Der Beerfelder Wald soll 2017 über 200.000 Euro Gewinn abwerfen

Die heimischen Hölzer sind jedes Jahr eine feste Bank für den Beerfelder Stadtsäckel. Forstdirektor Norbert Sasse vom hiesigen Forstamt war deshalb wieder ein gern gesehener Gast, als er zuerst im Haupt- und Finanzausschuss und jetzt in der Stadtverordneten-Versammlung den Waldwirtschaftsplan 2017 vorstellte. Der schließt bei Einnahmen von 660.000 und Ausgaben von 452.000 Euro mit einem satten Überschuss von 208.000 Euro ab. Allein der Holzverkauf steuert zu den Erträgen fast 560.000 Euro bei. Das Gremium verabschiedete den Plan einstimmig.

2016 bezeichnete der Forstdirektor als „gutes, normales Jahr“ mit genug Feuchtigkeit und normalen Durchschnitts-Temperaturen. Nur Ende August „hatten wir leichte Probleme mit dem Borkenkäfer“, erläuterte er. Von größeren Schäden sei man in der Oberzent verschont geblieben. „Es gab nur wenig Windwurf“, sagte Sasse, da diesmal auch kein Orkan wütete. Alles in allem für den Forst eine ruhige Periode.

Da die Waldwirtschaftsplan-Zahlen meistens eher konservativ kalkuliert sind, gibt es kurz vor Weihnachten oftmals noch ein kleines Präsent obendrauf. Wie auch jetzt, als Bürgermeister Gottfried Görig in seinen Worten über den Haushaltsvollzug 2016 vermelden konnte, dass der Holzverkauf in diesem Jahr fast 47.000 Euro als veranschlagt – und damit 590.000 Euro – in die Oberzent-Stadtkasse spülte. Mit schöner Regelmäßigkeit bewegen sich die Überschüsse aus dem Wald bei 200.000 Euro oder mehr im Jahr.

Wie Sasse erläuterte, sollen im kommenden Jahr auf Beerfelder Gemarkung knapp 9400 Festmeter Holz eingeschlagen werden, wovon etwas mehr als 8000 verwendbar sind. Die gefällten restlichen etwa 15 Prozent bleiben als Bodenholz oder faule Teile liegen. Der Schwerpunkt des Einschlags liege bei Fichte (5544) und Kiefer (3020 Fm). Eher zu vernachlässigen sind Buche (675) und Eiche (135).

Der Forstdirektor kalkuliert mit einem Durchschnittserlös von knapp 70 Euro pro Festmeter (und damit mehr als 2016), wodurch er auf die prognostizierten 560.000 Euro Einnahmen kommt. Pachteinnahmen für Jagd oder Steinbruch sind mit 29.000 Euro veranschlagt, Nebennutzungen wie Brennholzverkauf an Selbstwerber mit etwas über 4000 Euro.

Größer Ausgabeposten ist laut Sasse der Unternehmereinsatz in der Holzernte. Hierunter fallen Harvester und Rückemaschinen mit 151.000 Euro. 118.000 Euro sind die Entlohnung für die beiden ganzjährig im Stadtwald beschäftigten Forstwirte. Geplant ist daneben eine Waldkalkung auf 300 Hektar, die 72.000 Euro kostet. Davon fließen aber fast 65.000 Euro als Zuschuss wieder zurück. Die an Hessen Forst zu zahlenden Beförsterungsbeiträge belaufen sich auf knapp 70.000 Euro. Für den Waldwegebau werden 17.400 Euro ausgegeben, Beiträge für die Berufsgenossenschaft schlagen mit 13.100 Euro zu Buche.

„Wir versuchen die Bodenschäden bei der Holzabfuhr möglichst vollständig zu vermeiden“, betonte der Forstdirektor. Teilweise handle es sich auf den Wegen auch um keine Schäden, sondern um eine dicke Schlammschicht, „die nach einem Monat wieder verschwunden ist“. Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen sind im Zuge des Wegebaus geplant.

Im kommenden Jahr steht Sasse zufolge die Kulturpflege im Vordergrund. Gepflanzt wird in Form von 1000 Tannen aber nur wenig. Wenn man pflanze, müssten die jungen Bäume gleichzeitig auch gegen Verbiss geschützt werden. Naturschutz-, Landschafts- und Jungbestandspflege sind weitere Punkte auf der Agenda 2017. Wichtig sind daneben Schutzmaßnahmen gegen Wildschäden und der Schutz des kompletten Waldes gegen den Borkenkäfer.

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