Odenwälder Dekanatskirchentag steht in Hirschhorn am 18. September ganz im Zeichen des Flusses

„Flussgeschichten. An Strömen lebendigen Wassers“ heißt es am Sonntag, 18. September, beim 34. evangelischen Dekanatskirchentag. Der findet dieses Mal in der südlichsten Ecke des Dekanats Odenwald statt, in Hirschhorn. Die Stadt ist neben Neckarsteinach einer der beiden Orte im Kreis Bergstraße, der von Erbach aus evangelisch mitbetreut wird. Im Mittelpunkt des Tages steht der Neckar, was im Titel aufgegriffen wird. Wasser und Flüsse spielen in der Bibel an vielen Stellen bedeutende Rollen – auch dem will der Tag nachspüren.

Er beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst, der im Freien auf dem zentral gelegenen Chateau-Landon-Platz hinter dem Rathaus stattfinden soll (bei schlechtem Wetter im benachbarten Bürgerhaus). Die Predigt hält Dekan Dr. Karl-Heinz Schell. An ihn schließt sich die Gelegenheit zum Mittagessen an. Dabei sorgt ein Bläserchor aus verschiedenen Posaunenchören des Dekanats unter Leitung von Frank Vogel für Musik.

Um 13 Uhr beginnt das eigentliche Programm des Tages. Auf dem „Roten Sofa“ im Pfarrhof nimmt Ludwig Heyer Platz und spricht über Neckarschifffahrt im Mittelalter. Im großen Saal des Gemeindehauses gestaltet Pfarrerin Helga Hecker (Bad König) einen Workshop zum Thema „Bibliolog“, während im Keller Dekan Ekkehard Leytz (Eberbach) zusammen mit seiner Frau in den Glaubenskurs „Stufen des Lebens“ einführt. Von 14 Uhr an sitzt Christa Lorenz aus Neckarsteinach auf dem Sofa und spricht über Kindheit und Leben am Fluss.

Im Saal des Gemeindehauses bietet Margarete Heilmann einen Workshop zum Thema „Meditativer Tanz“ an, während im Keller Pfarrer Martin Hecker (Bad König) den Glaubenskurs „Spur 8“ vorstellt. Um 15 Uhr setzt sich Arnt Heilmann auf das Sofa und erinnert sich an seine Jugendjahre als Kind eines Schiffers. Im Gemeindehaus unterhält sich dann, die Flusssymbolik aufgreifend, der Odenwälder Dekan Schell mit seinem Eberbacher Amtskollegen Ekkehard Leytz über die Frage „Wohin treibt es uns?“ Im Keller nimmt zugleich die Diakonie-Mitarbeiterin Ulla Steiger unter dem Titel „Salutogenese“ das Thema Gesundheit in den Blick.

Einige Angebote beginnen ebenfalls gleich nach dem Mittagessen und dauern bis um etwa 15.30 an: So können Jugendliche unter dem Stichwort „Ablegen“ an der nahegelegenen Slipanlage mit Kanus in den Fluss aufbrechen. Anlegen hingegen wird das Seelsorgeschiff „Johann Hinrich Wichern“ aus Mannheim mit Pfarrerin Anne Ressel. Sie stellt zusammen mit ihren Mitarbeitern die Arbeit in der Seelsorge für Binnenschiffer vor und bietet auch kurze Ausflüge auf dem Neckar an.

In irschhorns evangelischer Kirche, die gleichsam als Gastgeberin ohnehin einen Mittelpunkt des Tages bildet, zeigt der Eberbacher Holzbildhauer Franz Musiol eine Auswahl seiner aus Treibholz geschaffenen Werke. Wer sich selbst als Künstler betätigen möchte, hat dazu mit der Michelstädter Künstlerin Helga Blohut-Hohmann Gelegenheit: Sie leitet an zum eigenen kreativen Gestalten mit Treibholz.

Das Team des gemeindepädagogischen Dienstes bietet auf dem nahegelegenen Spielplatz Spielstationen für Kinder und Jugendliche an, während das Dekanatsfrauenteam im Pavillon nebenan das Thema „Umgang mit Wasser“ in den Blick rückt. Das Diakonische Werk Odenwald hat einen Beitrag zur Flüchtlingsthematik vorgesehen.

Für Musik ist vielfältig gesorgt. So spielt etwa ab 13 Uhr der Eberbacher Chor „Voices of Heaven“ unter Leitung von Achim Plagge auf dem Chateau-Landon-Platz, ab 14 Uhr „Quintessenz“ und ab 15 Uhr die katholische Kirchenmusik. Die Gespräche auf dem Sofa werden durch musikalische Akzente von Hans-Joachim Dumeier und Richard Köhler bereichert. Auch „Wolkenflug“ aus Neckarsteinach wird zu Gast sein. Um 16 Uhr beginnt dann im Bürgerhaus das große, von Iris Thierolf (Text: Reinhold Hoffmann) eigens für diesen Anlass komponierte Musical „Die Wellen des Lebens“.

Die Geschichte der Kirchentage im Dekanat Odenwald, das von Breuberg im Norden bis nach Neckarsteinach im Süden reicht und zu dem 25 Kirchengemeinden gehören, beginnt bereits 1968. Anfangs fanden sie jährlich statt, später dann meist alle zwei Jahre. Der diesjährige Dekanatskirchentag ist bereits der 34. innerhalb dieser langen Geschichte.

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