Handkäs ist der Renner beim Fest der Ober-Hainbrunner Feuerwehr

Eilends müssen die Feuerwehrleute mehr Sitzgarnituren herbeischaffen. Über Mittagszeit füllen sich Fahrzeughalle und Vorgelände schnell mit vielen Besuchern, die beim Handkäsfest der Freiwilligen Feuerwehr das namensgebende Gericht probieren möchten. Der Betrieb bis fast zur Straße hin ist kein Problem, da ja die Strecke von Hirschhorn kommend ins Finkenbachtal gesperrt ist und sich nur ein paar Einheimische per Auto hierher verirren.

„Das wird knapp“, meint Kommandant Stefan Hofmann mit Blick auf die vielen Gäste und die zur Verfügung stehenden 160 Portionen Handkäs mit Musik. Zwischenzeitlich habe man die Bestellung bei der Molkerei Hüttenthal mal auf 100 Portionen zurückgefahren, aber die Nachfrage sei in der Vergangenheit wieder gestiegen. Für die Zubereitung ist das Frauenküchenteam im Keller zuständig, das seine ganz speziellen Kreationen einbringt. Am Vortrag wurde die Lieferung eingelegt, damit sie das ganze besondere Aroma bekommt.

„Der Handkäs ist eine super Konstante“, freut sich Hofmann. Dazu noch 70 Portionen Kochkäse und als Mittagessen den Rollbraten – aus dem Keller wird nonstop das Beste aufgefahren. Damit’s auch richtig schön zünftig zugeht, haben die Brandschützer etliche Bembel im Umlauf, aus denen der Äppelwoi in Strömen fließt. Auch die Floriansjünger aus dem badischen Brombach werden langsam ans hessische Nationalgetränk herangeführt. „Ich hab denen einen Krug ausgegeben und seitdem läuft das“, meint Dirk Heckmann grinsend.

Die Badener sind nicht die einzigen Besucher von befreundeten Wehren. Neben den anderen Orts-Abteilungen aus Kortelshütte, Rothenberg und Finkenbach sind auch die Hirschhorner und Langenthaler aus dem Nachbarkreis gerne gesehene Gäste. „Früher sind wir zu Besuchen oft weit in den Odenwaldkreis gefahren“, erklärt Hofmann, aber seit einiger Zeit pflege man verstärkt die Kameradschaft mit den Wehren aus der Nähe.

Zu den Wehrleuten gesellen sich aber über den Tag auch viele andere Gäste sowohl aus der Großgemeinde als auch von außerhalb. Das freut den Kommandanten ganz besonders, denn in diesem Jahr wurde im Vorfeld mehr Werbung getrieben als sonst. Der sehr gute Besuch, dem auch ein Regenschauer nach dem Mittagessen wenig anhaben konnte, gab ihm Recht.

Seit zehn Jahren, mit Einweihung des Feuerwehrhauses am Ortsausgang Richtung Finkenbach, feiern die Floriansjünger nun dort ihr Handkäsfest. Zuvor war man in der freien Natur bei der unteren Hommerschen Quelle zuhause. Doch die Herrichtung des Platzes bedeutete immer einen großen Aufwand. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung Ende der 70er Jahre zur Unterstützung der 1975 gegründeten Jugendwehr. In deren Kasse fließt auch heute noch der Erlös und wird für Unternehmungen und Ausrüstung verwendet.

Etwa zehn Heranwachsende zählt die Jugendwehr, von denen einige an diesem Tag auch eifrig am Bedienen sind, nonstop die Treppe hoch und runter laufen. Natürlich tatkräftig unterstützt von der 24 Köpfe zählenden Einsatzabteilung. 70 Passive und zwischen sieben und acht Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung gehören ebenfalls mit zur Hainbrunner Truppe. 20 Aktive stemmen an diesem Tag das Fest, weitere sind an Auf- und Abbau beteiligt.

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