Beerfeldens Stadtmitte soll mit der Sanierung ihren alten Charakter zurückgewinnen

Die Stadtmitte zwischen Metzkeil und Waschbrunnenplatz soll ein neues Gesicht bekommen. Wenn die Landesstraße 3119 zwischen der Rothenberger Höhe und der B45 durch Hessen Mobil saniert wird, möchte auch die Stadt zur Tat schreiten. Dies wird voraussichtlich 2018 der Fall sein. Erste Planungen für die städtischen Maßnahmen stellte jetzt Diplom-Ingenieur Ingo Rohleder aus Mühltal der Stadtverordneten-Versammlung vor.

Der Architekt bezifferte die Kosten der Umgestaltung auf rund 300.000 Euro. Davon seien etwa 46.000 Euro „Einsparpotenzial“. Für die Maßnahme könne ein 75-prozentiger Zuschuss von der Dorfentwicklung beantragt werden. Rohleder stellte zwei Varianten vor, denen eine Pflasterung des Platz- und Fußgängerraums in diesem Bereich gemein ist. Sie unterscheiden sich vor allem durch das für die Straße verwendete Material. Wenn – in Absprache mit Hessen Mobil – ein Teil der Straße ebenfalls gepflastert statt asphaltiert werde, kostet dies etwa 20.000 bis 25.000 Euro mehr. Dies sei in der Gesamtsumme aber bereits enthalten.

Vor allem an der Straßenpflasterung und an der in der Planung skizzierten Baumpflanzung entzündete sich eine kleine Diskussion, der Stadtverordneten-Vorsteher Hans-Jürgen Löw mit Blick auf die sowieso anstehende Beratung in den Gremien Einhalt gebieten wollte. Es kristallisierte sich zum einen heraus, dass ein Bewuchs zwischen den Parkplätzen am abschüssigen Stück kritisch gesehen wurde. Zum anderen wurde an dieser Stelle auch die Griffigkeit einer Pflasterung gerade in Wintermonaten sowie eine ausreichende Belastbarkeit bei Lkw-Verkehr hinterfragt.

Planer Rohleder erwähnte, dass ein entsprechender Unterbau in Absprache mit Hessen Mobil solide hergestellt werden müsste. Er erwähnte darüber hinaus noch die höhere Geräuschentwicklung, die die Verwaltung eventuell im Vorfeld mit den Anwohnern abklären müsse. Bürgermeister Gottfried Görig sagte, dass es mit dem Pflaster am Metzkeil aufwärts in die Odenwaldstraße bisher keine Probleme gegeben habe.

Der Ingenieur verdeutlichte mit einem Rückgriff auf alte Bilder, dass der Straßenraum heutzutage einen großen Bereich einnehme und damit die Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt seien. Es gehe darum, etwas von der früheren Weite zurückzugewinnen, etwa durch den Rückschnitt von Gebüsch oder die Aufweitung von bestehenden Plätzen – optisch oder gestalterisch. Deshalb sprach Rohleder bei einer durchgehenden Pflasterung auch von „mehr Homogenität“, die für die Stadtmitte eine „städtebauliche Aufwertung“ bedeute.

„Die Verkehrsfläche dominiert“, hob der Architekt hervor, allerdings könnten sich die Qualitäten von Gehweg und Oberfläche ändern. So ließen sich auch bessere Verbindungen zwischen den Plätzen und der Straße schaffen, „wie es früher einmal war“. Er bezog sich hier vor allem auf die Einmündungen von Krähberger und Eberbacher Weg sowie Roll- und Brunnengasse. Für die Gehwege und Plätze machte er den Vorschlag, das bereits auf dem Metzkeil verwendete rotbraune Pflaster weiter unterhalb ebenfalls zu verwenden.

Wie Rohleder daneben erläuterte, sollen straßenabwärts Parkplätze entstehen, wo bisher immer halb auf dem Gehweg geparkt wurde. Dadurch und eine Pflanzung von drei Bäumen werde der Bereich „räumlich sortiert“. Den Autos und Fußgängern werde damit „ein fester Platz zugeordnet“, wo es derzeit noch Mischmasch gebe. „Im Prinzip ändert sich am Fahrverhalten gegenüber jetzt nichts“, machte er deutlich, dass es vor allem um eine optische Veränderung geht. Waschbrunnenplatz und Mümlingquelle sollten durch gestalterische Elemente „wieder ihren alten Charakter zurückbekommen“.

Die Anordnung vom Parkplätze, Bäumen und Flächen sind Rohleders Worten zufolge die Punkte, die mit Hessen Mobil zu verhandeln sind. Wie Bürgermeister Görig auf eine Nachfrage von Elisabeth Bühler-Kowarsch nach der Zeitschiene ergänzte, steht am 20. Dezember ein Gespräch mit der Behörde an, von dem er sich weitere Informationen auf konkrete Termine erhofft. „Damit gehen die Begleitmaßnahmen einher“, so Görig. Bevor an der Straße gewerkelt werde, müsse alles darunter wie Wasser und Abwasser fertig sein.

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