Fotoausstellung zum Tag des Denkmals: In 30 Jahren hat sich Hirschhorn stark verwandelt

„Zusammen ist man weniger alleine – gemeinsam Denkmäler erhalten“: Mit dem diesjährigen Motto des landesweiten Tag des Denkmals eröffnete der Vorsitzende der Hirschhorner Altstadtfreunde, Reiner Lange, die Fotoausstellung über die Umgestaltung des Ortszentrums in den Räumen des ehemaligen Seniorentreffs. Etwa 40 Gäste wohnten ihr bei. Stadt- und Klosterführung, Kinderaktionen und Bewirtung schlossen sich den Tag über an.

Das Thema sah Lange als „sinnbildlich für die Sanierung der Altstadt in den vergangenen 30 Jahren“. Anfang der 1980er Jahre sei das Thema erstmals aufgekommen, verbunden mit der Diskussion über die Schaffung einer Fußgängerzone. In diese Zeit falle auch das erste Engagement von Altstadt-Bewohnern. Um das Interesse zielgerichtet zu bündeln, habe man 1982 den Entschluss einer Vereinsgründung gefasst.

Der Vereinszweck sei auch heute noch gültig: „das Stadtbild in seiner Gesamtheit, Wesensart und Struktur zu erhalten, zu pflegen und zu beleben“. Ohne die spätere Aufnahme in das Städtebauförderungs-Programm und das Engagement der jeweiligen Hausbesitzer, verbunden mit dem politischen Willen, die Altstadt zu modernisieren, „wäre die Sanierung nicht in diesem Umfang möglich gewesen“, sagte Lange.

Um die Schaffung einer Fußgängerzone habe es teils sehr emotionale Debatten gegeben, berichtete der Vorsitzende. In der Stadtverordneten-Versammlung gab es in der entscheidenden Abstimmung nur eine Stimme Mehrheit – die von Langes Vater Heinz, der als Altstadt-Bewohner gegen seine Fraktion stimmte. Die Arbeiten begannen 1987 in der Hauptstraße und dauerten knapp 18 Jahre, bis die Straßensanierung zur Schleusenbrücke abgeschlossen wurde.

Aus diesen Jahren habe der Verein für den Denkmaltag eine umfangreiche Fotodokumentation von der Stadt bekommen. „Bei dem einen oder anderen kommen sicherlich entsprechende Erinnerungen hoch“, meinte Lange. Für die Gestaltung der Ausstellung dankte er Ludwig Schmeisser. Der Vorsitzende wollte aber den Blick nach vorn richten: „Denn die dauerhafte Erhaltung der Attraktivität der Altstadt und deren Häuser bleibt eine Aufgabe, der wir uns immer wieder neu stellen müssen.“

Für die Stadt als Schirmherr sprach Erster Stadtrat Karlheinz Happes Grußworte. Er würdigte das Engagement der Bürger ab Ende der 80er Jahre. Die damaligen Fördermöglichkeiten seien teils „hervorragend“ gewesen, meinte er. Hirschhorn sei heutzutage gegenüber dem früheren Stadtbild kaum wiederzuerkennen. Hätte damals Langes Vater nicht für die Fußgängerzone gestimmt, „hätte Hirschhorn jetzt nicht sein heutiges Aussehen“, meinte die frühere Bürgermeisterin Ute Stenger.

Neben der Ausstellung fanden an diesem Tage weitere Angebote für die Bevölkerung statt. Unter dem Thema „Schöpferisches gestalten mit Kindern“ formten und gestalteten auf dem Vorplatz des Seniorentreffs Louisa und Ludwig Schmeisser gemeinsam mit den Kids spielerisch mit unterschiedlichen Materialien Objekte.

Weiterhin wurde eine kostenlose Stadtführung für alle Interessierten Platz angeboten. Ludwig Heyer führte die Gäste durch die Hirschhorner Gassen. Eine Bewirtung mit kleinen Odenwälder Spezialitäten fand im „Heckmann-Keller“ statt. Eine Führung durch die Hirschhorner Klosterkirche unter Betrachtung ihrer interessanten Baugeschichte bot der Förderverein mit Dr. Ulrich Spiegelberg an.

Jeder Stein mache die Klosterkirche zu einem Bilderbuch der Geschichte. Ihr wechselvolles Schicksal lässt sie auch zu einem Bindeglied der Konfessionen werden: Hauskloster der Herren vom Hirschhorn, Ort der Reformation, Stadtkirche, Verfall, Wiederaufbau und Erhalt seien Stichworte, so Spiegelberg.

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