Baumfeld zur Urnenbestattung auf dem Darsberger Friedhof eingeweiht

„In der allgemeinen Trauer- und Bestattungskultur hat sich ein tiefgreifender Wandel vollzogen“, sagte Bürgermeister Herold Pfeifer bei der Eröffnung des Baumfelds zur Urnenbestattung auf dem Darsberger Friedhof. Gemeinsam mit dem Ortsbeirat und besonders mit dessen ehemaligem Ortsvorsteher Ralf Edelmann wurde es unter Unterstützung der städtischen Gremien verwirklicht.

Der Projektchor Darsberg unter der Leitung von Anja Emmerich eröffnete die Veranstaltung mit dem Stück „Das Meer der Liebe“. Bürgermeister Pfeifer bezeichnete die Gründe der Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen als vielfältig: so die räumliche Zersplitterung traditioneller Familienverbände, aber auch die Auswirkungen des demografischen Wandels. Viele könnten aufgrund von Krankheit und hohem Alter oder wollten, aus welchen Gründen auch immer, die Grabstätten ihrer Angehörigen nicht mehr selbst pflegen.

Aus diesem Wunsch nach alternativen Bestattungsformen entstanden laut Pfeifer kommerzielle Friedwälder und Ruhehaine, die in kürzester Zeit einen enormen Zulauf erfahren hätten. „Da wir diesen Trend nicht aufhalten können, aber gleichzeitig für die Erhaltung der Friedhöfe verantwortlich sind, haben wir bereits mit der Errichtung von Urnenstelen auf dem Friedhof in Neckarhausen ein erstes Zeichen gesetzt“, so der Bürgermeister. Die Idee des Ortsbeirats Darsberg sei in den städtischen Gremien auf eine breite Zustimmung gestoßen.

Wie der ehemalige Ortsvorsteher Ralf Edelmann in seiner Projekterläuterung sagte, habe sich der Ortsbeirat bereits 2011 mit der Möglichkeit der Etablierung neuer Bestattungsformen beschäftigt. Der unterbreitete Vorschlag zur Umsetzung war Edelmann zufolge – „sowohl was die Funktionalität als auch die Anmut betrifft“ – durch eine Beschränkung auf das Wesentliche gekennzeichnet. Als Standort wurde der Grünsteifen entlang des Hauptweges gewählt.

Der vorhandene Baumbestand soll in die Gestaltung einbezogen sowie die bestehende Einzäunung zur inneren Abgrenzung in den Bereichen Wasserstelle als auch Abfallentsorgung ergänzt werden, sagte Edelmann. Das Baumfeld selbst bestehe aus zwei Grabfeldern und einem zentralen Bereich. Es biete Platz für die Bestattung von bis zu 110 Urnen. Die zur Aufstellung angedachte Sandsteinstele befinde sich bereits im Eigentum der Stadt und bedürfe nur der fachgerechten Aufarbeitung. Als Ort des Gedenkens soll eine Ablagemöglichkeit für Blumen geschaffen werden.

Die Kosten ließen sich laut Edelmann auf 4000 Euro begrenzen, da nicht allzu viel neu gestaltet werden musste. Das überschaubare Investitionsvolumen in Verbindung mit der Möglichkeit von zusätzlichen Einnahmen trägt seinen Worten zufolge maßgeblich zu einer Legitimation als auch Standortsicherheit des Friedhofes Darsberg bei.

Nach dem Gang zum Baumfeld und der Niederlegung der Schale brachte der Projektchor das Stück „Von guten Mächten“ dar. Es folgte die Entzündung des Friedenslichts durch Ortsvorsteher Holger Ludwig. Der geistliche Impuls kam von Pfarrer Norbert Feick, Diakon Dieter Klement und Vorsteher Heinz-Bernd Gramlich. Nach den Dankesworten von Bürgermeister Pfeifer an alle mit der Verwirklichung Beteiligten erfolgte der Ausklang durch Ortsvorsteher Ludwig.

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