Hirschhorn rüstet sich fürs Ritterfest am Wochenende des 3. und 4. September

Der Aufbau für 40. Ritterfest geht mit Riesenschritten voran. Die ersten Händler sind am Donnerstag bereits eingetroffen, die veranstaltenden Hirschhorner Ritter haben ihre Buden rund um den Chateau-Landon-Platz schon aufgestellt. Fast minütlich rollt ein anderes Auto oder ein anderer Transporter aufs Festgelände. Heuballen werden auf der Wolfenacker-Wiese abgeladen, die Getränkelaster liefern an und das überdimensionale Eingangstor am Rathauscafé wird montiert.

Die Neckarstadt steht am Samstag, 3., und Sonntag 4. September, bereits zum 40. Mal ganz im Zeichen der Historie. Die Hirschhorner Ritter übernehmen das Regiment über die Stadt und laden zum Ritterfest ein. Zwei Tage lang heißt es rund um den Chateau-Landon- und Freien Platz „Hirschhorn lebt im Mittelalter“. Beginn ist an beiden Tagen um 11 Uhr. Außerdem wird in diesem Rahmen das Jubiläum „625 Jahre Stadtrechte“ begangen. Das Fest beginnt auf dem Rathausvorplatz mit der offiziellen Markteröffnung durch die Hirschhorner Ritter, der Verlesung der Stadtrechtsurkunde von 1391 und dem Böllerschuss.

Die bekannte Rittergruppe Fictum kommt auch 2016 gerne wieder an den Neckar. Die tapferen Recken aus Tschechien verstehen sich vortrefflich auf den Schaukampf in Rüstung mit historischen Waffen. Dabei außerdem: Gaukler Hubertus zu Putlitz, die Hirschhorner Gruppe kampfhûs mit Fechtvorführungen, Lux Aeterna mit ihrer Feuershow sowie Kelvin Kalvus, der Meister der Kontaktjonglage, zusammen mit Stefan Weyh als Ars Mystica. Als Herold, Gaukler und Musikant zieht Tamino durch die Lande.

Vielen Spielmänner und -frauen sind vertreten: „Des Geyers schwarzer Haufen“, Musica Canora und das Ensemble „Triskilian“. Poetisch, zauberhaft und voller Energie verbindet Flixa Flamme Musik mit den Bewegungen des Feuers. In der Tradition der fahrenden Sänger bereisen Jan Rolph und sein Weib Helene von Holzerode als „Die Heidweilers“ die Lande. Die Minnesänger der Ritter zu Hirschhorn runden zusammen mit den Fanfarenzügen aus Eberbach und Pforzheim sowie Christine Weniger an der Drehleier das musikalische Angebot ab. Fester Bestandteil und Publikumsliebling ist Theo Theodor mit seinen lockeren Sprüchen, spontanen Reimen und dem Spiel mit dem Volk. Beim abendlichen Tavernenspiel mit feurigem Spektakel erleben die Besucher noch einmal alle Akteure zusammen.

Im regen Treiben des Handwerkerdorfes kann man den zahlreichen Künstlern über die Schulter schauen und so manches über die alten Handwerke erfahren. Zu bestaunen sind beispielsweise Buchdrucker, Bogenbauer, Scherenschleifer, Quacksalber, Brillenmacher, Papierschöpfer, historische Färberei und vieles mehr. In der Spinnstube führt Kerstin Gafiuk die verschiedenen Schritte der Woll-, Flachs-, Seiden- und Baumwollverarbeitung vor. Mittelalterliche Handwerksvorführung des Seifensiedens kann man am Stand der Seifensiederin Tesch bestaunen.

Der gläserne Heinrich ist eine mobile Glasbläserei, die überwiegend auf Mittelaltermärkten zu finden ist. Kinder haben an dem Stand die Möglichkeit, sich im Glasblasen zu versuchen. Nadja und Klaus Schwade stellen Salzhändler zu Köln des 13. Jahrhunderts dar. Der Keramik-Modellierer Gessner modelliert in Keramik die zauberhaftesten Figuren.

Die Handwerksgilde Alt-Brettheim ist nach ihrem ersten Auftritt 2005 inzwischen fester Bestandteil des Ritterfestes. 2016 zeigt die Kunst des Stuhlflechtens. Wie das Handwerk des Färbers in alten Zeiten ausgeführt wurde, kann man bei der historischen Schoenfaerberey Hüttner sehen. Von Anfang an Handwerker beim Ritterfest ist der sympathische Besen- und Bürstenmacher Lehner. Er fertigt vor den Augen der Gäste von Hand seine Gerätschaften.

Der Silber- und Bronzeschmied zeigt altes Handwerk mit Vorführungen. Dort findet man von ihm selbst gefertigte Armspangen, Gewandfibeln, Halsreife und Ringe sowie Amulette und Ohrhänger. Die Glasmalerei ist eine traditionelle handwerkliche Technik mit einer über tausend- jährigen Geschichte. Glasmalerin Mechler-Flachs aus Hirschhorn beherrscht diese Kunst perfekt. Einblicke in die Zeit des Mittelalters kann man bei der Vorführung des Punzier-Handwerkes gewinnen. Ein Meister seines Handwerks ist der Korbflechter Bopp.

Allerlei Händler preisen ihre Waren an. Die weiblichen Besucher erfreuen sich an Kränzen aus Getreide und Blumen, mittelalterlichen Gewändern, Taschen, Tüchern, individuellem Schmuck, Kopfschmuck, edlen Steinen, Seifen, Körperölen und Düften, während die Herren sich für Zinnfiguren, Fahnen, Schwerter, Äxte, Rüstungsteile und Helme interessieren. Auch allerhand Nahrhaftes, wie Honig, Konfitüren, Marmeladen und Gelees, Gewürze, Kerniges aus der Räucherkammer und Flüssiges vom Metbrauer, Kräuterweine, Frucht- und Sahneliköre, Kräuterliköre und Schnäpse werden feilgeboten.

Info: Der ganztägige „Wegezoll“ beträgt 6 Euro, für das Zweitagesticket 8 Euro. Kinder unter „Schwertmaß“ haben freien Durchlass. Der Eintritt für Gewandete beträgt 3 Euro. Im Wegezoll enthalten ist der Besuch des Langbein‘schen Museums mit der Ausstellung „625 Jahre Stadtrechte“. Weiteres unter http://www.hirschhorner-ritter.de

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