Meisterkurs von Nobuhiko Asaeda bietet ab 25. August drei Konzerte mit Violinmusik vom Feinsten

Der Meisterkurs von Prof. Nobuhiko Asaeda bietet am 25., 26. und 28. August drei Konzerten mit Violinmusik vom Feinsten. Mal als Soloinstrument (Solistenkonzert in der Evangelischen Kirche Neckarsteinach, Donnerstag, 25. August, 20 Uhr), mal als Streichquartett (Freitag, 26. August, 19 Uhr, Kammerkonzert in der Evangelischen Kirche Waldkatzenbach), mal als Orchesterkonzert (Klosterkirche Hirschhorn, Sonntag, 28. August, 18 Uhr) präsentiert sich hier die Violine in der großen Vielfalt all ihrer musikalischen Ausdrucksfähigkeit.

Neben der profunden Ausbildung am Instrument und einer vertieften Sicht auf die ausgewählten Werke ist vor allem die gemeinsame Freude von Menschen verschiedener Kulturkreise am Musizieren und sich Austauschen wichtigster Aspekt bei der Teilnahme an diesem Meisterkurs. Mit diesem setzte der international renommierte Konzertgeiger Asaeda in den vergangenen Jahren immer wieder Maßstäbe auf höchstem musikalischem Niveau.

Violinmusik des Barock steht auf dem Programm des Solistenkonzertes. J.S. Bachs Solo-Sonate g-moll (BWV 1001) wird von der jungen japanischen Geigerin Akari Uozumi interpretiert, die erstmals am Hirschhorner Meisterkurs teilnimmt. Takako Igarashi, deren internationale Karriere als Violinistin bereits begonnen hat, spielt die Sonate a-moll (BWV 1003). Den Bach’schen Sonaten sind zwei Telemann’sche Konzerte gegenübergestellt: Konzerte für vier Violinen in C-Dur und D-Dur, in denen Klangkontraste und der Einfallsreichtum im Vordergrund stehen und weniger polyphone Techniken. Weiterer Solist ist hier der in New York lebende und in verschiedenen Orchestern mitwirkende Geiger Hisaichi Shimura. Eine Passacaglia in c-moll von Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704), einem der bedeutendsten Violinisten seiner Zeit, gespielt von der Tokioter Bratschistin Chiharu Moriyama, ergänzt das Programm.

Die beiden anderen Konzerte werden von Mozart’scher Musik bestimmt. Mit keiner Musikgattung hat dieser kompositorisch so gerungen wie mit dem Streichquartett. In den sechs dem väterlichen Freund Haydn gewidmeten, in den ersten Wiener Jahren entstandenen Streichquartetten hatte Mozart nun seinen eigenen persönlichen Quartettstil gefunden. Aus dieser Gruppe erklingt das Streichquartett A-Dur KV 464, das wiederum bei Beethoven seine musikalischen Spuren hinterlassen hat. Einer Anekdote nach hat Mozart dem erkrankten Michael Haydn, der sechs Duos abzuliefern hatte, mit der Komposition von zwei Duos aus der Verlegenheit geholfen. So entstand das Duo G-Dur KV 423 für Violine und Bratsche.

Abschluss der Konzertreihe bildet das Orchesterkonzert mit Asaeda als Solisten beim Violinkonzert G-Dur in der Klosterkirche Hirschhorn. Im Dezember 1783 vollendete Mozart gleichsam als Summe seiner kontrapunktistischen Studien und seines Verhältnisses zu J.S. Bach seine c-moll-Fuge für zwei Klaviere. 1788 arrangierte er dieses Werk für Streichquartett oder Streichorchester. Den Platz eines damals unvollendeten Präludiums nimmt nun ein Adagio ein, eine Einleitung von ähnlicher Wucht und Größe wie die Fuge (Adagio und Fuge, KV 546). Die Sinfonie-Trias aus den Jahren 1773/74 bildet ebenfalls einen Meilenstein im sinfonischen Schaffen Mozarts.

Bei der hier gespielten C-Dur-Sinfonie ersetzt Dramatik mit einer feinen Durchbildung des thematischen Materials frühere Festlichkeit. Das Menuett ist kaum mehr ein Einschub zwischen dem getragenen langsamen Satz und dem im Presto gehaltenen ouvertürenartigen fulminanten Finalsatz. Nicht nur eine exquisite Auswahl der Stücke zeichnet die drei Konzerte aus, sie sind auch eine musikalisch-violinistische Reise von Bach zu Mozart – zwei Komponisten, die Nobuhiko Asaeda besonders am Herzen liegen und er kongenial interpretiert.

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