Rothenberger Thermikflieger und die IG Modellflug richteten erstmals gemeinsam das Flugplatzfest

Vom Boden aus gesehen könnten oben in der Luft durchaus echte Flugzeuge ihre Runden drehen. Erst wenn sie näher an die Erde kommen, merkt man, dass sie nicht mehr größer werden. Und dass das Motorknattern eher untypisch ist. Bei der Landung haben die Maschinen dann in der Regel eine Spannweite von zwei Metern. Beim Flugplatzfest der Thermikflieger und der IG Modellflug Rothenberg gab’s aber auch die Kleinsten der Kleinen und einen Segler mit elf Metern von der einen Flügelspitze bis zur anderen zu sehen.

Auf dem „Schomen“, ganz oben auf dem Hirschhorner Rücken, richteten beide Vereine dieses Jahr zum ersten Mal das Fest gemeinsam aus. Vorher war zwei Jahre Pause gewesen, aber davor wurde zehn Jahre lang in Folge gefeiert. „Die Ortsbevölkerung steht immer hinter uns“, freute sich Vorstand Michael Bellon über den guten Besuch, obwohl der Samstag verregnet und der Sonntag sehr windig war. In Zukunft will man das Fest wieder regelmäßig stattfinden lassen und gut bewerben.

Um die 25 Aktive waren es in beiden Gruppen, die an den zwei Tagen ihre Flieger in die Luft schickten. Dazu kamen aber ein paar auswärtige Starter, etwa aus Rüdesheim, Neumarkt in der Oberpfalz oder Steinau an der Straße. Man kennt sich halt in der Szene. Bellon ist mit seinem Sohn an den Sommer-Wochenenden auch oftmals auf regionalen oder deutschen Meisterschaften unterwegs. „Inzwischen haben wir den Radius auf 300 Kilometer eingegrenzt“, meinte er aber.

Es waren vor allem Eigenbauten, die an diesem Tag in die Lüfte gingen. Sowohl Holzflugzeuge als auch solche aus Glas- oder Kohlefaserverbundstoffen. Zwischen 1500 und 2500 Euro liegt der Materialwert – würde man die Maschinen bauen lassen, käme nochmal ein Vielfaches obendrauf, so Bellon. An Stern-, Zwei- und Viertaktmotoren ist alles vertreten. Die beschleunigen die Flieger je nach Größe auf 70 bis zu 350 km/h. Die meisten haben dabei einen Ein-Liter-Tank an Bord, der mit einer 1:50-Zweitakt-Mischung befüllt wird. Die reicht für etwa 30 Minuten.

Das Hobby Modellflug sieht Bellon „als besonders interessant für Jugendliche an“. Die Beschäftigung bedeute eine Herausforderung in punkto handwerkliches Geschick, Formenlehrer und Elektronik. „Der Phantasie sind beim Bau keine Grenzen gesetzt“, betonte er. Manche könnten sich so für die Fliegerei begeistern, dass sie diese später zum Beruf machten: „Einer aus dem Verein wurde Pilot“, verdeutlichte der Vorstand die Ambitionen.

Von 100 Gramm bis hin zu 25 Kilo wiegen die verschiedenen Modelle, fangen bei der Flügelspannweite bei 20 Zentimetern an und reichen bis zu elf Meter, so Bellon. Viele Flieger hätten auch mehrere Maschinen aus verschiedenen Sparten in ihrem Besitz, sagte er. Die Älteren unter ihnen seien noch faszinierte Holzbastler, die gerne auch mal über ihren Teilen tüfteln, „den Jüngeren geht es vor allem ums Fliegen“, machte er deutlich. „Wenn schönes Wetter ist“, treffe man sich regelmäßig jedes Wochenende am Gelände.

Am Himmel knatterten derweil die Motoren, hörte es sich durch die Zweitaktmischung ein wenig so an, als würde ein Rasenmäher durch die Luft fliegen. Der böige Wind am Sonntag erschwerte so manche Kunstfigur. Looping, Rolle, stehende Acht, auf dem Rücken, Rollenkreis, Flachtrudeln oder gerissene Rolle sind so einige der Möglichkeiten. Was der Laie kaum glaubt: „Am schwierigsten ist die Landung“, betonte Bellon. Doch die klappte jedes Mal aufs Beste. Auch am regnerischen Samstag stiegen die Flugzeuge vor und nach dem Regen in die Lüfte und zogen ihre Runden.

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