Übung von Hirschhorner und Langenthaler Feuerwehr: Sechs Personen beim Brand in der „Linde“ vermisst

„Übungsziel erfüllt“ vermeldete Stadtbrandinspektor Marco Albert nach knapp 90 Minuten. Die Feuerwehr-Abteilungen Hirschhorn-Mitte und Langenthal hatten sich die leerstehende „Linde“ im Stadtteil als Objekt für die gemeinsame Jahresabschlussübung ausgesucht. Simuliert wurde ein Brand mit vermissten und eingeschlossenen Personen. Ein anspruchsvolles Szenario also, aus dem die Wehrleute einige Erkenntnisse ziehen konnten. Die festgestellten Kleinigkeiten „nehmen wir im nächsten Jahr mit auf den Übungsplan“, so Albert.

Angenommen wurde ein regulärer Hotelbetrieb in der „Linde“, erläuterte der ehemalige Langenthaler Kommandant Matthias Kuntze den Übungsbeobachtern. Der Brand entzündete sich, weil ein Gast unachtsam im Bett geraucht hatte. Das ausgebrochene Feuer wurde zuerst nicht bemerkt, da im Gebäude fiktiv der Pflicht zur Anbringung von Rauchmeldern nicht nachgekommen worden war.

Sechs Personen mussten dem Übungsplan zufolge gerettet werden, teilweise vom Balkon oder aus dem stark verrauchten Treppenhaus. Die Absicherung der Einsatzstelle und die Wasserversorgung aus Hydrant, Bach und mittels mitgeführtem Tank wurden von weiteren Kräften sichergestellt. Parallel begann die Brandbekämpfung.

An die 50 Brandschützer waren am Abend im Einsatz. Die Langenthaler führten dabei unter der Leitung von Steffen Guckenhan den Erstangriff durch. Er wurde dann von Christian Albert unterstützt, der mit den zeitgleich alarmierten Hirschhornern kurze Zeit später anrückte, die ihren kompletten Fuhrpark mitbrachten. „Der Brand breitete sich ziemlich schnell aus“, so Marco Albert zum weiteren Szenario. Verschiedene Einsatzabschnitte wurden gebildet, das Gebäude Etage um Etage, Raum um Raum abgesucht.

„Im Vordergrund stand die Menschenrettung“, sagte der Stadtbrandinspektor. 14 Feuerwehrleute drangen dazu unter Atemschutz ins Gebäude ein. Nach und nach wurden die sechs Personen in den verschiedenen Stockwerken „gefunden“, mit sogenannten Fluchtfiltermasken nach draußen geführt oder auch per Leiter vom Balkon „gerettet“, um fiktiv dem Rettungsdienst übergeben zu werden. Per Drucklüftung wurde der Rauch aus der „Linde“ geblasen.

Nach abschließenden Löschmaßnahmen wurde die Übung nach etwa eineinhalb Stunden beendet. Mit einer abschließenden Manöverkritik und einem gemeinsamen Essen wurde der Abend im Feuerwehrgerätehaus beschlossen. „Die vergangenen Ausbildungen haben Früchte getragen“, lobte Albert. Darauf lasse sich aufbauen. Ebenso bezeichnete er die Anschaffungen in der letzten Zeit als sinnvoll. „Weitere werden notwendig sein“, um technisch auf dem neusten Stand zu bleiben, betonte der Feuerwehrmann.

Das neue Fahrzeug LF10 KatS ist laut Albert „eine große Verbesserung“, da es mehr Wasser transportieren könne, eine bessere Pumpe habe, außerdem Lichtmast und Stromerzeuger. Neben dem war die Abteilung Mitte noch mit Tanklöschfahrzeug, Einsatzleit-, Rüst-, Geräte und Kommandowagen angerückt. Die Langenthaler waren als Erste mit MTW und Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) am Einsatzort. Mit dem Engagement der Feuerwehrleute war der oberste Hirschhorner Brandschützer „sehr zufrieden“.

Ebenso wie Kreisbrandmeister Sven Falter aus Schönmattenwag, der für die Bereitschaft dankte, sich rund um die Uhr im Ehrenamt für die Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Falter sprach bei der Besprechung auch den Partnern und Eheleuten der Brandschützer für deren Verständnis gegenüber der verantwortungsvollen Tätigkeit seinen Dank aus. „Ohne dieses wäre eine solche Arbeit gar nicht möglich“, verdeutlichte er.

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