Stellungnahme von Bürgermeister a.D. Rainer Sens zum Weggang von Rolf van den Berg aus Hirschhorn

Liebe Hirschhornerinnen und Hirschhorner, nachdem mein Name im Zuge der Abwanderungsbekundungen von Herrn van den Berg mehrfach zitiert wurde, sehe ich mich gezwungen, wie folgt Stellung zu nehmen.

1. In der Abstimmung am 5. Juni 2016 haben über 69 % der Wahlberechtigten zum Ausdruck gebracht, dass sie mit mir als Verwaltungschef noch mindestens bis zum Ende der Amtsperiode hätten leben können. Die große Mehrheit hat ein solches Ergebnis leider nicht für möglich gehalten und ist der Abstimmung fern geblieben. Da aber das Quorum von 30 % plus einer Stimme – auf welche Weise auch immer – knapp erreicht wurde, bin ich laut Hessischer Gemeindeordnung abgewählt. Das akzeptiere ich und habe Hirschhorn den Rücken gekehrt und habe mich seitdem nicht in die Kommunalpolitik eingemischt noch habe ich dies vor.

2. Ich schätze Herrn van den Berg sowohl als Geschäftsmann als auch persönlich sehr. In der großen Mehrzahl der Fälle haben wir während meiner Amtszeit harmonisch zusammen gearbeitet und vieles in Hirschhorn möglich gemacht. Richtig ist, dass es meine Aufgabe war, auch seine Projekte nach Recht und Gesetz zu behandeln. Dort, wo dies zu Schwierigkeiten geführt hat, sind wir sachlich miteinander umgegangen. Die von mir geführte Verwaltung hatte stets die Weisung, bei Belangen der Wirtschaft, also auch gegenüber den Unternehmen des Herrn van den Berg, nach Wegen zu suchen, die Projekte möglich machen, nie haben wir nach Gründen dagegen gesucht.

3. Daher hege ich weder gegen Herrn van den Berg noch gegenüber seinen Unternehmen irgendwelchen Groll, die mich veranlassen könnten, ihn anzugreifen. Seine Entscheidungen als freier Bürger kommentiere ich nicht. Ich verurteile die Verunglimpfung seiner Person klar und deutlich. Das hat nichts mit einer Politik zu tun, wie ich sie verstehe. Damit habe ich weder direkt noch indirekt irgendetwas zu tun.

4. Im Gegenteil bin ich selbst Opfer von Lügen, übler Nachrede und Gerüchten bis in das Privatleben hinein geworden. Ich wünsche niemanden, selbst meinen ehemaligen Gegnern nicht, dass sie das erleiden müssen, was meine Familie und ich durchgemacht haben. So zu handeln und über Menschen zu reden, ist abgrundtief böse. Damit will ich nichts zu tun haben.

5. Aus diesem Grund habe ich mich aus Hirschhorn fast völlig zurück gezogen. Es bleiben rein private Freundschaften, die ich nicht aufgeben möchte, und inzwischen quasi-verwandschaftliche Verbindungen. Ich bitte, dies zu respektieren und mich und meine Familie nicht mehr zu belästigen. Natürlich liebe ich die „Perle des Neckartals“ nach wie vor, bin ihren Einwohnern verbunden und bin sehr traurig, wenn ich daran denke, welche Personen sich jetzt als Herren der Stadt gebärden und welche fatalen Folgen dies unweigerlich haben wird. Ich glaube auch nicht, dass mein(e) Nachfolger(in) angesichts der Haushaltslage und der Zusammensetzung des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung mehr Spielräume haben wird als ich oder weniger Fehler machen wird. Hirschhorn ist in der Lage, in der es ist, wer die Realität nicht akzeptiert, macht sie nur schlimmer. Es geht nicht zurück in angeblich „goldene Zeiten“, es geht nur mit harter Arbeit voran – für parteipolitische Selbstdarstellungen und persönliche Eitelkeiten ist da kein Platz.

Ich bitte Sie, diese Erklärung zu akzeptieren und auf Nachfragen zu verzichten. Ich wünsche Ihnen ein schönes Leben in Hirschhorn.

Ihr Rainer Sens Bürgermeister a.D.

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