Barocke Saitenmusik verzauberte beim Ausklangkonzert in der Hirschhorner Klosterkirche

„Zauber der barocken Saitenmusik“ hieß es beim Ausklangkonzert in der Klosterkirche. Rainer Schmidt schuf mit seinem Spiel auf der Altzither eine ruhige, fast meditative Stimmung. Eröffnend erklang ein Präludium des österreichischen Lautenisten Johann Georg Weichenberger. Mit der Partita G-Dur von Ernst Gottlieb Baron entführte Schmidt seine Zuhörer in die Zeit am barocken Hof. Im Tanzsatz Bourreé bewies der Musiker bei hohem Tempo eine außergewöhnliche Fingerfertigkeit.

Dass Schmidt Literatur auf der Altzither spielt, die eigentlich für Laute komponiert wurde, begründet er so: Beide Instrumente entsprächen sich vom Tonumfang her. Auch der Klang sei fast identisch. Schmidt studierte in Heidelberg das Saiteninstrument, zuvor erlernte er es im Privatunterricht bei Gernot Sauter in seiner bayerischen Heimat. Aus der bayerischen Folklore kennt man ursprünglich die Zither, die hier das Gefühl von ländlichem Heimatidyll vermittelt. Durch die Wandlungsfähigkeit des Instruments entfaltet es seine Wirkung ebenfalls in Werken berühmter Komponisten.

Johann Sebastian Bach komponierte die Partita in d-Moll für Laute. Dessen unverkennbare Handschrift ließ Schmidt in allen Sätzen erklingen. Er gestaltete mit viel Fantasie und Ideenreichtum die einzelnen Sätze zu kleinen Kunstwerken. Das Mollthema der Sarabande erklang wunderschön und getragen. Joachim Bernhard Hagens Sonate g-Moll und die „Locatelli-Variationen“ versprühten frühklassizistische Anmut und zeigten, wie zart und gleichzeitig tragisch die Lautenmusik klingen kann.

Die Partita D-Dur von Silvius Leopold Weiß rundete den Abend ab. Hier fesselten virtuose Läufe, die auch in der Zugabe zutage traten. „Die Nachtigall“ von Matthias Claudius als weiteres Extrastück vermittelte eine zusätzliche, besondere Klangsphäre der Zither. Man hörte regelrecht die Nachtigall singen, die die Zuhörer in die Ausklang-Abendstimmung trug. Aufgelockert wurde der Abend durch meditative Gedichten von Morgenstern, Lenau und Mörike, vorgetragen von Stefan Pahl.

Das Ausklangkonzert am Mittwoch, 24. August, 20.44 Uhr, wird in der Klosterkirche von Nobuhiko Asaeda und seinem Meisterkurs gestaltet. Auf dem Programm stehen eine Sonate für drei Violinen und Continuo von Gabrieli, Kirnbergers Triosonate g-moll für zwei Violinen und Continuo, die Pavane und Chaconne g-moll für drei Violinen von Purcell sowie Corellis Sonate Nr. 4 für zwei Violinen und Continuo. Barocke Pracht und Klangfülle werden mit diesem Konzert selten zu hörender Violinwerke in die Kirche einziehen.

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