Die Brombacher Kräuterfrau Gerlinde Willner will altes Wissen um die heilende Wirkung der Pflanzen weitergeben

„Kräuter haben mich schon immer interessiert“, sagt Gerlinde Willner. Wenn man sich an ihrem kleinen „Hexenhäuschen“, sehr idyllisch am Waldrand oberhalb von Brombach gelegen, umschaut, nimmt man das der 60-Jährigen sofort ab. Hier blüht eine Ringelblume, dort wächst die Minze in Büschen, weiter hinten leuchtet gelb das Johanniskraut. Bis Willner allerdings ihre Berufung zum Beruf machte, sollte es etliche Jährchen dauern. Vorher kamen Kinder und Hausbau „dazwischen“.

Ein schwerer Unfall bildete die Zäsur. „Ich bin dann aus dem Büro raus und wollte was für mich machen“, schildert die gebürtige Brombacherin ihre damalige Entscheidung. Vor ein paar Jahren startete die dann ihre „Kräuter-Karriere“. Denn „ich brauchte noch etwas anderes“, sagt Willner. Ging es zuerst darum, dass sie sich und ihrer Familie gesundheitlich etwas Gutes tun wollte, so dehnte sie nach und nach ihren Radius aus. Als nächster Termin findet eine „Kräuterweihe“ am Freitag, 12. August, statt.

„Es wächst so vieles bei uns, von dem wir profitieren können“, erläutert Willner die segensreiche Natur und deren Faszination. Nicht umsonst heiße das Sprichwort: „Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“. Ihr gehe es darum, so die Brombacherin, „altes Wissen um die heilende Wirkung der Pflanzen zu erwerben und es an andere weiterzugeben“.

Als ersten Schritt ließ sie sich in Ober-Ursel zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin ausbilden. Dann kam noch das Thema Kräuter hinzu. Um tiefer in diese Materie einzusteigen, entschloss sie sich, die Heilpflanzenschule in Freiburg zu besuchen. Dort war sie noch Schülerin von Gründerin Ursel Bühring. Auf diversen Weiterbildungen vertieft Willner ihr Wissen.

Auf ihrem Grundstück wächst alles Mögliche gegen viele Beschwerden. „Weißdorn ist gut fürs Herz“, deutet Gerlinde Willner auf eine Hecke. Die seltene Schlehe wirkt entzündungshemmend. „Engelwurz ist gut fürs Immunsystem“, erklärt die Kräuterfrau. „Beinwell“ ist ein Knochenheiler, Löwenzahn hat Bitterstoffe, die dem Menschen fehlen. Huflattich, Pfefferminze oder Schafgarbe sind weitere Heilpflanzen, die rund um das kleine Häuschen zu finden sind.

Hierhin führen auch immer die Wanderungen, die Willner ab dem Sportplatz anbietet. Dabei gibt die 60-Jährige den Interessierten Tipps, was sie wofür verwenden können und wie sich die Pflanzen nutzen lassen. Und sie lässt die Gäste von der Natur kosten. „Ich will den Leuten einen Eindruck geben, wie die Kräuter schmecken“, sagt sie. Das kann dann mal ein Brennnessel-Tee sein, gut bei Gelenkbeschwerden. Oder ein naturtrüber Apfelsaft, den sie mit verschiedenen erfrischenden Pflanzen angereichert hat und diese ziehen lässt (siehe Rezept).

Die verschiedenen Inhaltsstoffe, wie diese auf den menschlichen Körper wirken und wie sie angewendet werden sollen, hat Willner auf diversen Fortbildungen gelernt. Wobei sie auch betont, dass die Kräuter im Zweifel den Gang zum Arzt nicht ersetzen können und sollen. Johanniskraut, laut Paracelsus die „Sonne für die Seele“, wirke zwar beruhigend bei Depressionen und „hellt das Gemüt auf“, könne aber nur im Vorfeld unterstützen und nicht bei tatsächlicher Erkrankung.

Die Kräuterfrau empfiehlt, es bei Beschwerden erst einmal pflanzlich zu versuchen und „wenn das nicht funktioniert“, könne man immer noch zum Arzt gehen. „Ohne großen Aufwand und ohne viel Geld auszugeben“, sei eine natürliche Lebensweise möglich, betont sie. Denn was die Natur biete, sei „einfach, natürlich, gut und schmeckt“. Auf ihren geführten Wanderungen gebe es oft den Austausch mit Interessierten zu dem Thema.

Willner stellt eine steigende Rückbesinnung auf die Natur fest und betont deshalb, wie wichtig es ist, „aufs Natürliche zurückzukommen“. Die vielen positiven Rückmeldungen zeigten ihr, dass sie auf dem richtigen Weg sei. Selbst lebt sie natürlich auch nach dieser Maxime: „Pflanzliche Mittel lassen sich gut anwenden“, ist die Kräuterfrau überzeugt, und ließen sich in die Ernährung mit einbeziehen. Sie selbst koche Vollwert und ergänze die Küche mit Heilkräutern. „Die alten Heilkundler hatten Recht“, ist Gerlinde Willner überzeugt. „Die Kraft steckt in der Pflanze drin.“

Info: Als regelmäßige Termine gibt es die Jahreskreisfeste wie Frühlings- Tagundnachtgleiche, Sommersonnenwende, Herbst- Tagundnachtgleiche und Wintersonnenwende. Dazu kommen spezielle Termine wie Sommer-Kräuterbüffet, Heilpflanzen für die Haut oder Frauenkräuter. Kontakt bei Gerlinde Willner unter Telefon 0175-1949850, E-Mail: willner.g@web.de, Internet gerlinde-willner.weebly.com

 

 

Naturtrüber Apfelsaft mit Kräutern

  • Ein Liter Apfelsaft in eine Kanne geben
  • Giersch, Holunder, Rosmarin, Bohnenkraut, Minze, Basilikum, und Zitronenmelisse hinein hängen
  • fünf Stunden ziehen lassen und abseien
  • kalt genießen
  • an warmen Sommertagen sehr erfrischend
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