Hirschhorn: Wasser und Abwasser werden 2017 (erheblich) teurer

Die gute Nachricht zuerst: Die Kosten für die Müllentsorgung bleiben 2017 gleich. Die Bürger müssen also für diese Dienstleistung nicht tiefer in die Tasche greifen. Allerdings werden Wasser und Abwasser in Hirschhorn erheblich teurer: Wasser um etwa zehn Prozent auf 2,07 Euro brutto, Abwasser um etwa 17 Prozent auf 2,93 Euro. Für einen Drei- bis Vier-Personen-Haushalt können dies je nach Verbrauch um die 100 Euro Mehrkosten im Jahr bedeuten. Und die nächsten Erhöhungen zum Jahresanfang 2018 sind schon vorprogrammiert, auf dann 2,25 und 3,36 Euro. Die Hirschhorner Stadtverordneten-Versammlung stimmte der Anhebung bei einer Gegenstimme von Thomas Wilken (SPD) zu.

Fürs kommende Jahr hätten die Anhebungen noch nicht (Wasser) oder nicht in dieser Höhe (Abwasser) erfolgen müssen. Doch die große Mehrheit des Kommunalparlaments wollte die dann für 2018 auf jeden Fall anstehende Erhöhung abfedern und nicht alles auf einen Schlag in Rechnung stellen müssen, was auch Wolfgang Schilling seitens der CDU nochmal unterstrich. Denn die entsprechenden Gebührenhaushalte müssen, um den kommunalen Schutzschirm und die Vorgaben des Regierungspräsidiums zu erfüllen, zu 100 Prozent ausgeglichen sein.

Durch Entnahmen aus der Gebührenausgleichsrücklage konnte der Wasserpreis seit 2013 bewusst niedrig gehalten und auf netto 1,75 Euro gesenkt werden. Das Defizit lässt sich nach den Berechnungen von Kämmerer Michael Reinhard auch noch 2017 mit der Rücklagenentnahme bestreiten, danach ist diese aber aufgebraucht. Dann rechnet er mit einem Minus von 56.000 Euro, was eine Erhöhung um 36 Cent pro Kubikmeter bedeuten würde. Um diese zu strecken, soll es 2017 und 18 und 2018 dann nochmal um 18 Cent nach oben gehen.

Ähnlich beim Abwasser, nur dass hier die Senkung auf 2,50 Euro pro Kubikmeter Anfang 2016 erfolgte. Der erwartete Fehlbetrag, weil die Rücklage 2017 dann komplett aufgebraucht sein wird, liegt bei etwa 31.000 Euro. Was für kommendes Jahr eine Anhebung um 21 Cent je Kubikmeter bedeuten würde, um den Gebührenhaushalt auszugleichen. 2018 fehlen dann laut Reinhards Berechnungen sogar fast 100.000 Euro, weswegen der Preis um noch einmal 65 Cent steigen müsste. Als Mittelwert soll es deshalb zwei Mal um 43 Cent nach oben gehen, teilte Ausschuss-Vorsitzender Max Weber die dortige Beschlusslage mit.

Gegen diese Logik wandte sich die Argumentation von Wilken. „Weiß ich, was nächstes Jahr sein wird“, wollte er den Bürgern nach der starken Grundsteuererhöhung zum Jahresanfang 2016 nicht schon wieder Mehrausgaben zumuten. Wo der Ausgleich des Gebührenhaushalts wie beim Abwasser hermüsse, sei er bereit, diesen auch für 2017 mitzutragen. Mit allen anderen Anhebungen solle man warten, bis sie wirklich anstünden und man dann auch die genaue Höhe kenne – und nicht in vorauseilendem Gehorsam agieren, meinte der SPD-Stadtverordnete.

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