Schreinerei Bellut in Airlenbach informierte beim Tag der offenen Tür über ihre Produkte

Ein schöner Erfolg war für die Schreinerei Bellut der Tag der offenen Tür verbunden mit dem sechsten Kunsthandwerkermarkt. Den ganzen Tag über herrschte auf dem Gelände am Ortseingang von Airlenbach reger Betrieb, informierten sich die Besucher zum einen über den Betrieb, nahmen aber zum anderen genauso gerne die vielen schönen handgefertigten Produkte in Augenschein, die auf dem Hof verkauft wurden.

Vor 30 Jahren gründete Jürgen Bellut seine Schreinerei in Heppenheim, vor sechs Jahren zog er damit in den Odenwald. Fünf Mitarbeiter sind derzeit in dem florierenden Betrieb tätig. Einer von ihnen, Moritz Schumacher, machte im vergangenen Jahr sein Meisterstück. Und das gleich im doppelten Sinn: nämlich als Titel und in Form eines Tischkickers als ausgezeichnete Arbeit. Er ist es auch, der im kommenden Jahr in die Firma mit einsteigt und sie dann sukzessive übernehmen wird.

Dass die Ausbildung in der Schreinerei Bellut von Erfolg gekrönt ist, zeigt sich auch an den Gesellenstücken von zwei Auszubildenden. Beide schlossen damit als Innungsbeste ab. Im vergangenen Jahr war dies Kevin Krautschneider mit einem Schreibtisch aus Kirschbaum, davor wieder Moritz Schumacher mit einem Fernsehschrank. Für sein jetziges Meisterstück aus Nussbaum und Ahorn benötigte er 450 Stunden an Planungs- und Bauzeit.

Doch der Betrieb ist beileibe nicht nur auf Holz beschränkt. Es gibt die neuesten Gleittürentrends, ein Schlafstudio mit allen Produkten für einen angenehmen Schlaf vom Lattenrostsystem übers Bettgestell bis zur Matratze, eine Werkstatt mit neuen Wohnideen und individuell gefertigte Holztreppen. Zum Thema Innenausbau sowie Bad- und Küchenmöbel stand das Team ebenfalls für Fragen zur Verfügung.

Werkstatt und Wohnhaus sind in Holzständerbauweise errichtet, womit der Fokus der Firma auf Ökonomie und Ökologie deutlich wird. Wie so etwas in der Praxis aussieht, konnten diese Gäste bei der Führung durch einen Holzständer-Rohbau erfahren. Ein Zimmermann beriet die Interessierten. Daneben wurde das neue Lager eingeweiht, das an diesem Tag noch als Platz für Biertischgarnituren diente.

„Wir achten viel auf Nachhaltigkeit“, betonte Schumacher. So werde in letzter Zeit viel Holz vom Sägewerk Kurtz in Aschbach verwendet. Für die Herstellung der Matratzen einer österreichischen Firma, die Bellut vertreibe, werde Naturlatex verwendet. Die Wärmeproduktion erfolgt mit einer Hackschnitzelheizung, die sowohl Werk-Abfälle als auch regional hergestellte Holzhackschnitzel verwertet. Die Produktion geschieht überwiegend mit Strom aus der eigenen Fotovoltaik-Anlage. „Der Betrieb läuft gut, die Nachfrage ist da“, freute sich der Schreinermeister.

„Gleichmäßig gut besucht“ war seinen Worten zufolge die Veranstaltung. Die Verknüpfung von Tag der offenen Tür mit Kunsthandwerkermarkt funktioniere. Für die Kleinen gab es oberhalb Ponyreiten, außerdem durften sie die Schafe und Ziegen des Hofs besuchen und auf dem Markt mit Holz Nistkästen basteln. Die Dorfgemeinschaft Airlenbach kümmerte sich derweil darum, dass niemand Hunger und Durst leiden musste.

Unter den Kunsthandwerkern waren manche bekannten Gesichter wie Drechsler Sauer, aber auch ein paar neue. Socken aus selbst gefärbter Wolle, getöpferte Gartenfiguren, handgetöpferte Keramik, handgefertigte Messer und Bögen sowie Glasarbeiten und Segeltuchjacken deckten ein breites Sortiment ab, von dem so mancher Besucher etwas mit nach Hause nahm.

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