Neuer Bedarfs- und Entwicklungsplan: Ab kommendem Jahr werden in Beerfelden einige Feuerwehr-Fahrzeuge ausgetauscht

Der Bedarfs- und Entwicklungsplan der Freiwilligen Feuerwehren in der Gesamtgemeinde ist unter Dach und Fach. Die Stadtverordneten-Versammlung verabschiedete einstimmig den von Stadtbrandinspektor (StBI) Bernd Ihrig erstellten Entwurf. Dieser dokumentiert, dass die Wehren aktuell personell und fahrzeugtechnisch auf dem aktuellen Stand sind. In den kommenden Jahren, machte Ihrig deutlich, stehen nach längerer Pause wieder einige Ersatzbeschaffungen an.

Wie Ihrig sagte, handle es sich beim Feuerwehrwesen um eine kommunale Pflichtaufgabe. 2001 sei der erste Bedarfs- und Entwicklungsplan in Beerfelden erstellt worden, den man inzwischen praktisch komplett abgearbeitet habe. Im Plan gehe es unter anderem darum, eine Risikoklassifizierung der Einsatzgebiete zu erstellen und dafür entsprechende Fahrzeuge und Gerätschaften vorzuhalten. Auch fließen Personalprognosen mit ein. Die Gewinnung von Feuerwehrleuten bezeichnete der StBI ebenfalls als Pflichtaufgabe der Kommunen, die aber weitgehend von der Jugendarbeit der Feuerwehr-Vereine übernommen werde.

Ihrig wies daneben darauf hin, dass der technische Stand für die Zukunft gehalten werden müsse. Deshalb gebe es auch einen Plan für Ersatzbeschaffungen. Neuanschaffungen seien in Beerfelden keine geplant, aber zusätzliche Gerätschaften. Einige Feuerwehrautos stammten noch aus den 80er Jahren, weshalb in der nächsten Zeit mehr als sonst ausgetauscht werden müssten. Durch die Prioritätenliste des Odenwaldkreises gebe es inzwischen Planungssicherheit, erläuterte Beerfeldens höchster Feuerwehrmann.

Ob es noch im kommenden Jahr für einen Ersatz des bisherigen Tanklöschfahrzeugs reicht, ist allerdings laut Ihrig unsicher. Denn das neue Staffellöschfahrzeug 20/25 steht derzeit auf Platz 2 der Liste, wäre also eigentlich erst 2018 dran. Doch manchmal, wusste er, kommen in einem Jahr auch zwei Wehren zum Zuge. Bis das Organisatorische abgewickelt ist, könnte es aber selbst bei einem Zuschlag im kommenden Jahr bis 2018 dauern, damit das Fahrzeug einsatzbereit sei. „Deshalb ist das unser Planungshorizont“, meinte er. Für die Jahre 2019 bis 2021 stehen dann weitere Fahrzeuge auf der Agenda.

Im Jahresrhythmus sind Ersatzbeschaffungen für die Tragkraftspritzenfahrzeuge der Stadtteilwehren geplant. Diese laufen über ein Landesprogramm, wonach das Land die Fahrgestelle zur Verfügung stellt, die Stadt sich um Ausbau und Ausstattung kümmert. Hetzbach macht hier 2017 den Anfang, gefolgt ab 2018 im jährlichen Turnus von Olfen, Falken-Gesäß, Airlenbach und Gammelsbach.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten wird Ihrig zufolge auf der Kernstadt liegen, weil dort die Abteilung Mitte als Stützpunktfeuerwehr die benötigten Großfahrzeuge vorhalte. Daran ändere sich auch mit Blick auf die anstehende Oberzent-Fusion nichts, weil die Feuerwehren in den anderen Orten mit dem taktischen Mindestbedarf ausgestattet seien und die Beerfeldener Wehr bei größeren Ereignissen mit alarmiert werde.

Wenn die Sanierung des Feuerwehrhauses in Hetzbach abgeschlossen ist, „gibt es keine baulichen Maßnahmen in den nächsten Jahren mehr“, machte der Stadtbrandinspektor deutlich. Denn sie ist die letzte aus dem vorherigen Bedarfs- und Entwicklungsplan. Wie Ihrig auf Nachfrage sagte, halte sich der Personalbestand bei Zu- und Abgängen derzeit die Waage. „In den nächsten fünf bis zehn Jahren ist nicht mit Engpässen zu rechnen“, meinte er.

Ende 2015 zählte die Einsatzabteilung in der Kernstadt 67 Personen. Wenn die Dienstzeit bis 65 Jahre verlängert wird, rechnet Ihrig damit, dass bei einem Durchschnittsalter von 37,6 Jahren in den kommenden zehn Jahren neun Feuerwehrmänner ausscheiden. Dem gegenüber stehen aktuell 35 Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. Deshalb ist er guten Mutes, „dass die altersbedingten Abgänge mindestens abgedeckt werden können“.

Kreisbrandinspektor Horst Friedrich wies in seiner Stellungnahme darauf hin, dass nach der Gemeindefusion die „Veränderung im Gefährdungspotenzial“ zeitnah neu zu ermitteln sei. Deshalb gelte es, den Bedarfs- und Entwicklungsplan nicht wie in der Regel nach zehn Jahren, sondern quasi mit dem Zusammenschluss in der Oberzent zu überarbeiten.

 

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