Eine Violin-Hommage an Mozart: Meisterkurs von Nobuhiko Asaeda musizierte in der Klosterkirche Hirschhorn

Ein musikalischer Hochgenuss war das Abschlusskonzert des Meisterkurses von Nobuhiko Asaeda in der Klosterkirche Hirschhorn. Diese bot für dieses Musikereignis einen unvergleichlichen Rahmen und war bis auf den letzten Zuhörerplatz gefüllt. Wichtigster Aspekt des Meisterkurses ist die Freude, mit anderen Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zu musizieren und sich auszutauschen. Diese und die Liebe zur Musik waren bei jedem Ton zu hören.

Neben den Teilnehmern aus seinem Kurs hatte Professor Asaeda das Ensemble verstärkt durch befreundete Musiker aus dem Orchester des Hessischen Rundfunks sowie des Mannheimer Nationalorchesters. Dadurch waren neben den brillanten Streichern auch Bläser (Oboe, Horn) zu hören, die vielen Passagen eine eindringliche Klangschattierung verliehen. Wo sie eingesetzt wurden, gaben sie Echoeffekten oder Soli der Musik eine besondere Note.

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart standen beim Konzert auf dem Programm. Die Auseinandersetzung mit dem großen Thomaskantor bestimmte die Musik Mozarts in seinen letzten Jahren. Neben Arrangements von Fugen aus Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ mit neu hinzugefügten Einleitungen komponierte Mozart auch eine Fuge für zwei Klaviere. Eine Einleitung dazu ließ er nach einigen Takten unvollendet liegen. Später entstand dann eine Fassung für Streicher mit einem vorausgehenden Adagio (Adagio und Fuge c-moll, KV 546).

Ernst, getragen, mit Tiefen und Abgründen, die doch immer wieder durch Mozart’sche Harmonien erhellt wurden, schuf das Adagio eine besondere Stimmung. Aus dieser setzte dann wuchtig die Fuge ein, in der der Komponist all sein kontrapunktisches Können offenbarte. Ein wenig bekannter Mozart zeigte sich hier in einem selten zu hörenden Werk, das klar sowie mit aller nötigen Intensität und Schattierung vorgetragen wurde.

Ein Juwel Mozart’scher Musik sind die Violinkonzerte, die der junge Salzburger Konzertmeister voller Ideen und Schaffenskraft komponierte. Vielleicht das schönste davon ist das Nr. 3 G-Dur (KV 216), das mit Asaeda als Solist gespielt wurde. Mal perlende Läufe, mal verträumt, mit innigem Ton, stets im Dialog mit dem Orchester, virtuos gespielt, verzauberte das Allegro, das schließlich in der Kadenz von Eugen Ysaye (1858-1931) mündete. Das Adagio in tänzerischem Begleitrhythmus sowie das höfische Rondeau Allegro rundeten diese Kostbarkeit ab. Zu hören und zu sehen war, wie Asaeda diese Musik in seinem Spiel lebt.

Mit der Symphonie Nr. 28 C-Dur (KV 200) aus der gleichen Schaffensperiode Mozarts zeigte sich, dass dieser längst auch als glänzender Symphoniker auf sich aufmerksam machen konnte. Ein wahres musikalisches Feuerwerk, nur unterbrochen durch die gesanglichen Mittelsätze, mündete schließlich im Finalsatz. Furiose Läufe, lauter musikalische Fontänen – eine schöner als die andere – ergaben mit dem Presto einen eindrucksvollen Finalsatz. Mit lang anhaltendem Beifall und dem Wunsch, 2017 wieder ein solch einmaliges Konzert in der Klosterkirche zu hören, klang der Abend aus.

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