Drei Interessenten für den Hirschhorner Bürgermeisterposten

Die Reihen der Interessenten haben sich gelichtet. Übrig geblieben sind noch drei Kandidaten, die sich am 25. September für den Hirschhorner Bürgermeister-Posten zur Wahl stellen wollen. Zwei von ihnen kommen aus der Stadt, sind ihr trotz längerer (berufsbedingter) Abwesenheit immer treu geblieben oder dorthin zurückgekehrt: die 60-jährige Unternehmensberaterin Aloisia Sauer und der 37-jährige Wirtschaftsförderer Oliver Berthold. Auswärtiger Kandidat ist Hans-Joachim Lierz aus Eppelheim, der dort eine Nachhilfeschule betreibt.

Zwei weitere Interessenten bekundeten Interesse, standen schon in den Startlöchern, haben dann allerdings vor Ende der Einreichungsfrist aus unterschiedlichen Gründen wieder zurückgezogen. Über die Zulassung der eingegangenen Wahlvorschläge entscheidet am 29. Juli der Wahlausschuss auf seiner öffentlichen Sitzung. Zu diesem Zeitpunkt möchte auch Lierz erst mit seinen Vorstellungen an die breitere Öffentlichkeit gehen.

Stadtinspektor Oliver Berthold arbeitet seit 2014 im Heidelberger Amt für Wirtschaftsförderung. Von 1999 bis 2010 war er Zeitsoldat und absolvierte danach ein Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. „Bachelor of Arts in Public Management“ und „Wirtschaftsförderer VWA“ heißen seine Abschlüsse. In Hirschhorn ist er bei den Pfadfindern, bei der Carnevalsgesellschaft der Ritter sowie in der Theatergruppe aktiv.

Die 60-jährige Aloisia Sauer trug sich schon länger mit dem Gedanken, als Bürgermeisterin zu kandidieren. Die selbstständige Unternehmensberaterin ist für eine Vielzahl von Auftraggebern aktiv. Sie hat ein Diplom in Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Fachjournalismus. Sauer geht es darum, die Hirschhorner Bürger mehr in die städtischen Entscheidungsprozesse einzubinden und für mehr Transparenz zu sorgen. „Miteinander mehr erreichen“ hat Sauer ihre Vorstellung der Zusammenarbeit in der Stadt überschrieben.

„Nach reichlicher Überlegung und Abwägung habe ich mich entschlossen, meinen Wahlvorschlag nicht einzureichen“, erläutert der Heddesbacher Manager Ralf Schlich. Er war unter anderem Leiter Konzerncontrolling bei Schenck, Geschäftsführer bei Dürr und Vorstand bei AWS. Seit 2014 ist er als freiberuflicher Unternehmer tätig. Er vermisse, so Schlich, „Veränderungs- und Gestaltungswillen im überwiegenden Teil der Bevölkerung“. Man sei der Meinung, „die Bürgermeisterwahl ist bereits entschieden“.

Für Hirschhorn wäre seiner Ansicht nach ein erfahrener Manager gefragt gewesen, der die Sachverhalte neutral beurteilt, in Szenarien aufbereitet und der Stadtverordnetenversammlung als Entscheidungsorgan unter Einbringung seiner Persönlichkeit und Erfahrungen vorlegt. „Dazu wäre ich mit einer erfolgreichen Karriere in der Wirtschaft, zuletzt als Geschäftsführer oder Vorstand in größeren Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, geeignet“, betonte der 55-Jährige, der seit 1988 mit Frau und zwei Kindern in der Nachbargemeinde Heddesbach wohnt.

Alle drei verbliebenen Kandidaten möchten nach der Sitzung des Wahlausschusses und damit der endgültigen Bestätigung in die Vollen gehen. Eine eventuelle Stichwahl, gäbe es am 25. September keinen Sieger mit der absoluten Mehrheit, fände am 9. Oktober statt. Die Bürgermeisterwahl war notwendig geworden, weil die Hirschhorner am 5. Juni den seit 2011 amtierenden Rainer Sens ein Jahr vor Ende seiner offiziellen Amtszeit durch einen Bürgerentscheid abgewählt hatten. Spätestens vier Monate danach muss die Neuwahl erfolgen.

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