Beerfeldener Hallengebühren sollen erst im Zuge der Fusion auf die Tagesordnung

Die städtischen und kreiseigenen Hallen werden den Beerfeldener Sport- und Kulturvereinen vorerst nicht kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Stadtverordneten-Versammlung wandte sich gegen einen Antrag der ÜWG, nachdem der Odenwaldkreis sie zur außerschulischen Nutzung freigegeben hatte. Hauptgrund war, dass man im Zuge der Oberzent-Fusion keine Fakten schaffen wollte, die dann wieder neu verhandelt werden müssten. Das Gremium war sich aber einig, die Gebühren für die Kreishallen auf den Stand von 2012 zurückzusetzen.

Ausschussvorsitzender Erwin Körber (SPD) erläuterte die Vorberatungen und Hintergründe. Demnach seien 2003 die städtischen an die damaligen Kreisgebühren für Hallen angepasst worden. Diese aber wurden Anfang 2013 und Mitte 2014 erhöht. Den Kommunen sei damals angeboten worden, die Sporthallen in den außerschulischen Zeiten gegen Erstattung der neuen Entgeltsätze zu übernehmen und selbst zu entscheiden, welche Gebühren den Vereinen in Rechnung gestellt werden.

Geschah dies nicht, so Körber, dann berechnete der Kreis noch einen Verwaltungskostenzuschlag von zehn Prozent als top obendrauf. Trotzdem habe sich die Stadtverordneten-Versammlung Ende 2012 gegen eine Übernahme ausgesprochen. Im März 2015 habe dann der TV Beerfelden beantragt, dass dies doch erfolgen solle, um den örtlichen Vereinen diese Kosten zu ersparen. Da sich aber eine Änderung abzeichnete, habe man darüber bislang nicht entschieden.

Der Kreistag habe dann Anfang des Jahres den Beschluss gefasst, die Nutzungsmöglichkeit außerhalb der Schulzeiten kostenfrei an die Kommunen zu übergeben. Fehlende Mittel würden über die Schulumlage refinanziert. Von Bürgermeister Gottfried Görig kam in der Ausschusssitzung die Anregung, die Beratungen zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen, um in der Oberzent zu einer einheitlichen Regelung zu kommen. Zwischenzeitlich sollte eine Angleichung an die Gebühren für die städtischen Sporthallen erfolgen.

Seitens der SPD-Fraktion gab es darüber hinaus den Wunsch, die Vereinsförderrichtlinien der Stadt zu ändern. Die eingenommenen Benutzungsgebühren sollten im Rahmen der Vereinsförderung wiederum allen Organisationen zugutekommen, so der Wunsch. Darüber hinaus wurde auch angesprochen, dass man sich Gedanken über die Vereine machen solle, die ihre Aktivitäten etwa auf eigenen Sportplätzen durchführten. Auch diese seien zu berücksichtigen.

Für die ÜWG war Fraktionssprecher Chris Poffo mit dem Kompromissvorschlag einverstanden. Dieser wurde ebenso einstimmig verabschiedet wie der SPD-Wunsch, die Vereinsförderrichtlinien im laufenden Jahr zu überarbeiten.

Demnächst wird es einige Ehrungen für verdiente Kommunalpolitiker geben. Mandatsträger, die mindestens 20 Jahre ihr Amt ausgeübt haben, bekommen dann Auszeichnungen. Ehrenstadtrat soll Heinrich Ihrig werden, Ehrenstadtverordnete Franz Birke, Heinrich Braner, Irene Schmidt und Günter Vay. Traudel Schnur und Gerhard Uhrig sollen zu Ehrenmitgliedern des Ortsbeirats ernannt werden. Die Entscheidung dafür viel einstimmig.

Kenntnis nahm das Kommunalparlament vom Stand des Haushaltsvollzugs zur Jahresmitte. Die darin präsentierten Zahlen lassen darauf schließen, dass die jeweiligen Ansätze mit kleinen Ausschlägen nach oben oder unten erreicht werden. Ein Kassenkredit musste bisher nicht aufgenommen, auch für Investitionen musste sich die Stadt kein Geld leihen. Der Bericht listet einen Finanzmittelbestand zum 30. Juni von 1,7 Millionen Euro auf.

In ihrer Genehmigung des Haushalts 2016 bezeichnet die Kommunalaufsicht die Beerfeldener Haushaltslage „fortwährend als gefährdet und weiterhin konsolidierungsbedürftig“. Mögliche Verbesserungspotenziale sollten ständig ausgelotet werden. Im Friedhofs- und Bestattungswesen sieht die Aufsichtsbehörde die Notwendigkeit, alsbald eine Kostendeckung anzustreben.

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