Ehrenamtliche brachten die Grenzbrücke in Ober-Hainbrunn wieder auf Vordermann

Ehrenamt wird im Rothenberger Ortsteil an der Grenze zu Baden und Hirschhorn groß geschrieben. Wenn es etwas zu tun gibt, zögern die drei örtlichen Vereine Feuerwehr, SV und MGV nicht lange und packen an. So geschehen an der Brücke über den Finkenbach hinter dem SV-Gelände, die Hessen mit der badischen, zu Brombach gehörenden Gemarkung verbindet und bei Großveranstaltungen als Abfahrt vom Gelände genutzt wird.

1976 hatten sich die Ehrenamtlichen das letzte Mal dem Bauwerk gewidmet. Einige der alten Recken von damals waren auch diesmal mit zu Gange. Die untere Brückenschicht, bestehend aus dem als „Eisenholz“ bekannten Bongossi, war noch in sehr gutem Zustand. Nur eine Planke musste ausgetauscht werden. „Früher schnitt das Sägewerk Ihrig Exotenhölzer“, weiß MGV-Vorsitzender Wilfried Friedrich, wie man an diese Balken gelangte.

Von dort bekam man nun auch die neuen, sechs Zentimeter dicken Eichenbalken geschnitten und kostenlos geliefert. Nachdem auf die Bongossi-Hölzer eine Folie zur Abdichtung aufgebracht worden war, konnten die neuen Eichenhölzer draufgelegt werden. Viel Arbeit bedeutete durch die Schräge noch einmal das beidseitige Geländer, sagt Feuerwehr-Kommandant Stefan Hofmann. Damit war es aber noch lange nicht getan.

Denn auch die Bäume rund um die Brücke mussten freigeschnitten werden. Darum kümmerte sich Förster Hans-Peter Nelius, der die Zusammenarbeit mit dem Stromversorger RWE und der evangelischen Pflege Schönau auf der anderen Bachseite koordinierte. Die RWE erledigte laut Friedrich die Fällung der über die Stromleitungen hängenden Bäume.

Vor ungefähr einem Monat begannen die 20 Ehrenamtlichen mit ihrer Arbeit und leisteten seither um die 120 Stunden. Erst wurde das alte Geländer abgerissen, dann die morschen Deckbalken entfernt, die neuen aufgebracht, der neue Zaun angeschraubt, im Zuge der Restarbeiten Schotter aufgeschüttet und rund um die Brücke alles zurückgeschnitten. Die Materialkosten bestritten die drei Vereine aus den restlichen Erlösen der 650-Jahr-Feier. Ein kleinerer Teil wurde auch gestiftet.

1972 wurde die Brücke betoniert, erinnerten sich die Älteren unter den Helfern. 1986 folgte die erste Sanierung. Das Bauwerk dient dazu, dass bei Sänger- oder Feuerwehrveranstaltungen der Verkehr in Einbahnregelung auf der anderen Bachseite talabwärts fahren kann und nicht die schmale Zufahrt zur Neckarstraße verstopft. „Die Brücke ist sehr stabil ausgelegt“, freute sich Friedrich. Den Test mit einem 20-Tonner hielt sie jedenfalls aus.

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