Bei der Erweiterung des Hirschhorner Feuerwehrhauses brennt die Zeit auf den Nägeln

Es geht nicht voran mit der Erweiterung des Feuerwehrgerätehaus-Anbaus. Ende Juli war Spatenstich (siehe Bild), im Laufe des Augusts sollten die Erdarbeiten erfolgen. 370.000 Euro wird das Großprojekt kosten. Aber seit einiger Zeit ruhen die Bauarbeiten, sind keine Maschinen mehr am Hang im Einsatz. Stadtverordneter Lukas Hering hatte das Thema bereits bei der vorangegangenen Ausschuss-Sitzung angesprochen, in der Sitzung des Kommunalparlaments nahm nun Erster Stadtrat Karlheinz Happes dazu Stellung.

Er sagte, dass Bauamtsleiter Detlef Kermbach beim beauftragten Eberbacher Ingenieurbüro per E-Mail nach der Verzögerung angefragt habe. Nachdem bis 22. September keine Rückmeldung vorgelegen habe, sei diese angemahnt worden und schließlich am Tag der Sitzung eingetroffen. Happes las die entsprechende Antwort vor. Demnach wurde auf ein sogenanntes „Drehbohrgerät“ gewartet, das für die weiteren Arbeiten notwendig sei. Das hätte ein Subunternehmer des beauftragten Bauunternehmens liefern sollen, sagte Happes. Bei einem Ortstermin Mitte September habe sich wohl die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Fundamentarbeiten besser durch „Erdvernagelung“ geschehen sollten.

Die schwierigen Bodenverhältnisse waren bereits im Vorfeld bekannt. Trotz eines Bodengutachtens tauchte den Worten von Happes zufolge „plötzlich“ ein größerer Sandsteinbrocken auf. Dass im Vorfeld nur zwei Probebohrungen scheinbar an den falschen Stellen vorgenommen worden waren, sorgte im Gremium für Kopfschütteln. Aktuell gibt es auch keine neueren Erkenntnisse, wie es weitergehen soll. Damit steht der eigentlich für Oktober geplante Abschluss der Betonarbeiten in den Sternen.

Ganz zu schweigen vom eigentlichen Zeitplan, der für den November die Dacharbeiten vorsah, im Dezember den Ausbau mit Fenster und Tor. Die Fertigstellung sollte – auch unter Eigenleistung der Wehrleute – im Laufe des kommenden Jahres erfolgen. 120 Kubikmeter Beton werden verarbeitet, 11,5 Tonnen Stahl verwendet. Hering (CDU) bat darum, bei Vorlage neuer Erkenntnisse die Stadtverordneten zu informieren.

SPD-Fraktionsvorsitzender Max Weber ärgerte sich über das Gebaren des Ingenieurbüros. „Das kann ja wohl nicht sein, dass die sich nicht melden“, meinte er. Weber regte an, diese Erfahrung bei künftigen Auftragsvergaben mit einfließen zu lassen. Vielleicht könnte man in den Verträgen fixe Termine reinschreiben, bei deren Überschreitung automatisch Strafzahlungen anfielen – ohne dass man den Leuten hinterher rennen müsse.

Verzögerung auch bei einem weiteren Prestigeprojekt: Die Telekom hatte laut Happes beim Breitband-Spatenstich Ende Juni in Igelsbach von einem Baubeginn im August gesprochen. Allerdings erfolgte der nicht. „Nachdem dies nicht geschehen ist, haben wir dort nachgefragt“, sagte der Erste Stadtrat. Und folgende Auskunft erhalten: Aufgrund der Verlegung von Stromleitungen beim „Greiner Eck“ sei dort parallel mit der Leitungslegung für Breitband begonnen worden.

„Es wurde erreicht, dass die Baustelle eingerichtet wird“, teilt er mit. Von den unterschiedlichen Vertragsausgestaltungen sei der Stadt vorher nichts bekannt gewesen. Der Zeitplan habe sich bisher nicht geändert, weiterhin steht April 2017 als Fertigstellungstermin im Raum. Einen Monat vorher wolle das Unternehmen die Bürger informieren.

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