Die Hinterbacher wollen ihr eigenes gelbes Ortsschild

Die Hinterbacher wollen endlich ihr eigenes gelbes Ortschild. Bisher wird der Weiler nur durch die grünen Hinweisschilder gekennzeichnet, die aber nicht die gleichen Vorschriften und Möglichkeiten nach sich ziehen. Die WGR-Fraktion hatte diesen Wunsch nun zu einem Antrag formuliert und damit für einen vollen Bürgersaal im Rathaus gesorgt, als die Gemeindevertretung darüber beriet.

Wie Matthias Heiß für die WGR erläuterte, habe Hinterbach als einziger Rothenberger Ortsteil den Status eines Weilers, während alle anderen Teilgemeinden eine „geschlossene Ortschaft“ darstellten. Dies hat laut Schwinn zur Folge, dass Autos nicht am Straßenrand abgestellt werden dürften (Parken auf einer Vorfahrtstraße außerhalb geschlossener Ortschaften). Was die Anwohner vor Probleme stelle, wenn Besucher per Auto kommen.

Darüber hinaus, erläuterte er, werde mit einem gelben Schild die erlaubte Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt. Auch dies trage „maßgeblich zu einem ruhigen und sicheren Verkehrsfluss bei“. Die Bebauung, so Schwinn, lege ebenfalls eine abgeschlossene Ortschaft nahe. Die WGR beantrage vor diesem Hintergrund die Aufnahme entsprechender Gespräche mit den zuständigen Behörden.

Wie Brigitte Heckmann (SPD) ergänzte, lässt sich aus einem Schreiben bereits die Unterstützung des Odenwaldkreises erkennen. Als untere Verkehrsbehörde ist Bürgermeister Hans Heinz Keursten zuständig. Der soll laut dem einstimmig verabschiedeten Antrag nun an Polizei und Hessen Mobil als Straßenverkehrsbehörde herantreten, um diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.

Erinnert wurde in diesem Zusammenhang an den gleichen Versuch 1983, als das Ansinnen abschlägig beschieden wurde. In der Zwischenzeit jedoch, so die Hoffnung, habe sich die Art der Bebauung dahingehend verändert, dass sie nun geschlossener ist und somit dem Charakter einer Ortschaft und nicht nur eines Weilers Rechnung trägt.

Auch bei einem zweiten Antrag der WGR spielte Hinterbach eine Rolle. Hier ging es um die Mobilfunkabdeckung. Ebenfalls Heiß sprach sich im Namen der Fraktion für die Kontaktaufnahme mit der Telekom auf, um Möglichkeiten aufzuzeigen, den Empfang im bisherigen Niemandsland zu gewährleisten. Denn seinen Worten zufolge sind auch Teile der Raubach und von Finkenbach ohne Netz, unabhängig vom Provider.

Der FWG-Mann betonte, dass der schnelle Internetzugang für Rothenberg und seine Ortsteile einen deutlichen Wettbewerbsvorteil und einen höheren Lebenskomfort darstelle. Doch: „Mobile Daten werden zukünftig immer wichtiger“, so Heiß. Die Gemeinde dürfe hierbei „den Anschluss nicht verlieren“. Aus der Runde klang an, dass ein mehrtägiger Ausfall des erdgebundenen Telefonnetzes während der Breitband-Verlegung mit einigen Gefahren behaftet gewesen sei. Umso notwendiger sei in diesen Gebieten ein Mobilfunkempfang.

Bürgermeister Keursten hatte sich im Vorfeld schon mit der Telekom in Verbindung gesetzt und von dort die lapidare Antwort erhalten, es sei „kein Ausbau geplant und kein Auftrag vorhanden“. Mit dem einstimmigen Votum der Gemeindevertretung im Rücken will er nun nochmal an den trägen Telekommunikationsriesen herantreten.

Aus der Bürgerschaft hatte es im Vorfeld der Sitzung zwei Fragen zum geplanten Grenzänderungsvertrag gegeben. Der wird notwendig, wenn zum 1. Januar 2018 die vier Oberzent-Orte fusionieren. Vorschläge für notwendige Namensänderungen von Straßen können an die Verwaltung weitergegeben werden, sagte Keursten. Konkret ging es um die jeweilige Talstraße in Rothenberg und Beerfelden. Da die im Höhendorf 33 Anlieger gegenüber 39 in der Stadt am Berge hat, wird eine Änderung wohl die Rothenberger treffen. Die künftigen Ortsbeiräte werden laut Bürgermeister mindestens drei, höchstens neun Mitglieder haben. Wenn es an ihre Konstituierung geht, wird es Info-Veranstaltungen geben.

 

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