Ehrenamtliche brachten Sitzbänke in Rothenberg auf Vordermann

Bänke und Bankgruppen auf Gemarkung des Höhendorfs erstrahlen jetzt wieder in neuem Glanz. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) nahm sich zusammen mit Helfern aus dem Flüchtlingsarbeitskreis der teilweise schon etwas verwitterten Sitzgelegenheiten an. Die Idee dazu, am Ehrenamtstag im Odenwaldkreis eine solche Aktion durchzuführen, hatte Gemeindevorstand Walter Braner. Er brachte vier der fünf syrischen Flüchtlinge mit, die aktuell in der Kommune untergebracht sind. Dazu gesellten sich noch ein paar weitere Helfer aus dem Ort.

Gestartet wurde am Matzenbrunnen an der Verbindungsstraße zwischen dem Sägewerk Ihrig zwischen Ober-Hainbrunn und Finkenbach sowie Rothenberg. Hier gingen die Arbeiten so flott voran, dass sich der erste Trupp schnell weiter auf den Weg zur Bankgruppe auf der Höhe in der Nähe des Modellflugplatzes machen konnte und dort begann, die oberste verwitterte Schicht abzuschleifen. Die zweite Gruppe imprägnierte, strich die Bänke am Matzenbrunnen neu und rückte dann nach.

„Wir machen so lange weiter, wie die Jungs Lust haben“, meinte der VVR-Vorsitzende Thomas Wilcke lächelnd. Auf jeden Fall wollte man noch die Bankgruppe am Eberbacher Weg instand setzen, wo die Straße vom Ort zum Segelflugplatz vorbei führt. Danach standen verschiedene einzelne, besonders mitgenommene Objekte auf dem Programm. „Je nachdem, wie weit wir kommen“, so Wilcke. Schon gleich am Vormittag hatten sich die Ehrenamtsbeauftragen des Odenwaldkreises ein Bild der Aktion gemacht.

Das benötigte Arbeitsmaterial wie die Schleifmaschinen kam dabei aus privatem oder Vereinsfundus. Die verwendete Farbe wurde von Kommune und Naturpark zur Verfügung gestellt. „Ich habe bei der Gemeinde angefragt, was denn am Ehrenamtstag eine sinnvolle Initiative sei“, erläuterte Walter Braner. Nach dem Verweis an Thomas Wilcke waren schnell die Bänke gefunden, die der VVR aufstellt und betreut. Die jetzt sanierten haben ein unterschiedliches Alter. Manchen setzte der Zahn der Zeit schon je nach Lage kräftig zu, obwohl sie noch nicht so lange an Ort und Stelle sind. Andere hat der VVR bereits vor über einem Jahrzehnt aufgestellt. Die Verpflegung der gesamten Gruppe in der Mittagspause übernahmen Susanne Weyrauch und Tina Foshag mit Spenden der Metzgerei Beisel und Jehle.

Die vier mitwirkenden Syrer seien inzwischen alle als Flüchtlinge anerkannt, sagte Braner – eine positive Veränderung gegenüber dem Zeitpunkt der Arbeitskreis-Gründung Mitte des Jahres, als alles noch im Schwange war. Die 18- bis 23-jährigen jungen Männer sind nach wie vor bei Edgar Beisel in Rothenberg untergebracht. Inzwischen haben sie auch den Berechtigungsschein für den Integrationskurs, so Braner.

Während dieser Kurs nachmittags in Michelstadt stattfindet, bekommen die Flüchtlinge vormittags noch Deutschunterricht von Hans-Peter Fink, im „normalen“ Beruf Lehrer am Eberbacher Hohenstaufen-Gymnasium. Ein Syrer hat sich bereits als Bauzeichner ebenfalls in Eberbach beworben, andere sind im Bewerbungsverfahren, der letzte hat bald ein Vorstellungsgespräch.

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