalb sei man in Rothenberg mit seinen 52 betreuten Kindern vom Einjährigen bis zum Schulanfänger sehr stolz darauf.

Löhlein-Mader betonte ebenso wie Werner Schupp vom hessischen Sängerbund, der auch zur Überreichung gekommen war, die Wichtigkeit des gemeinsamen Singens schon im Kindergartenalter. „Sonst verkümmert es“, war der Tenor der beiden Chor-Funktionäre – und später bekämen die Gesangvereine noch mehr Nachwuchssorgen.

Für Koch ist die Präsenz von Musik im Kita-Alltag etwas „Rothenberg-typisches“. Denn das Höhendorf ist „voll von Gesang- und Musikvereinen“ und habe eine ebenfalls ausgezeichnete „musikalische Grundschule“. Die Grundlage dafür „wird im Kindergarten gelegt“, so die Leiterin. Das Caruso-Zertifikat gilt bis 2019, dann findet eine Überprüfung statt. Bis dahin empfängt das entsprechende Türschild jetzt Erzieherinnen, Eltern, Kinder und Besucher.

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