Bernhild Hofherr wurde als Leiterin der Beerfeldener Oberzent-Schule in den Ruhestand verabschiedet

Großer Bahnhof für eine verdiente Schulleiterin: Nach mehr als 40 Jahren im öffentlichen Dienst wurde Bernhild Hofherr jetzt an der Oberzent-Schule mit einer Feier in den Ruhestand verabschiedet. Leitender Schulamtsdirektor Bernd Rippert stellte gleichzeitig ihren Nachfolger vor, der zum 1. August die „Amtsgeschäfte“ übernimmt: Bernd Siefert, seit 2001 Lehrer und derzeit Rektor an der Beerfeldener Schule.

In sehr persönlich gehaltenen Worten beleuchtete Hofherr ihre berufliche Laufbahn und band dabei auch immer die Personen mit ein, die sie auf dem jeweiligen Weg begleitet hatten. Zahlreiche dieser ehemaligen Weggefährten waren auch zur Verabschiedung gekommen und fanden sich in der Rede ein ums andere Mal wieder. 22 Jahren als Lehrerin an der Eberbacher Realschule schloss sich für Hofherr ein Intermezzo in Waibstadt an, ehe sie 2007 an die Oberzent-Schule wechselte.

Die scheidende Schulleiterin blickte auf „eine aufregende gemeinsame Zeit“ zurück. In den vergangenen Jahren habe es eine Welle von Pensionierungen und Veränderungen gegeben. Nach den Schulinspektionen habe die innere Entwicklung angestanden. Auch wurde laut Hofherr die Schulsozialarbeit neu aufgestellt, der inklusive Unterricht entwickelte sich weiter. Gleichzeitig gab es viele Baumaßnahmen. Als wegweisend für ihre Arbeit kennzeichnete sie die Teilnehme an einer Fortbildung mit Norm Green.

„Seien Sie mutig, machen Sie mit, lassen Sie sich auf Neues ein“, rief Hofherr ihren (ehemaligen) Kollegen zu. Denn vor kurzem sei man die größte Herausforderung angegangen: das neue Konzept für die Jahrgänge 5 und 6. Von Eltern, Schülern und Lehrkräften habe es darauf eine sehr positive Resonanz gegeben. Dass ein Gesamtelternbeirat zu einem einstimmigen Ergebnis bei einer Abstimmung gekommen sein „und dass wir vor dem Hintergrund der Veränderung deutlich mehr Anmeldungen erhalten haben“, zeige den guten Weg der Schule.

Rippert bezeichnete Hofherr als „dynamische Führungspersönlichkeit“. Sie habe immer viel angestoßen und die Schule durch ihre Impulse zu einer IGS „mit einem breit gefächerten Bildungsangebot entwickelt“. Damit habe die scheidende Schulleiterin einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, junge Menschen für ihr späteres Leben zu qualifizieren. Sie habe sich mit „Selbstbewusstsein, Bescheidenheit und Sensibilität“ in die schulische Arbeit eingebracht, lobte der Schulamtsdirektor.

Rippert hob hervor, dass Hofherr wegen ihrer unkomplizierten und freundlichen Umgangsformen sowie ihrem Fach- und Sachwissen vom Kollegium geschätzt werde. Sie habe mit einer „positiven Wirkung der natürlichen Autorität“ agiert. Der Direktor hob den „unermüdlichen Einsatz für die Schule hervor“. Für Hofherr habe Stillstand stets Rückschritt bedeutet, meinte er vor der Überreichung der Urkunde.

Kreisbeigeordneter Oliver Grobeis meinte an Hofherr gewandt: „Ich hoffe, du hattest neun tolle Jahre hier.“ Das Projekt einer gemeinsamen Oberzent-Stadt habe seinen Anfang an der Schule genommen, sagte er. Denn die sei schon immer von den Schülern der vier beteiligten Kommunen besucht worden.

Erster Stadtrat Horst Kowarsch lobte die „menschlich sehr angenehme, zielgerichtete und produktive Zusammenarbeit“. Die Schule sei ein Aushängeschild für den südlichen Odenwaldkreis, betonte er. Man habe gemeinsam erreicht, dass das Hallenbad auf dem neuesten Stand sei, freute sich Kowarsch. Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Ihrig, selbst ehemaliger Oberzent-Schüler, schmückte seine Grußworte mit vielen persönlichen Anmerkungen. Er sprach stellvertretend für die Sponsoren, die dann einspringen, „wenn es um Projekte in den Schulen geht“.

Weitere Grußworte gab es von Ingrid Burow-Hilbig für die Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule (GGG), Heidi Domack für den Personalrat, Frau Wimmer für den Elternbeirat, Janis Ihrig für die Schülervertretung und vom stellvertretenden Schulleiter Dirk Konrad. Außerdem waren die Leiter der weiterführenden Schulen im Odenwaldkreis mit einem Musikbeitrag dabei: Heidi Adam, Natalie Bristoyannis, Kirsten Gebhard-Albrecht, Gunter Eckart, Wilfried Schulz und Dieter Weis traten dabei auf. Für die musikalische Umrahmung auf dem Klavier sorgten David Krahl und Esther Wilka sowie die Lehrerband.

Bernd Siefert als neuer Schulleiter „tritt in große Fußstapfen“, meinte Leitender Schulamtsdirektor Bernd Rippert zu Hofherrs Nachfolger. Doch er hege keinen Zweifel, dass dieser mit seinem „konzeptionellen Denken und pädagogischen Sachverstand“ diese gut ausfüllen werde. Siefert, seit 2004 Rektor, sei mit den örtlichen Gegebenheit bestens vertraut. Er übernehme ein Amt, „das gut aufgestellt wurde“.

Rippert äußerte seine Freude über den nahtlosen personellen Übergang. Siefert werde der Oberzent-Schule ein ganz eigenes Profil verleihen. Der Schulamtsdirektor gab Hofherrs Nachfolger mit auf den Weg, den Idealismus im Kollegium weiter zu pflegen. Von Horst Kowarsch kam die Anmerkung, Siefert sei „der richtige Mann an der richtigen Stelle“. Mit seinem Engagement weit über die Schule hinaus auch in der Stadt habe er deutlich Flagge gezeigt.

Der Finkenbacher nahm in seinen Begrüßungsworten Bezug auf den Pädagogen John Hattie. Demnach solle die Schule der Ort sein, „an den die Schüler gerne gehen“. Es solle die Freude am Lernen vermittelt werden. Der neue Leiter bezeichnete die Oberzent-Schule als „Herzensangelegenheit“ für ihn. Von seiner Vorgängerin Bernhild Hofherr bekam er den symbolischen, überdimensionierten Schlüssel und den Staffelstab überreicht.

Der 41-jährige Bernd Siefert ist seit 2001 Lehrer an der Oberzent-Schule mit den Fächern Deutsch, Gesellschaftslehre und evangelische Religion. Seit 2004 ist der Finkenbacher Stufenleiter in den Klassen 5 und 6 und somit Schulleitungsmitglied.

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