Jugendbuchautorin Martina Wildner las in der Oberzent-Schule Beerfelden aus „Finsterer Sommer“ vor

Es ist inzwischen schon fast gute Tradition: Seit sechs Jahren erhalten Oberzent-Schüler vor den Herbstferien die Möglichkeit, einen Schriftsteller aus dem Kinder- und Jugendbuchbereich bei einer Lesung zu erleben, ihm oder ihr Fragen zu stellen und Bücher signieren zu lassen. Dies wird ermöglicht durch die Aktion „Leseland Hessen“ in Zusammenarbeit mit der Beerfelder Buchhändlerin Gabriele Setzer von der „Bücherstube“.

Bislang waren Andreas Schlüter, Susanne Mischke und Jochen Till in der Schule zu Gast. Antje Wagner ist sogar schon zweimal in die Oberzent gereist. In diesem Jahr ist die Wahl des Fachbereichs Deutsch mit seiner Leiterin Derya Özdemir auf die Berliner Autorin Martina Wildner gefallen, die morgens von Schulleiter Bernd Siefert in der Mensa begrüßt wurde – im Beisein aller siebten Klassen, die nach zwei Schulstunden ihre Plätze für eine weitere Leserunde für die sechsten Klassen räumten.

Martina Wildner ist kein Neuling auf dem Jugendbuchmarkt. Sie schreibt seit 2003 Bücher und holte bislang schon renommierte Literaturpreise, unter anderem den Peter-Härtling-Preis für „Jede Menge Sternschnuppen“. 2014 gewann sie den Deutschen Jugendliteraturpreis für das Werk „Königin des Sprungturms“. Nach Beerfelden kam sie mit ihrem neuesten Buch. Das trägt den Titel „Finsterer Sommer“ und spielt an der Atlantikküste in Frankreich. Rund um die Bunker des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg entwickelt sich dort eine spannende Abenteuergeschichte.

Wildner vermittelte den Schülern vor und zwischen den Lesepassagen einiges an historischem Wissen, ergänzt durch private Fotos aus den Frankreich-Urlauben am Atlantischen Ozean. Durch Letzteres erhielten die Jugendlichen auch eine Vorstellung davon, wie sich die Schriftstellerin Ideen und Anregungen für neue Bücher holt. In der abschließenden Fragerunde verstand es die Autorin, durch ihre Antworten den Schülern einen Einblick in die Arbeit eines Schriftstellers zu vermitteln.

So erzählte sie, wo geschrieben wird (auch mal im Bett), wie viel man damit verdient (ungefähr einen Euro pro Buch), ob sie schon immer Autorin war (nein, davor Grafik-Designerin) und noch vieles mehr. Zum endgültigen Abschluss gab es dann noch Autogrammkarten oder eine Unterschrift in Büchern – wie immer eine schöne Erinnerung an die erste Begegnung mit einem Schriftsteller.

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