Das Publikum ließ sich beim Hirschhorner Wandelkonzert begeistert von den Melodien forttragen

Musik aus Irland öffnet schnell die Herzen der Zuhörer. Mit Klängen von der Grünen Insel versuchte der Förderverein Klosterkirche mit Erfolg, dem Wandelkonzert ein neues Gesicht zu geben. Es wurde zugleich von der Kirchweih der Klosterkirche im August als Auftakt des Karmelfests vorverlegt. Zusammen mit einer vollbesetzten Klosterkirche und einem Publikum, das sich begeistert von den Melodien forttragen und von den Rhythmen mitreißen ließ, war auch der Wettergott gnädig. So konnte der zweite Konzertteil im Klosterhof in schöner Abendstimmung ausklingen.

Christina Lechner (Harfe, Flöte), Carola Böing (Querflöte), Antonia Lechner (Bratsche), Maria Lechner (Cello) sowie Matilda Zipp, Lara Heinzmann und Mirjam Enger (Gesang), allesamt Ensemblemitglieder der Musikschule Hirschhorn, hatten sich mit der Irish-Folk-Band „Heebie Jeebies“ zusammengetan. Zu dieser gehören Franz Lechner (Geige, Gesang), Tina Czemmel-Zink (Gesang, Bodhran), Michael Pascuzzi (Gesang, Percussion) und Martin Müller (Gitarre, Gesang). Sie zauberten ein abwechslungsreiches Konzert in vielen Klangfarben, mal besinnlich, mal ausgelassen, ins Kloster.

Der feine Dialog der Stimmen und Instrumente zusammen mit der unvergleichlichen Atmosphäre der Kirche ergab ein einmaliges Musikereignis. Im ersten Teil standen ruhige Lieder im Vordergrund, in denen sich Liebe, Sehnsucht und Wehmut, aber auch die Landschaft der Insel widerspiegelten. Die jungen Stimmen der drei Sängerinnen eroberten rasch die Herzen der Zuhörer: Matilda Zipp im Lied „Skellig“, Mirjam Enger in „I will give my Love an Apple“, Lara Heinzmann in „She Rose and Let me in“ oder im Duett Heinzmann-Enger „Come to the Hills“.

Besonders reizvoll war der Wechsel zwischen Gesang, Harfe, Cello sowie Geige und Bratsche. Eindrucksvoll war daneben der Melodieübergang auf die verschiedenen Instrumente wie bei der „Martin Wynnd’s Air“. Die begann mit Harfe solo, dann übernahm das Cello den Gesang, um diesen an die Kombination Geige-Bratsche abzugeben. Das „Sidh Beag agus Sidh Mor“ lebte vom Flötenduett, einfühlsam gespielt von Carola Böing und Lara Heinzmann. Das Gedicht „Nimm Dir Zeit“ sowie ein irischer Segenswunsch, vorgetragen von Marlies Flachs, rundeten diesen besinnlichen Teil ab.

Mit der „Ballydesmond Polka“, die keinen Zuhörerfuß ruhig stehen ließ, gab es den ersten rhythmischen Vorgeschmack auf den zweiten Teil im Klosterhof, der von den Heebie Jeebies, verstärkt durch Maria und Christina Lechner, gestaltet wurde. Mitreißende Tanzrhythmen, Balladen, Lieder vom Whiskey oder von Molly Malone, die nicht nur Muscheln, sondern vor allem auch Männerherzen sammelte, zeigten die ganze Lebensfreude und Vitalität der Musik.

Seien es das Geigenspiel von Franz Lechner, die Rhythmen von Michael Pascuzzi oder der Gesang – der Funke sprang auf das Publikum schnell über. Es wurde mitgewippt oder mitgeklatscht – Stücke wie „John Ryans Polka“, „Ballyhoura Mountains“ oder „Virgin Pullet“ ließen keinen unberührt. Mit „What shall we do with the drunken sailor“, bei dem zum Mitsingen eingeladen wurde, und dem besinnlichen „Lovers“ klang ein begeisterndes Wandelkonzert aus, bei dem mit Beifall wahrlich nicht gespart wurde.

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