34. Auflage des legendären „Finki“ in Finkenbach: Krautrock-Haudegen treffen auf junge Rock-Wilde

Nicht mehr lange, dann steht die 34. Auflage des inzwischen legendären „Finki“ an – und das genau 40 Jahre nach dem ersten Festival. Zwei Unterbrechungen erklären die Zahlendifferenz. Natürlich wieder mit dabei: die Gründer von „Guru Guru“ um Mastermind Mani Neumeier. Neun weitere Bands haben die Organisatoren für das Wochenende des 12. und 13. August zusammengetrommelt, die auf dem Festivalgelände beim Sportplatz des 450-Seelen-Dorfs zwei Tage lang für ausgelassene Stimmung und einen Hauch von Odenwald-Woodstock sorgen werden.

Neben „Guru Guru“ im 48. Jahr ihres Bandbestehens sind im Rothenberger Ortsteil am Start: am Freitag ab 19 Uhr (Einlass 17 Uhr) Epitaph, Mother’s Cake (21), Amon Düül II (23) und My Sleeping Karma (1 Uhr). Der Samstag beginnt um 15 Uhr (Einlass 13 Uhr) mit Electric Orange, gefolgt von Marblewood (17), Kraan (19), Guru Guru (21), Siena Root (23) und Coogans Bluff (1 Uhr).

Bei den deutschen Rockpionieren von „Epitaph“ stehen drei Gründungsmitglieder aus dem Jahr 1970 mit auf der Bühne. Die Band hat ihr neues Rockalbum „Fire From The Soul“ im Gepäck. „Mother’s Cake“ sind dagegen Jungspunde, deren Mitglieder bei Gründung letzterer noch gar nicht auf der Welt waren. Die österreichische Band widmet sich dem Progressive Rock. „Amon Düül II“ sind Pioniere des Krautrock mit einer ganz eigenständigen Musikinterpretation, die viele spätere Rockbands beeinflusste. Den Abschluss des Festivaltags macht die 2006 gegründete deutsche Psychedelic-Rock-Band „My Sleeping Karma“ aus Aschaffenburg.

„Electric Orange“ ist eine 1992 gegründete deutsche Rockband aus Aachen. Die Newcomer „Marblewood“ aus der Schweiz glänzen mit Psychedelic Rock. Über die Krautrock-Haudegen von „Kraan“ muss man keine weiteren Worte verlieren. Die Schweden von „Siena Root“ spielen Rockmusik in all ihren Facetten. Mit „Coogans Bluff“ beschließt eine 2003 in Rostock gegründete Band mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Soul, Kraut- und Progressive Rock das Festival.

„Es war 1976, als ein Fest der Finkenbacher Feuerwehr zu scheitern drohte, weil die Kapelle kurzfristig absagte“, erzählt Armin Löffler vom FC Finkenbachtal die Entstehung. „Spontan boten vier Wahl-Finkenbacher ihre Hilfe an: Mani Neumeier und seine Band Guru Guru.“ Die für ein Feuerwehrfest recht ungewöhnlichen Klänge seien so gut angekommen, dass Mani und Wilhelm Hotz, der inzwischen verstorbene, damalige Feuerwehrhauptmann, fürs nächste Jahr eine Fortsetzung planten. „Das Finkenbach-Festival war geboren.“ Und erhielt im Ort den Namen „Guru-Fescht“.

Als die Besucherzahlen die Grenze von 10.000 überschritten, „drohte das kleine Dorf zu kollabieren“, weiß Löffler. Deshalb sei 1984 das Festival eingestellt worden, um 1988 neu aufzuleben. Seit dieser Zeit ist auch der FC Finkenbachtal mit im Boot und kümmert sich um die Verpflegung. Nach der zweiten Einstellung 2005 „aufgrund von massiven Polizeikontrollen und dementsprechendem Rückgang der Besucherzahlen“ erfolgte das Revival 2008. Seitdem läuft das Festival bis heute.

„Die Einmaligkeit dieser Veranstaltung“ und absolut positive Resonanz der Besucher ist laut Löffler die Motivation für alle Beteiligten, jedes Jahr das „Finki“ wieder auf die Beine zu stellen. Nach der Veranstaltung ist dabei schon vor dem Festival: Die Planungen für dieses Jahr starteten bereits rasch nach dem letztjährigen Event. Dazu setzen sich Löffler, der Vorstand des FC, Karl-Heinz Osche, der Booker von Guru Guru, und Mani Neumaier zusammen.

Wen verpflichtet Mani Neumaier fürs Finki? „Die Bands müssen mir gefallen“, erläutert er, musikalisch hochwertig sein, authentisch. „Keine Coverbands und keine Popsülze“ ist ein weiteres Kriterium. „Oft kenne ich sie persönlich, ich sehe mir Live-Auftritte oder Filme an“, erzählt er. Der besondere Reiz des Finki ist für ihn: „Ich kann echte Kultur machen, jenseits von kommerziellen Absichten.“ Auf dem Festival könne er „Bands featuren, die nicht nach der Hitparade schielen“.

Info: http://www.finki-festival.de

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