Oliver Berthold wurde als neuer Bürgermeister von Hirschhorn in sein Amt eingeführt

Oliver Berthold ist als neuer Bürgermeister von Hirschhorn vereidigt. Der 38-Jährige wurde auf einer öffentlichen Stadtverordnetenversammlung im Bürgerhaus in sein Amt eingeführt. Er hatte Ende September die Wahl zum Stadtoberhaupt bereits im ersten Urnengang mit fast zwei Drittel der abgegebenen Stimmen für sich entschieden. „Offiziell“ nimmt der zuvor bei der Stadt Heidelberg tätige Verwaltungsfachmann seine Arbeit in der Neckarstadt am 1. Dezember auf.

Durch die Sitzung führte Stadtverordneten-Vorsteher Harald Heiß. Bevor er die Ernennungsurkunde übergab, blickte der Erste Stadtrat Karlheinz Happes auf die Vakanz nach der Abwahl von Bürgermeister Rainer Sens zurück. Die Zeit habe gezeigt, dass es „nicht nur notwendig war, das Alltagsgeschäft zu erledigen, sondern es mussten auch Baustellen bearbeitet werden“. Bei einigen sei „die Brücke wieder befahrbar“, meinte er, bei anderen müsse noch durch den neuen Bürgermeister weitergearbeitet werden.

Happes sagte den städtischen Mitarbeitern Dank für die „spontane Unterstützung“ vom ersten Tag an. Die notwendigen Beratungen mit den städtischen Gremien seien von gegenseitigem Verständnis und Miteinander geprägt gewesen. Er wünschte sich, dass dies auch dem neuen Rathauschef gegenüber so fortgeführt werde. „Machen Sie ihm das Arbeiten leicht“, meinte der Stadtrat. Berthold werde das entgegengebracht Vertrauen gerne nutzen: „zum Wohle von uns allen“.

Happes skizzierte mit Ironie die vielfältigen Aufgaben eines Bürgermeisters, der eine Kreuzung aus „volkstümlichem Bierzeltkönig und kreativem Verwaltungsmanager mit betriebswirtschaftlichem und juristischem Sachverstand“ sein solle. Er zitierte in diesem Zusammenhang die humorvollen „Zwölf Regeln für den Umgang mit Bürgermeistern“, die der geschäftsführende Direktor des hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke, aufgestellt hatte. Zusammen mit den anderen Magistratsmitgliedern übergab der Stadtrat im Anschluss die Urkunde.

Bevor er die Vereidigung und Verpflichtung vornahm, wünschte Heiß dem neuen Verwaltungschef unter anderem eine glückliche Hand, Fingerspitzengefühl und gute Nerven. Sein Blick müsse sich nach vorn richten. Das Wohl der Stadt solle Maßstab des kommunalpolitischen Handelns sein. Er wünschte Berthold eine erfolgreiche Amtsführung und bot ihm die kollegiale Zusammenarbeit des städtischen Parlaments an.

Für die drei in der Stadtverordneten-Versammlung vertretenen Fraktionen sprachen Wolfgang Schilling (CDU), Marin Hölz (Profil) und Max Weber (SPD). Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz überbrachte die Grüße des Landrats. Sie wünschte Berthold Weitsicht, Durchhaltevermögen und Menschlichkeit, die es zum Wohl der Stadt einzusetzen gelte. Hirschhorn mit seinen „besonderen Voraussetzungen“ hatte es ihr sehr angetan. Stolz erwähnte unter anderem die gute Infrastruktur durch den S-Bahn-Anschluss.

Für die beiden Kirchengemeinden überbrachten Diakon Dieter Klement, Pfarrer Pater Joshy und Pfarrer Jörg Awischus Glückwünsche. Seitens der Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden sprach Herold Pfeifer aus Neckarsteinach. Neben ihm waren auch Peter Reichert (Eberbach), Hans-Heinz Keursten (Rothenberg) und Jan Frey (Schönbrunn) anwesend. Aus Brombach waren Ortsvorsteher Victor Hartmann, aus Heddesbach Bürgermeister-Stellvertreterin Annemarie Backfisch und aus Wald-Michelbach der Beigeordnete Manfred Gölz erschienen. Für die Hirschhorner Theatergruppe sprach Anja Stangl Grußworte.

In seiner Ansprache würdigte der neue Bürgermeister den „riesigen Vertrauensvorschuss“ durch die Bürger. Er hoffe, dass er in den berühmten 100 Tagen schon einige seiner Zeile erreichen könne. Feuerwehrgerätehaus-Anbau, das Neubaugebiet in Langenthal und den Windpark am Greiner Eck nannte er als vorrangige Themen. Berthold dankte Happes für dessen „beispielloses Engagement“, mit dem dieser in der Übergangszeit die Geschicke der Stadt gelenkt habe.

Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgte die katholische Kirchenmusik mit drei Stücken. Unter der Leitung von Kerstin Obert gab es „The Liberty Bell“, den „Moldau-Walzer“ und die „Celebration Overture“ zu hören. Viele Bürger und auch Besucher aus den umliegenden Orten hatten sich zur Amtseinführung im Bürgerhaus eingefunden und nutzten im Anschluss die Gelegenheit zur Gratulation und zum Austausch. Die zahlreichen flüssigen Geschenke für Berthold werden diesem eine beschwingte Vorbereitung seines Amtsantritts ermöglichen.

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