Hessenecker Waldwirtschaftsplan 2017 in der Gemeindevertretung vorgestellt und verabschiedet: Plus von 17.000 Euro vorgesehen

Im Vergleich zu den anderen Oberzent-Gemeinden rangiert die kleine Kommune mit ihrem Waldbestand eher unter ferner liefen. 77 Hektar gegenüber 1300 in Beerfelden oder 700 in Rothenberg sind keine wirklich große Zahl. Doch der alljährliche Überschuss aus der Waldbewirtschaftung ist immer ein gerne gesehenes Zubrot zum chronisch klammen Haushalt des Schutzschirm-Dorfes. Deshalb ist auch Forstdirektor Norbert Sasse zusammen mit Revierförster Klaus Kurzschenkel immer ein gerne gesehener Gast in der Gemeindevertretung, wenn er den jeweiligen Waldwirtschaftsplan vorstellt.

Der Gemeindewald soll im kommenden Jahr ein Plus von 17.000 Euro erwirtschaften, sagte Sasse. Die Einnahmen werden vor allem durch den Einschlag von knapp 500 Festmetern bestimmt, wodurch ein Erlös von 38.500 Euro erwartet wird. 50 Festmeter vor allem aus der Buche sind unverwertbar. Hier machte der Forstdirektor Werbung dafür, doch dieses Holz für die eigene Befeuerung zu verwenden. „Brennt bestimmt besser als das aus dem gräflichen Wald“, scherzte er.

Das „richtige“ Geld bringt der Einschlag von 410 Festmeter Fichte. „Ein sehr gutes Holz“, so Sasse, das teilweise Spitzenpreise von bis zu 90 Euro/Festmeter erlöse. Als weiteren kleinen Einnahmeposten nannte er die aus der Jagdpacht mit 1200 Euro. Die Ausgaben im Gemeindewald sollen sich 2017 auf knapp 23.000 Euro belaufen. Dazu zählt als größter Posten der Unternehmereinsatz mit 15.500 Euro, da keine eigenen Waldarbeiter beschäftigt werden. Hessen-Forst erhält fast 4000 Euro Beförsterungsbeiträge, für Wegebau-Material fallen 2000 Euro an.

Die geringe Mitteleinsatz zeigt es schon: „Es ist nichts Besonderes vorgesehen“, meinte der Beerfelder Forstamtschef mit Blick auf 2017. Im Mittelpunkt stehen die Pflege der Kulturen und die Naturverjüngung. Nach Bedarf sollen die Gemeindewaldwege unterhalten oder instandgesetzt werden. Die Gemeindevertretung billigte einstimmig den Waldwirtschaftsplan für nächstes Jahr. Er wird der letzte für Hesseneck sein. „Danach haben wir statt 77 fast 2400 Hektar Fläche“, wies Sasse auf das große Waldgebiet der neuen Oberzent-Stadt hin.

Fraktionsvorsitzender Marcel Gerling (SPD) wollte wissen, ob es denn im Zuge der Fusion zusätzliche Arbeit für den ersten Oberzent-Waldwirtschaftsplan gebe. „Für die Revierförster ändert sich wenig“, sagte der Forstdirektor. Man müsse dann statt für den bisherigen Bezirk in einem größeren Maßstab denken. Zum Tragen kämen Auswirkungen durch die Fusion höchstens im Falle von Windwurf. Was früher bedeutete, dass dann lange kein Einschlag auf Hessenecker Gemarkung mehr stattgefunden hätte, werde nun durch das größere Gebiet abgefedert und einfach an anderer Stelle stattfinden.

Im Blick zurück sagte Sasse, dass 2016 „ein relativ normales Jahr ohne Probleme war“. Es habe „keine Naturkatastrophen und kaum Borkenkäfer gegeben“. Die fast durchgehend gute, nicht zu trockene Witterung tat dem Wald gut. Nur zum Spätsommer hin fehlte etwas Regen. Besonders gefragt ist seinen Worten zufolge aktuell Nadelstammholz, für das sich gute Preise erzielen ließen.

Advertisements