Mit dem „Winter-Rap“ klang für den Gemischten Chor Finkenbach das Sängerjahr beim Adventskonzert aus

„Hört, es klingt vom Himmelszelt“ hatte der Gemischte Chor sein Adventskonzert überschrieben, zu dem er in die evangelische Kirche oberhalb des Ortes einlud. Nicht nur Besucher, sondern auch viele mitmusizierende Gäste, die die Veranstaltung mit ihren Vorträgen bereicherten. Das Gesamtergebnis kam bei den Zuschauern, die das Kirchenschiff bis auf den letzten Platz füllten, bestens an. „Wir hörten nur positive Stimmen“, freute sich der Vorsitzende Rainer Maurer.

Nach der Einstimmung durch Claudia Obenauer an der Orgel setzte der Chor mit seinen ersten beiden Stücken gleich Maßstäbe: „So soll es sein“ und „Weit, weit weg“ schallten durch die Kirche und zeigten das breite Spektrum an Liedliteratur des etwa 25-köpfigen Klangkörpers auf. „Hört, es klingt vom Himmelszelt“ (Mary’s Boychild) und „This little light of mine“ erklangen im weiteren Verlauf des Konzerts, am Klavier begleitet und geleitet von Chorleiter Karlfried Schicht. Dazwischen gab es eine Lesung mit dem Lied „Nada de turbe“, ebenfalls vom Chor vorgetragen.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Reinhold Hoffmann trugen Nora und Sarah die beiden Stücke „White Christmas“ und „Winter Wonderland“ vor. Sophia Holschuh glänzte mit „Sonatine“ und „Ich bete an die Macht der Liebe“, Leonie Edelmann sang „Titanium“ und „Refine Me“, ehe Pfarrer Hoffmann den Segen sprach. Als „Begleit-Combo“ fungierten neben Gert Menges auch Benedict und Karlfried Schicht sowie Thomas Schmidt „Die von uns ‚verpflichteten‘ Mitwirkenden haben unsere Veranstaltung mehr als bereichert“, meinte Maurer in seinem Fazit. Der Chor wiederum konnte die Gäste durch die Vielseitigkeit der vorgetragenen Stücke überzeugen.

„Für den heutigen frühen Abend haben wir uns ein buntes Programm ausgedacht, das jedem von Ihnen etwas bietet“, sagte Maurer in seinen einleitenden Worten. Auch die Jugend sei gut vertreten. Die Themen streiften Lieder und Texte von vor 500 Jahren („Nada de Turbe“ von Theresia von Avila) bis zur Gegenwart („So soll es sein“ von Ich und Ich). Der Gemischte Chor habe ein schönes und aufregendes Jahr hinter sich. 2016 brachten die aktiven Sängerinnen und Sänger „nicht 500, nicht 1000, auch nicht 1500, sondern insgesamt 2140 Lebensjahre“ auf die Bühne. Alle zusammen bedeuteten eines: viel Spaß am Singen.

Der Chorgesang unterliege derzeit einem erheblichen Wandel, meinte der Vorsitzende nachdenklich. Nicht jeder Chorleiter erkannte dies bereits, aber Karlfried Schicht habe es mit Co-Chorleiterin Uschi Egler 2016 geschafft, „einige Weichen neu zu stellen“. Diese erfolgreiche Arbeit stellte der Chor laut Maurer bei den Auftritten in Schöllenbach, Gammelsbach, Hetzbach, Affolterbach, Igelsbach und zuletzt in Olfen unter Beweis. Ein Höhepunkt in diesem Jahr sei der Auftritt aller Chöre des Sängerkreises Neckartal beim Benefizkonzert zugunsten der Flüchtlingsarbeit in der St. Martins-Kirche in Beerfelden gewesen.

„Was wäre unsere Zukunft ohne Nachwuchs?“, fragte Maurer in die Runde. „Nicht nur wir, auch unsere Nachbarchöre blicken mit sorgenvoller Miene in die Zukunft.“ Die heutige Zeit lasse gerade im ländlichen Raum der Jugend nicht viel Zeit, sich einem derartigen Hobby zu widmen. Schule, Ausbildung und Beruf „verstreuen unsere Kinder in alle Richtungen“. Das sei nachzuvollziehen, aber sehr schade. Die Älteren spürten umso mehr, wie wichtig ein Miteinander in Vereinen wie etwa dem Chor für die Menschen ist. Besonders hob der Vorsitzende deshalb auch die Qualität der Beiträge der sehr jungen und jugendlichen Mitwirkenden hervor. „Sie haben Vortreffliches geleistet.“

Für den Abschluss hatte sich der Gemischte Chor etwas Besonderes ausgedacht. Zum einen gab es vor der Kirche Glühwein und selbstgebackenen Stollen gegen eine freiwillige Spende. Zum anderen sgte Maurer, „nach den besinnlichen Advents- und Weihnachtstagen kommt die Jahreszeit, die nicht jeder mag: der Winter.“ Und deshalb habe Uschi Egler etwas eingeübt, das zeigen solle, „dass die trostlose Jahreszeit gar nicht so ohne ist“. Als Abschiedssong gab es dann einen viel beklatschten „Winter-Rap“. Mit der Vorschau von Maurer, im nächsten Jahr mit neuen Ideen und Liedern unter Beweis zu stellen, „dass unser Chor auch im 118. Jahr noch viel zu bieten hat“.

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