Petrus strahlte über dem Neckarsteinacher Allerheiligenmarkt

Besser hätten die äußeren Bedingungen nicht sein können. Pünktlich zu Beginn des Allerheiligenmarktes lösten sich im Neckartal die letzten Nebelreste auf und präsentierte sich die Vierburgenstadt am vorerst letzten schönen Tag des Herbstes von ihrer besten Seite. Kein Wunder, dass sich die Kirchstraße nach der offiziellen Eröffnung sehr schnell mit Gästen füllte, die auf der Suche nach dem einen oder anderen kulinarischen Genuss zum Mitnehmen oder sofort Verzehnren waren.

Wie sowieso die Veranstaltung ein Fest der Genüsse ist: leckere Marmeladen an einem Stand, wohlschmeckender Käse am nächsten. Zum Runterspülen gibt’s ein paar Meter süffige Brände aus heimischem Obst. Der historische Palmbräu-Wagen, innen auf modern umfunktioniert, „spuckt“ den „Stolz des Kraichgaus“ kostenlos aus. Es ist wieder Allerheiligenmarkt in Neckarsteinach, die Geschäfte haben an diesem Tag geöffnet – und die Vierburgenstadt randvoll mit Kaufwilligen.

In seiner Begrüßung dankte Bürgermeister Herold Pfeifer „allen Marktleuten und Vereinen“, ohne die das vielfältige Angebot dieses Allerheiligenmarktes nicht möglich wäre. Pfeifer vergaß auch nicht Bauhof und Bauverwaltung, die on gewohnter Manier aller vorbereitet hätten. Er hieß die zahlreichen Gäste aus nah und fern willkommen, die bei der nun schon zwölften Auflage des Festes die Straßen füllten. Denn vom nahen Baden-Württemberg kommen gerne die Besucher nach Hessen, um dort zu schlendern und sich mit Leckereien einzudecken. Der Rathauschef wies auf die Ausstellung im Razhjaus mit Werken von Heidi Karle hin.

Vierburgenkönigin Sophia eröffnete mit ihrem Burgfräulein Sina offiziell den Allerheiligenmarkt. Vor zwei Jahren sei Neckarsteinach in den Schlagzeilen gewesen, weil die hessische Kleinstadt nach Baden-Württemberg wechseln wollte. Der Vorteil unter anderem: zwei Feiertage mehr. „Aber heute sind wir auf die badischen Nachbarn angewiesen“, meinte sie schmunzelnd. Dass nämlich diese an ihrem freien Tag „uns besuchen“ und für Umsatz sorgten. „Heute lebt Hessen“, meinte Sophia

Die erschienenen Besucher ließen es sich gutgehen. An der einen Stelle lockten viele Süßigkeiten in Form von Pralinen, nebenan war Käse-Hannsi aus Vorarlberg eifrig am Schneiden. Die geräucherte Wurst dazu gab’s bei Mario Rubel vom Vogelsberg. Er kommt mit seinen Wild-Waren schon seit sechs Jahren an den Neckar, weil ihm das Altstadt-Ambiente besonders gefällt und er sich im südlichsten Zipfel Hessens sehr wohl fühlt.

Hans Mäser aus Neckargemünd hat nicht nur seltene Brände und Säfte im Angebot, sondern kümmert sich auch um alte Obstsorten. dabei. Der Pomologe (Apfelkundler) hat so etwa aus einem Birnbaum, „den es nur zwei Mal in Neckarsteinach gibt und sonst nirgends in Deutschland“, das Vierburgenbirnen-Gelee kreiert. Diese historische Sorte sei 250 bis 280 Jahre alt „und ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt“.

Typische Markterzeugnisse wie frisches Obst und Gemüse, frischer Fisch aus Waldwimmersbach, Kräuter, Gewürze, getrocknete Früchte, edle Brände, Blumen, Ziegen- und Schafskäse, Käse aus dem Kräutergarten, Schmuck, Schals oder Heilsteine rundeten das vielfältige Angebot in der Kirchenstraße ab. Die Musikfreunde sorgten im „Schadenfroh-Hof“ und in der „Musenklause“ sowie der Sängerbund im „Schönauer Hof“ fürs leibliche Wohl zu bezahlbaren Preisen.

Rita Fürneisen aus Neckarsteinach hatte leckere Trüffel, Pralinen, Lebkuchen und Schokoäpfel im Angebot. Die Knolle Company von Alexander Grundmann war mit einer Kartoffelbäckerei vor Ort, Ulrike Klein aus Wald-Michelbach mit Honig, Bienenprodukte und Honigmet, Werner Zechmeister aus Billigheim mit heißen Maronen, gebrannte Mandeln sowie Nüssen und Magenbrot.

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