Zum 25. Jubiläum war der Besuch beim Kortelshütter Kelterfest der Feuerwehr besonders gut

Wenn die Kortelshütter Feuerwehrleute ihr Kelterfest feiern, müssen bei den Schwarzkitteln in der Region die Alarmglocken läuten. Denn zwei von ihnen werden dann in bester gallischer Tradition vertilgt. Heuer schon das dritte Mal in Folge. Die zahlreichen Gäste schafften nicht nur das 55-Kilo-Wildschwein vom Spieß aus Brombacher Wäldern, sondern komplett noch ein weiteres, 30 Kilo schweres, das zuvor zu Wildgulasch verarbeitet worden war. Damit bewährte sich die Neuerung aus 2014, eine Wildsau am Spieß anzubieten, wiederum bestens.

Das herrliche Wetter bescherte den Brandschützern noch mehr Gäste als im vergangenen Jahr. Über die Mittagszeit waren die Plätze an den 20 aufgestellten Bierbankgarnituren restlos belegt, es kamen bestimmt über 200 Besucher zu den Spitzenzeiten auf den Berg. Besser hätte man sich den Zuspruch zum 25. Kelterfest rund um das Dorfgemeinschaftshaus nicht wünschen können. Dazu kommen noch diverse Erfolge der verschiedenen Mannschaften bei Feuerwehr-Wettbewerben in jüngster Vergangenheit, sodass es viel zu feiern gab.

Neben den Kameraden der befreundeten Wehren aus Hirschhorn und Rothenberg beobachtete der stellvertretende Kommandant Timo Fink dieses Mal auch viele Auswärtige, die die Gastfreundschaft der Wehrleute und das ausgefallene Speisen- und Getränkeangebot zu schätzen wussten. Sechs Zentner Äpfel von Kortelshütter und Hainbrunner Wiesen (hier von Michael Ihrig) waren im Vorfeld von Einsatzabteilung und Jugendwehr gesammelt worden, um daraus etwa 300 Liter Apfelsaft direkt vor Ort frisch zu pressen.

Malte Hinrichs und Roman Kabel gingen hierfür mehrmals am Tag zu Werke, ließen die Äpfel erst durch die Maschine kleinhäckseln und pressten diese dann mit Muskelkraft zu leckerem Saft. Den nahmen kurzerhand viele Besucher auch abgefüllt mit. Was nicht verkauft wurde, wird demnächst zum Gären gebracht, kündigte Fink an. Am Grill stand in bewährter Manier der gelernte Koch Stefan Sonnenburger. Der ist zwar kein Feuerwehr-Mitglied, ist aber bei den Festen immer an vorderster Front dabei, wenn es ums Helfen geht.

Damit der Grill unter der Wildsau nie ausgeht und sie nach mehr als sechs Stunden das entsprechende Aroma hat, schlägt sich Fink gern die Nacht um die Ohren. „Seit 2 Uhr befeuere ich den Grill“, meinte er zwölf Stunden später immer noch gut gelaunt. Insgesamt waren rund um die Veranstaltung 25 Helfer aus der gesamten Feuerwehr aktiv. Viele Speisen wurden vor Ort selbst zubereitet, so das frisch gekochte Sauerkraut oder der Zwiebelkuchen.

Der Andrang ist eine schöne Bestätigung für die Arbeit im Vorfeld: „Von 11 bis 11 wurde am Vortag gekocht“, macht Fink den Aufwand deutlich. Aber die Gäste wissen auch zu schätzen, dass beim Kelterfest viel selbst Hergestelltes auf den Teller und ins Glas kommt. Neben dem Ragout wurden auch die Semmelknödel in Eigenarbeit hergestellt, kümmerten sich die Wehrleute um Haxen und geräucherte Forellen.

Vorgeschaltet war dem Kelterfest die „Bembelparty“. Zur Musik von „DJ Firefighter“ wurde bis spät in die Nacht getanzt. Ganz aktuell wurde da der Gewinn des Südhessenpokals durch die Jugendwehr gefeiert, aber auch der zwölfte Platz beim hessischen Landesentscheid der Feuerwehrübungen für die Kortelshütter Mannschaft.

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