SV Sandhausen zu Gast in Finkenbach: Großer Fußball lässt das Ergebnis zur Nebensache werden

Natürlich war das Ergebnis nebensächlich, auch wenn das eine oder andere Mal etwas über die 0:15-Klatsche geflachst wurde. Ein „War doch ganz knapp“ oder „Hätte genauso gut andersrum ausgehen können“ schwirrte nach dem Freundschaftsspiel des FC Finkenbachtal gegen die Zweitliga-Mannschaft des SV Sandhausen durch die Zuschauermenge. Der FCF hatte sich und seinen Fans zum 70. Jubiläum das größte Geschenk selbst gemacht und den Fußball-Bundesligisten in den Odenwald geholt.

Und die Resonanz war sehr groß: Zwischen 400 und 500 Besucher dürften es gewesen sein, die sich diese Fußball-Demonstration höchster Güte nicht entgehen lassen wollten. Der Auftritt einer solch hochkarätigen Mannschaft hat bei den Finkenbachern im zehnjährigen Turnus schon eine gewisse Tradition. Vor 20 Jahren, zum 50-jährigen Bestehen des Vereins, war der SV Waldhof Mannheim mit dem legendären Trainer Klaus „Schlappi“ Schlappner zu Gast, vor zehn Jahren die A-Jugend des VfB Stuttgart, mit Andreas Beck und Semi Khedira damals gerade deutscher Meister.

Damit fürs Jubiläum alles glänzte, hatten die FCF-Aktiven in den Wochen vorher kräftig am Erscheinungsbild des Vereinsheims gewerkelt und auch das Außengelände auf Vordermann gebracht. Natürlich wollte man sich zum Festtag im besten Licht präsentieren. Denn das Spiel lockte auch zahlreiche Zuschauer von außerhalb an. Die kamen aus dem Neckartal, aus dem Überwald oder sogar aus Sandhausen ins Finkenbachtal, um sich dieses sportliche Highlight nicht entgehen zu lassen.

Die Hardtwald-Truppe ist in Rothenberg mit seinen Ortsteilen keine Unbekannte. Im vergangenen Jahr gab es bereits ein Fußballcamp für die Jugendlichen in Finkenbach, bei dem U23-Trainer Kristjan Glibo dabei war. Dieses Jahr findet ein solches Camp am 21. und 22. Juli in Rothenberg statt, erläuterte Jugendleiter Bernd Siefert. Der moderierte auch die Partie und hatte somit bei 15 Toren des Öfteren etwas anzusagen. „Für das Freundschaftsspiel haben wir uns dann aber offiziell beworben“, meinte Siefert.

Dass allerdings die Stadionanzeigetafel an ihre Grenzen stoßen würde, wie einige Gäste augenzwinkernd befürchteten, passierte dann doch nicht. Nach dem 0:8-Halbzeitrückstand fielen nicht mehr so viele Treffer nach der Pause, dass die 19 voll geworden wären. Danach geht nämlich auf der Anzeige nichts mehr.

Ein positives Fazit zog der zweite FC-Vorsitzende Armin Löffler nach dem Abpfiff. Die Sandhäuser seien „gut bestückt mit Bundesligaspielern“ angetreten. Von den Besuchern habe er eine sehr gute Resonanz bekommen. Und überhaupt freute er sich, dass der FCF mit diesem Event so viele Gäste aus der ganzen Umgebung anzog. Auch der Vorsitzende Gerd Brechenser war mit dem Verlauf des Tages vollauf zufrieden.

„Natürlich merkt man den großen Klassenunterschied“, bewertete Siefert das Spiel. Wenn der SVS das Tempo anziehe, „schauen unsere Jungs hinterher“. Für die eigenen Aktiven sei eine solche Partie aber „ein unvergesslichen Erlebnis“. Laut dem sportlichen Leiter Helmut Ripperger will der FCF auch in der neuen Runde den seit fünf Jahren anhaltenden positiven Trend weiter fortsetzen. Man wolle in diesem Jahr den eigenen Platz in der Liga weiter festigen, auch wenn es „sehr starke Konkurrenz gibt“.

Die Rückmeldungen aus der Zuschauermenge waren durchweg begeistert: Gemeindevertreter-Vorsitzender Horst Schwinn freute sich über ein „ansehnliches Spiel“ und die große Besucherzahl dafür. Dirk Heckmann sah das Positive einer „schönen Vorbereitung“ für den SVS: nämlich im Odenwald eine ganz besondere Fußball-Begegnung verfolgen zu dürfen. Und Beigeordneter Walter Braner wollte die Gelegenheit nutzen, eine Bundesliga-Mannschaft aus nächster Nähe verfolgen zu dürfen. Er sei schon vor 20 Jahren dabei gewesen, als die Waldhof-Buben unter „Schlappi“ mit 14:4 in Finkenbach gewannen, so Braner.

Bürgermeister Hans Heinz Keursten freute sich „über die Attraktion für den Ort“. Sicherlich könne sich der eine oder andere von den Profis etwas abschauen und vielleicht in der kommenden Runde einsetzen. Auch abseits des Spielfeld waren die Sandhäuser Spieler „heiß begehrt“: Kinder und Jugendliche ließen sich von ihnen begehrte Autogramme geben. Außerdem stiftete der Zweitligist noch zwei Tribünenkarten für das Auftaktspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Die gingen ebenso in den Tombola-Pool wie das Freibierfass. Um die 40 Vereinshelfer sorgten außerdem rund um die Partie für das Wohl der Gäste oder waren an der Organisation beteiligt.

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