Rothenberger Gemeindevertretung billigte den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Schreiner- und Glaserwerkstatt Finkenbach“

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan „Schreiner- und Glaserwerkstatt Finkenbach“ kann kommen. Die Gemeindevertretung beschloss in ihrer vergangenen Sitzung einstimmig über die eingegangenen Stellungnahmen entsprechend der Vorschläge des Büros Grosser-Seeger. Ebenso billigten die Mandatsträger den Entwurf und beschlossen die öffentliche Auslegung. Gegen den Aufstellungsbeschluss hatte es im Vorwurf massiven Widerstand einiger Anwohner gegeben.

Mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan soll der Firma Baum Fensterbau die Möglichkeit gegeben werden, den Betrieb von der Hainbrunner Straße 41 in die 150 Meter entfernt gelegene Wetterbergstraße 48 zu verlagern. Das Gelände ist bereits in Firmenbesitz, früher befand sich dort eine Tapetenbuchfabrik. Deren ehemalige, derzeit brach liegende Produktionshalle soll nun entsprechend umgenutzt werden.

Allerdings ist das Vorhaben nicht mit dem aktuellen Planungsrecht für dieses Gebiet kompatibel. Deshalb sollen über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan nun die notwendigen planungsrechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Es geht um eine Grundstücksfläche von 5500 Quadratmetern, die im Norden und Osten durch den Finkenbach sowie im Süden und Westen durch die Wetterbergstraße und die dortige Bebauung begrenzt ist. Einen zusätzlichen Erschließungsaufwand soll es nicht geben.

Die ehemalige Tapetenbuchfabrik mit einigen hundert Quadratmetern liegt in unmittelbarer Nähe zum bisherigen Firmenstandort. Landwirtschaftliche Flächen werden nicht in Anspruch genommen. Auch bleiben die bisherigen Räume in der Hainbrunner Straße 41 nach dem Umzug der Werkstatt erhalten, da sich dort die Wohnungen der Inhaber befinden und dort bleiben sollen.

Die bauliche Nutzung der bestehenden Gewerbefläche ist konkret auf das Vorhaben abgestellt: Schreiner- und Glaserwerkstatt, Lagerflächen und -räume, der Werkstatt zugeordnete Verkaufs-/Ausstellungsflächen sowie Büro-/Verwaltungs- und Personalräume sollen entstehen. An Auswirkungen auf Natur und Umwelt wird vor allem die auf das „Schutzgut Mensch“ durch Lärmimmissionen genannt.

Andere Schutzgüter werden laut Plan nicht tangiert, da im Wesentlichen der bisherige bauliche Bestand und die dazugehörigen Betriebsflächen genutzt werden. Eine artenschutzrechtliche Prüfung ergab keine Beanstandungen. Generell wurden die Auswirkungen auf alle Schutzgüter als „nicht erheblich“ eingestuft, da sie durch Festsetzungen und Vorgaben begrenzt werden sollen.

Wie Bürgermeister Hans Heinz Keursten in der Sitzung erläuterte, seien neun Stellungnahmen mit und 14 ohne Anregungen bei der Gemeinde eingegangen. Von elf Behörden gab es keinen Rücklauf. Aus der Bürgerschaft habe es von drei Parteien teils mit mehreren Schreiben Rückmeldungen gegeben. Vorwiegend sei es um Schallschutz und Nachbarschaftsbelange gegangen, so der Bürgermeister. Außerdem um die Zulässigkeit baulicher Anlagen, naturschutzfachliche Themen (Artenschutz, FFH-Gebiet, Gewässernähe), die Erschließung und das Bodendenkmal „Mühlkanal“.

Von den Anwohnern wurden vor allem die mit dem Betrieb verbundenen erwarteten Lärmbelästigungen und die Anlieferungen ins Feld geführt. Das Büro Grosser-Seeger merkte hierzu an, dass ein Schallgutachten erstellt worden sei. Die prognostizierten Dezibelwerte seien in dem für ein solches Gebiet zulässigem Umfang. Der Betrieb liege in einem Mischgebiet. Der zu erwartende Lkw-Verkehr liege in einem akzeptablen Umfang. Auch bei anderen Einwendungen verwies das Büro auf die einschlägige Gesetzeslage und auf die entsprechenden Auflagen für solche Anlagen.

Das Büro nannte in seiner Argumentation ebenfalls, dass es sich bei der Firma Baum nicht um eine „typische Schreinerei“ handle. Denn eine solche sei in einem Mischgebiet nicht zulässig, sondern nur in einem Gewerbegebiet. Das Schallgutachten habe aber belegt, dass die Orientierungswerte sogar für allgemeine Wohngebiete eingehalten würden. Deshalb werde die Firma als „für das Wohnen nicht wesentlich störend“ betrachtet. Weiter wurde von der Vertretung die Baulandumlegung für das Gebiet „Alt Schulzenfels“ einstimmig beschlossen.

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